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  • 11.07.2016, 11:34 Uhr
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Überschuldungsstatistik

Unplanbare Änderungen der Lebensumstände sind häufiger Grund für Schulden

Menschen, die in die Schuldenfalle abrutschen, haben in vielen Fällen unerwartet eintretende Veränderungen der Lebenssituation zu verkraften. Für fast jede fünfte Person (19 Prozent), die im Jahr 2015 eine Beratung in einer der 1.400 deutschen Schuldnerberatungsstellen begonnen hatte, war der Verlust des Arbeitsplatzes der Hauptauslöser für die Überschuldungssituation.

„Es fällt auf, dass in der Regel unplanbare und gravierende Änderungen der Lebensumstände als Hauptauslöser genannt werden, die außerhalb der unmittelbaren Kontrolle der Überschuldeten liegen“, sagte Dieter Sarreither, Präsident des Statistischen Bundesamtes, am 1. Juli 2016 in Berlin im Rahmen einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Überschuldungsstatistik 2015.

Bei 15 Prozent der Fälle führten gesundheitliche Probleme zu finanziellen Schwierigkeiten. Weitere 14 Prozent der Schuldnerberatungen waren aufgrund der finanziellen Folgen einer Trennung beziehungsweise Scheidung oder des Todes des Partners bzw. der Partnerin nötig.

Überschuldung durch unangemessenes Konsumverhalten („unwirtschaftliche Haushaltsführung“) stellten die Statistiker dagegen nur in 11 Prozent aller Fälle als Hauptgrund fest. Bei 7 Prozent der beratenen Personen hatte die auf lange Sicht unzureichende Einkommenssituation trotz einer wirtschaftlichen Haushaltsführung zu den finanziellen Problemen geführt („längerfristiges Niedrigeinkommen“).

Alleinlebende Männer und alleinerziehende Frauen führen die Statistik an

Unter allen Personen, die 2015 von Schuldnerberatungsstellen betreut wurden, stellten laut Statistischem Bundesamt alleinlebende Männer mit 30 Prozent die größte Gruppe. Im Vergleich zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung (18 Prozent) waren sie stark überrepräsentiert. Ebenfalls überproportional häufig in Beratung waren alleinerziehende Frauen. Sie machten 14 Prozent der beratenen Personen aus, bei einem Bevölkerungsanteil von nur 6 Prozent. Paare ohne Kinder waren mit 13 Prozent hingegen vergleichsweise selten überschuldet, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lag etwa doppelt so hoch (28 Prozent).

Die Ergebnisse der Überschuldungsstatistik 2015 beruhen dem Bundesamt zufolge auf Angaben von 410 der insgesamt rund 1.400 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland. Diese stellten anonymisierte Daten von rund 103.000 beratenen Personen mit deren Einverständnis bereit. Die Teilnahme an dieser Statistik sei sowohl für die Beratungsstellen als auch für die Ratsuchenden freiwillig. Die gemeldeten Daten würden anschließend auf die Grundgesamtheit der durch Schuldnerberatungsstellen beratenen Personen hochgerechnet.

(Redaktion)


 


 

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