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Verbotene Filme: Winter adé

Verbotene Filme: Winter adé - Eine Veranstaltung mit der Regisseurin Helke Misselwitz

Der Dokumentarfilm Winter adé der Regisseurin Helke Misselwitz entführt in Lebenswelten der DDR kurz vor ihrem Ende. Zu Wort kommen Frauen – sie äußern sich freimütig, offen und unverstellt. Dies war im Jahr 1988 eine Sensation.

Winter adé wird zum Auftakt der Reihe Verbotene Filme – der andere sozialistische Realismus am Donnerstag, 07.05.09, 18.30 Uhr in den Tilsiter Lichtspielen (Berlin-Friedrichshain, Richard-Sorge-Str. 25a) gezeigt. Im Anschluss an die Aufführung besteht die Möglichkeit zu einem Gespräch mit der Regisseurin. Die Veranstaltung wird von der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin in Kooperation mit den Tilsiter Lichtspielen und der Evangelischen Kirchengemeinde Galiläa-Samariter angeboten.

Winter adé beschreibt eine fiktive filmische Reise vom Süden der DDR bis auf die Insel Rügen im Norden. Die Regisseurin porträtiert Frauen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Kontexte: eine Werbeökonomin, eine Brikettarbeiterin, Punkmädchen, eine Heimleiterin, Mütter, Alte und Junge. Sie alle erzählen sehr persönlich von ihren Hoffungen, Sorgen, Wünschen und Enttäuschungen im „real existierenden Sozialismus“. Heiterkeit durchzieht den Film, manche Situationen wirken beklemmend, andere poetisch, und es gelingt der Regisseurin, die Würde ihrer Gesprächspartnerinnen hervortreten zu lassen.

Der Filmtitel ist Programm: Winter adé veranschaulicht die morbiden Verhältnisse in den letzten Jahren der DDR und erzählt zugleich von dem Wunsch nach Veränderung, danach, auf der Reise durch das Leben die eingefahrenen Gleise zu verlassen. Der Film ermöglicht einen differenzierten Einblick in das Leben von Frauen in der DDR. Er lädt zum Nachdenken über Geschlechterrollen und die Tücken der Gleichstellung von Frauen ein – damals wie heute.
„Eine sensible Dokumentation, die politische Tabus bricht, außerordentlich auch durch die eindrucksvolle Kameraarbeit. – Sehenswert.“ (Lexikon des deutschen Films)

Der Film wurde auf dem 31. Leipziger Dokumentarfilmfestival 1988 begeistert aufgenommen und mit der Silbernen Taube ausgezeichnet. Im DDR-Fernsehen wurde er nicht ausgestrahlt.

Helke Misselwitz ist heute Professorin für Regie an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg und Mitglied der Akademie der Künste.

Mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Kinemathek
Der Eintritt kostet 3,- €.

(Redaktion)


 


 

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