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  • 17.07.2018, 12:05 Uhr
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  • Berlin
UMFRAGE / ABEITSMARKT

Umfrage job-Perspektiven: große Mehrheit der Arbeitnehmer schätzt eigene Chancen auf dem Arbeitsmarkt positiv ein

Die Aussichten, einen neuen Job zu finden, waren in Deutschland selten so gut wie heute. Fast zwei Drittel der Arbeitnehmer beurteilen ihre eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt als "sehr gut" oder "gut". In Berlin und Brandenburg sind jüngere Arbeitnehmer/-innen etwas optimistischer als ältere.

Die Aussichten, einen neuen Job zu finden, waren in Deutschland selten so gut wie heute. Fast zwei Drittel der Arbeitnehmer beurteilen ihre eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt als "sehr gut" oder "gut".  In Berlin und Brandenburg sind jüngere Arbeitnehmer/-innen etwas optimistischer als ältere.

Auf die Frage, worauf es ankommt, wenn man eine neue Stelle sucht, sehen die Befragten der Orizon Arbeitsmarktstudie den Aspekt "Leistungsbereitschaft und Motivation" ganz vorne. Für die Studie im Auftrag des Personalunternehmens Orizon befragte das unabhängige Marktforschungsinstitut Lünendonk über 2.000 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählte Arbeitnehmer.

Die deutsche Wirtschaft brummt und die Bundesagentur für Arbeit meldet aktuell eine Arbeitslosenquote von 5 Prozent. Die Nachfrage der Unternehmen nach neuen Mitarbeitenden bewegt sich auf einem kontinuierlich hohen Niveau. Diese Entwicklung ist inzwischen auch fest in den Köpfen der Menschen verankert. Nach ihren eigenen Chancen bei der Jobsuche gefragt, sind Arbeitnehmer in Deutschland optimistisch wie selten zuvor. Knapp 20 Prozent der Teilnehmer der Orizon Arbeitsmarktstudie 2018 glauben, ihre Aussichten auf dem Arbeitsmarkt seien "sehr gut", 44 Prozent schätzen sie als "gut" ein. 2014 beurteilten nur 8 Prozent ihre Chancen als "sehr gut", 39 Prozent als "gut". Die "Jobtimismus-Quote" der Arbeitnehmer in Deutschland ist damit innerhalb weniger Jahre um fast 20 Prozentpunkte gestiegen.

Ebenso wie sich der Arbeitsmarkt nicht in allen Teilen Deutschlands gleich entwickelt, so unterscheiden sich auch die Menschen beim Thema Jobtimismus. Besonders zuversichtlich sind die Befragten in Brandenburg, Berlin und Hessen. Unterdurchschnittlich und damit eher pessimistisch schätzen die Menschen im Saarland, in Mecklenburg-Vorpommern und in Nordrhein-Westfalen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt ein. Diese Befunde decken sich nur teilweise mit den offiziellen Arbeitsmarktstatistiken der Bundesländer. So liegt die Arbeitslosenquote in Berlin und Brandenburg über dem Bundesdurchschnitt - die Arbeitnehmer sind aber gleichzeitig auch überdurchschnittlich optimistisch. Hier könnten weitere Faktoren wie zum Beispiel Mentalitäten eine Rolle spielen.

Mit Leistungsbereitschaft punkten

Doch worauf gründet sich dieser Jobtimismus jenseits der positiven Entwicklung der offiziellen Zahlen? Einen wesentlichen Anhaltspunkt bieten die Antworten der Teilnehmer auf die Frage, welche Voraussetzungen sehr wichtig sind, um heute auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben. Etwa zwei Drittel der über 2.000 befragten Arbeitnehmer sehen dabei Leistungsbereitschaft und Motivation als oberste Anforderung, um potenzielle Arbeitgeber von sich zu überzeugen. Überraschend: fachliche Qualifikationen sehen die Befragten nur auf Rang 4.

Auswertung Berlin und Brandenburg:

Auswertung für Berlin und Brandenburg bzgl. der Frage:

„Wie sehen Sie Ihre eigenen Chancen, heute in Deutschland einen neuen Job zu finden?“.

•             Insgesamt bewerten 63,3% aller bundesweit Befragten ihre Chancen als „sehr gut“ oder „eher gut“ (2.041 Befragte)

Berlin

•             In Berlin bewerten 73% aller Befragten ihre Chancen als „sehr gut“ oder „eher gut“ – der Wert liegt somit ca. 10% über dem Bundesdurchschnitt.

•             Diese 73% setzen sich zusammen aus 38% in der jüngeren Altersgruppe (18 bis 39 Jahre) und 35% in der älteren Altersgruppe (40 bis 69 Jahre)

Daraus lässt sich schließen, dass Jüngere in Berlin tendenziell noch etwas optimistischer sind als Ältere.

Brandenburg

•             In Brandenburg bewerten 77% aller Befragten ihre Chancen als „sehr gut“ oder „eher gut“ – der Wert liegt ca. 14% über dem Bundesdurchschnitt.

•             Diese 77% setzen sich zusammen aus 40% in der jüngeren Altersgruppe (18 bis 39) und 37% in der älteren Altersgruppe (40 bis 69)

Daraus lässt sich schließen, dass Jüngere in Brandenburg tendenziell noch etwas optimistischer sind als Ältere.

Insgesamt sind die Unterschiede nach den Altersgruppen also nicht dramatisch, aber durchaus vorhanden. In der Studie wurden sie weiter gefragt: „Wie wichtig sind die folgenden Voraussetzungen, um heute auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben?“ Dabei wurde die Antwort „Fachliche Qualifikation/qualifizierte Berufsausbildung“ auf dem 4. Rang platziert. D.h. nicht, dass die Befragten diesen Aspekt für unwichtig halten – es wurden nur eben drei andere Punkte (1. „Leistungsbereitschaft und Motivation“, 2. „Gute Umgangsformen“, 3. „Soziale Kompetenzen“) noch höher eingestuft.

Hintergrundinfos zur Studie: Die Orizon GmbH hat 2018 zum siebten Mal die Studie "Arbeitsmarkt - Perspektive der Arbeitnehmer" durchgeführt. An der bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung nahmen 2.041 Arbeitnehmer und Arbeitsuchende in Deutschland teil. Durchgeführt wurde die Studie von dem unabhängigen Marktforschungs- und Analyseunternehmen Lünendonk GmbH. Zur Gewährleistung der Repräsentativität wurden vorgegebene Quoten über die soziodemographischen Merkmale Alter, Geschlecht, Schulbildung und Bundesland etabliert. Mehr Informationen auf https://www.orizon.de

(Redaktion)


 

 

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