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Kommentar des Tages

Und täglich grüßt die Werbefalle

Werbung erreicht jeden, egal auf welchem Weg, ungeachtet, ob der unschuldige Verbraucher sie will oder nicht.

Morgens, halb acht: noch eben schnell den Rechner anschalten. Vielleicht sind wichtige E-mails reingekommen. Oh, 5 Mails im Posteingang. Da waren aber schon Menschen fleißig. Aha, hm, ok, Werbung, Werbung, Newsletter, Werbung, Werbung. Da wird sich der Papierkorb freuen. Dann mal los ins Büro.

Neun Uhr: Ab an den Schreibtisch. Die Arbeit ruft. Auch hier erstmal die E-Mails sichten. Da sind ja auch schon 8 seit gestern Abend angekommen. Hm? Wie, Partnervermittlung? Wollen die Werbung bei uns schalten oder haben die tolle Nachrichten? Nein, natürlich nicht. Spam. Abgesehen von einer Pressemitteilung sieht der Rest nicht anders aus. Wo nehmen die eigentlich die Mailadresse her?
Bis Feierabend haben nochmal 6 solcher nutzlosen Nervtöter den Papierkorb erreicht. Auf dem heimischen Rechner wird es nicht besser aussehen.

19.00 Uhr: endlich zuhause. Gerade schnappt die Tür ins Schloss und schon klingelt das Telefon. Was will Mutter denn jetzt schon? Hm, doch nicht Mutter. Das Telefon zeigt keine Rufnummer. „Hallo?“ „Schönen guten Abend, hier ist Frau Müller von der Firma MusterCom. Haben Sie nicht schonmal über einen Handyvertrag bei uns nachgedacht?“ Woher zum Geier haben die diese Telefonnummer. Sie steht NICHT im Telefonbuch. Bloß schnell auflegen.

Ein ganz normaler Tag. Keine außergewöhnlichen Vorkommnisse. Genauso normal ist es daher auch, dass deutsche Bundesbürger kein Vertrauen darin haben, dass ihre persönlichen Daten, vor allem bei Internet- und Kommunikationsanbietern, sicher aufgehoben sind. Warum sollten sie denn auch? Schließlich wird ihnen jeden Tag mehrfach bewiesen, dass zu dazu keinen Grund haben.
Und letztendlich muss man auch bedenken, wie schnell ein Unternehmen, das sich unlauterer Mittel bedient, in aller Munde ist. Bessere Presse, und dann auch noch so kostengünstige, kann man eigentlich gar nicht haben.
Aber rechnet es sich wirklich? Vermutlich, sonst würden zahlreiche Unternehmen nicht so arbeiten. Dennoch gehen sie nicht nur den Verbrauchern auf die Nerven, sondern bringen auch noch ehrbare und seriös arbeitende Mitstreiter in Verruf. So lernt der Kunde: einer aus der Branche arbeitet so, also werden es alle anderen wohl auch. Die tun sich doch alle nichts. Aber das Phänomen zieht sich natürlich durch alle Bereiche.
Schade eigentlich, denn genügend Unternehmen setzen auf Kundenzufriedenheit und wahren deren Privatsphäre sehr genau.
Der Kunde ist König. Wenn er so behandelt wird und man loyal ihm gegenüber ist, bleibt er auch gnädig. Hintergeht man ihn, so können die Folgen fatal sein.
In diesem Sinne. Emails abrufen!

(Ricarda Eppler)


 


 

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1 Kommentar

von Kirsten
04.08.09 21:16 Uhr
Werbung ist Unterbrechung

Gut Beschrieben, was Werbung eigentlich ist: Unterbrechung. Sie wird uns im alltäglichen Fluss wie ein "Stopper" zwischen geschoben. Aber genau das ist ja grade das, was Werbung zumeinst eben unattraktiv macht. Werbung ist im Unterbewusstein eine unerwünschte Begegnung. Daher glaube ich, dass insbesondere das Internet hier eine große Veränderung bringt. Sie wird individueller und erscheint immer mehr dann, wenn man nach einer Information sucht.
Das wird allerdings noch eine ganze Weile dauern, bis unerwünschte Formate wie Spam-Mails verhindert werden. In diesem Sinne.

 

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