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Vermögensverteilung Deutschland

Ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland: DIW Berlin befürchtet Altersarmut für Arbeitslose und Ostdeutsche

Die Ungleichheit der Vermögensverteilung in Deutschland ist zwischen 2002 und 2007 stark gestiegen. Dies belegt eine aktuelle Studie des DIW Berlin im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung. Dabei haben sich auch die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland weiter vergrößert.

Besonders besorgniserregend ist der Rückgang des Vermögens der mittleren Altersgruppen in Ostdeutschland. "Wenn die Politik nicht gegensteuert, wird die Altersarmut in Ostdeutschland in Zukunft deutlich zunehmen", befürchten die DIW-Wissenschaftler Joachim Frick und Markus Grabka. Wegen der höheren Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland waren dort mehr Menschen im Zuge der Hartz-Reformen gezwungen, ihr Vermögen aufzuzehren, bevor sie staatliche Hilfe in Anspruch nehmen konnten.

Vermögen im Osten um 17 Prozent gesunken

Während in Westdeutschland die Nettovermögen seit 2002 um gut elf Prozent anstiegen, sind sie in Ostdeutschland um knapp zehn Prozent gesunken. Berücksichtigt man die Inflation, ist der Wert der privaten Vermögen im Osten sogar um 17 Prozent gesunken. Neben der hohen Arbeitslosenquote ist auch der Preisverfall selbstgenutzter Immobilien in Ostdeutschland für diese Entwicklung verantwortlich. Deren durchschnittlicher Wert ist in Westdeutschland im Untersuchungszeitraum um rund 6.000 Euro auf 154.000 Euro gestiegen, in Ostdeutschland hingegen um rund 7.000 Euro auf 80.000 Euro gesunken. Selbstgenutzte Immobilien sind nach wie vor die wichtigste Anlageform in Deutschland.

Mit Blick auf die künftige Alterssicherung besorgniserregend ist auch eine weitere Entwicklung: So ist für die mittleren Altersgruppen von 36 bis 65 Jahren in Ostdeutschland ein deutlicher Vermögensrückgang zu konstatieren. Dieser beläuft sich je nach Altersgruppe auf 7 000 bis 14 000 Euro, was einem Rückgang von 10 bis 17 Prozent entspricht.

Im Westen ist dieser Anteil hingegen seit 2002 rückläufig. Unterschiede zeigen sich auch in der Vermögensstruktur zwischen Ost- und Westdeutschland: Ostdeutsche besitzen deutlich seltener Immobilien und sind häufiger verschuldet - allerdings nicht so hoch wie die Schuldner im Westen.


 


 

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2 Kommentare

von chaveZ
28.01.09 21:47 Uhr
so ein quatsch

ist ja eine vollkommen neue erkenntnis innerhalb eines kapitalistischen systems. ich setze noch einen drauf. das geld wird auch noch geistfrei und ungerecht reinvestiert. wäre ja alles halb so schlimm wenn die besitzenden in die gesellschaft und nicht in ihre wahnvorstellungen investieren würde. doch mal ehrlich wer sich durch sein einkommen über andere stellen will tut dies doch nicht um dann anderen einen gefallen zu tun. oder?!

von Simon Kirner
30.06.09 13:57 Uhr
1% besitzt 50%

Ich habe Sarah Wagenknecht (Die Linke) mehrmals in Talkshows sagen hören, dass 1% der Deutschen Bevölkerung 50% des Vermögens besitzen. Was sagen sie zu diesen Zahlen? Bitte um Antwort, da ich die Zahlen gerne für die Uni benutzen würde.

 

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