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  • 01.07.2015, 10:24 Uhr
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  • Berlin
Verbraucher

Telematik: Daten-Striptease lohnt sich noch nicht

Das gemeinnützige Online-Verbrauchermagazin Finanztip aus Berlin hat untersucht, ob sich Telematik-Tarife für Autofahrer überhaupt lohnen.

Wer umsichtig Auto fährt, soll bis zu 40 Prozent weniger für seine Kfz-Versicherung zahlen. Das versprechen sogenannte Telematik-Tarife, die immer häufiger angeboten werden. Eine entsprechende Technik im Auto überwacht die persönliche Fahrweise. Das gemeinnützige Online-Verbrauchermagazin Finanztip aus Berlin hat untersucht, ob sich das für Autofahrer überhaupt lohnt. Das Ergebnis: Mit einem Anbieterwechsel können Kunden aktuell mehr Geld sparen als mit einem Telematik-Tarif.

Aus Datenschutzgründen sehen Verbraucherschützer wie Finanztip die Telematik-Tarife kritisch. "Es lohnt sich in den meisten Fällen gar nicht, sich von der Versicherung überwachen zu lassen", sagt Saidi Sulilatu, Versicherungsexperte von Finanztip. "Wer bei der Autoversicherung sparen möchte, sollte einfach seinen aktuellen Tarif überprüfen und bei nächster Gelegenheit zu einem günstigeren Angebot wechseln." Alleine durch den Wechsel können Autofahrer oft mehrere hundert Euro im Jahr sparen - ganz ohne Dauerüberwachung.

Telematik beurteilt den Fahrstil

Die Autoversicherung der Sparkassen S-Direkt und die Signal Iduna bieten bereits Telematik-Tarife an. Andere Versicherer wie Huk-Coburg, Axa und Allianz wollen bald nachziehen. Die nötigen Daten speichert eine Box im Auto oder eine bestimmte Software auf dem Handy. "Für die Technik muss der Versicherte teils um die hundert Euro zahlen, was die Tarife noch unattraktiver macht", erklärt Sulilatu. Bewertet wird der Fahrstil zum Beispiel anhand von Geschwindigkeit, Beschleunigung, Bremsen, Kurvenverhalten oder Nachtfahrten. Allerdings ist unklar, welches Fahrverhalten im Detail zu günstigeren Beiträgen führt. Versicherer könnten eine Police auch kündigen, wenn der Kunde zu riskant fährt.

Versicherungswechsel lohnt bisher mehr als Telematik

Finanztip hat anhand von vier Musterfällen fünf Versicherungen verglichen, die einen Telematik-Tarif anbieten oder demnächst anbieten wollen. Die Experten kommen zu dem Ergebnis, dass sich ein Anbieterwechsel aktuell meist mehr lohnt als ein Telematik-Tarif. Versicherte der geprüften Anbieter können auch ohne Telematik im Schnitt fast 25 Prozent sparen, wenn sie zum jeweils günstigsten Anbieter wechseln. In der Spitze sind sogar Einsparungen bis zu 44 Prozent möglich. Die Telematik-Anbieter werben mit möglichen Ersparnissen zwischen 20 und 40 Prozent. Sollten sich die Telematik-Tarife flächendeckend durchsetzen, dürften klassische Tarife teurer werden, schätzen die Finanztip-Experten. Denn Versicherer könnten dann davon ausgehen, dass Fahrer ohne Telematik riskanter fahren. Weitere Informationen zu den Telematik-Tarifen unter: http://www.finanztip.de/kfz-versicherung/telematik-tarif/

(Redaktion)


 

 

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