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  • 10.03.2017, 08:54 Uhr
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  • Berlin
UVB / JAHRESPRESSEKONFERENZ

UVB Jahrespressekonferenz 2017: Job-Aufschwung in der Hauptstadtregion stößt an Grenzen

„Mehr Wirtschaft wagen. Neue Wege für Berlin und Brandenburg“ war das Thema der diesjährigen Jahrespressekonferenz der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg.

Die Hauptstadtregion steuert in wichtigen Branchen auf einen Personalengpass zu, sollten sich Politik und Wirtschaft nicht intensiver um den Fachkräfte-Nachwuchs kümmern. „Wir stehen vor einer Verrentungswelle, zugleich findet auf dem Arbeitsmarkt angesichts der Digitalisierung ein tief greifender Wandel statt. Viele sind darauf heute noch gar nicht eingestellt. Nötig ist eine Qualifizierungsoffensive auf allen Ebenen des Bildungssystems, sonst droht der Aufschwung zu versanden.“ Das sagte Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz in Berlin. 

„Die Unternehmen stehen von zwei Seiten unter Druck“, befand Amsinck. In Berlin werde bis 2027 jeder sechste, in Brandenburg sogar jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in den Ruhestand gehen, prognostizierte er. Den Unternehmen gingen vor allem Fach- und Führungskräfte sowie Spezialisten verloren. Vor allem in Brandenburg fehle zugleich der Nachwuchs. Parallel dazu stiegen die Anforderungen an das Personal – der Umgang die Robotern oder das Programmieren von Software erforderten ganz andere Fähigkeiten als bislang. „Schutzbrille ab, Datenbrille auf: Das ist das Motto für die Fachkräfte von morgen. Schulen und Hochschulen müssen die jungen Menschen darauf vorbereiten, die Unternehmen für mehr Weiterbildung sorgen“, forderte Amsinck. „Hier brauchen wir mehr Investitionen und mehr Lehrkräfte als bislang.“

Für dieses Jahr rechnet Dachverband der Wirtschaft in der Hauptstadtregion mit einer weiterhin guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Eine Umfrage der UVB unter den 60 Mitgliedsverbänden habe ein solides Bild des Aufschwungs ergeben, berichtete der Hauptgeschäftsführer. Die Bauwirtschaft und das mit ihr verbundene Handwerk, der Garten- und Landschaftsbau, die Gesundheitsbranche, der Handel und die Startup -Unternehmen rechneten mit mehr Aufträgen und Umsatz sowie mit einem erhöhten Personalbedarf. „Der Aufschwung ruht auf mehreren stabilen Säulen. Die Sonderkonjunktur vor allem in der Hauptstadt geht weiter“, resümierte Amsinck. Branchen, die Umsatzeinbußen oder Personalabbau erwarteten, gebe es nur sehr vereinzelt.

Auf dieser Basis haben die UVB und die Regionaldirektion den Personalbedarf der Firmen für dieses Jahr prognostiziert. „Wir halten 56.000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für realistisch“, sagte Amsinck weiter. Der Großteil entfalle dabei mit knapp 47.000 auf Berlin, für Brandenburg geht die Prognose von 9400 neuen Stellen aus. Am meisten Dynamik gebe es in der Hauptstadt im Bereich der industrienahen Dienstleistungen mit einem Aufbau von 11.000 neuen Arbeitsplätzen. „Die Industrie ist gut aufgestellt und expandiert – es wächst aber in erster Linie das firmennahe Service-Geschäft“, erklärte Amsinck. Im Sozialsektor (plus 5600 Stellen), dem Handel (plus 4400), dem Gastgewerbe (plus 4000) sowie dem Gesundheitswesen (plus 3100) werde es die meisten neuen Arbeitsplätze geben. In Brandenburg liege die Pflegebranche vorne (plus 1500), es folgten Logistik-Dienstleister (plus 1300), das Baugewerbe (plus 900) sowie Gesundheit und Handel (jeweils plus 800). 2016 hatten die Unternehmen in beiden Bundesländern mehr als 77.000 neue Jobs geschaffen. „Wir bekräftigen daher unsere Wachstumsprognose von rund zwei Prozent mehr Wirtschaftsleistung für 2017 – in Berlin ebenso wie in Brandenburg“, resümierte der UVB-Hauptgeschäftsführer.

Mit Blick auf den zusätzlichen Fachkräftebedarf in den nächsten Jahren kümmerten sich die Unternehmen schon heute intensiv um mehr Ausbildung, sagte Amsinck weiter. So hätten die Unternehmen in Berlin und Brandenburg in den vergangenen beiden Jahren mehr als 2700 zusätzliche Lehrstellen angeboten. Oft gelinge es aber nicht, diese Plätze mit den passenden Jugendlichen zu besetzen. Viele Betriebe stellten zudem Fachkräfte aus dem Ausland ein. Amsinck erneuerte das Angebot der Wirtschaft an den Senat, 2000 Arbeitslose und Geflüchtete in den Berufsbildungswerken der Branchen auf Ausbildung und Arbeit vorzubereiten. Hier müsse die Politik aber Hilfestellung leisten.

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.

(Redaktion)


 

 

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