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  • 31.07.2017, 10:34 Uhr
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  • Berlin
VERKEHRSWESEN / KOMMENTAR ZU BERLINRASER

Anzahl der Fahrschüler pro Fahrschule bundesweit gestiegen: Fahrqualität, Verkehrswissen und Rücksicht aber sinkt in Berlin

Fahrschulen ziehen für das Jahr 2017 überwiegend eine positive Bilanz. Der Kundenzuwachs und das erhöhte und aggressive Verkehrsaufkommen in Berlin bewog Business On-Redakteurin Manuela Waller zu einem Kommentar.

Im Vergleich zum Vorjahr konnten Fahrschulen einen Kundenzuwachs von 11 % verzeichnen, so das Ergebnis der halbjährlichen repräsentativen Umfrage von Moving unter 300 deutschen Fahrschulen. Das ist natürlich eine gute Meldung für die Autoindustrie generell.

Gleichzeitig sinkt aber in Berlin und anderswo die Fahrqualität: so rasen Fahrer auch bei Tempolimits  an ausgewiesenen Kindergärten und Schulen vorbei, Blinkersetzung wird nur noch in Ausnahmefällen getätigt (insbesondere bei jüngeren Fahrern scheint diese Funktion nicht bekannt zu sein) und das rücksichtsvolle Fahren wie z.B. Reißverschlußverfahren bei Staus ist gänzliche Seltenheit auf Berlins Straßen und für die Mobilität in deutschen Städten, aber auch auf dem Land, wo es wenig Alternativen gibt.

Es herrscht Wild West auf Berlins Strassen - der tägliche Terror auf Berlins Strassen ist gefärlich

Man fragt sich, ob einige den Führerschein im Lotto gewonnen haben oder diesen benutzen, Aggressionen abzubauen: der Stinkefinger ist in Berlin mittlerweile das einzige Zeichen, das regelmäßig  eingesetzt wird unter Autofahrern. Ausgewiesene  Parkschilder für Frauenparkplätze oder Behindertenparkplätze sind ebensowenig bekannt, wie Tempolimits und die Begrenzung generell innerhalb Ortschaften. Auch illegale Strassenrennen und Abzubiegen ohne zu Blinken ist lebensgefährlich und fordert Opfer.

Bleibt die Frage ob die Fahrschulen hier mehr in die Pflicht oder auch die Verkehrspolizei aufgestockt  und strikter handeln muss (Vorbild die Straßencops in der USA) - um den Terror auf Berlins Straßen endlich Einhalt zu gebieten. Radikale Führerscheinentzug bei Verkehrsdelikten und Überschreitungen würde das Stau- und Parkplatzproblem im Nu lösen: Berlin wäre leer – und endlich frei von Abgasen und frei für Fahrradfahrer und Fussgäger und Autofahrern, die die Regeln und ihre Mitbürger achten.

Der Deutsche zeigt sich beim Autofahren aggressiv - striktere Überwachung wäre nötig

Aber noch ist das Auto des Deutschen liebstes Kind – dient dem eigenen Ego und wird tag täglich gegen andere eingesetzt. Autofahren ist mehr und mehr zum Psycho-Ablass geworden. Und je mehr Menschen aus dem Umland zum Arbeiten in die Stadt rasen, desto ungemütlicher wird es für den Rest. Insbesondere Havelländer scheinen keine Rücksicht auf die Berliner zu nehmen, da Sie ja tagtäglich wider raus aus der Stadt fahren – und das mit Drängeln und Schimpfen – insbesondere ältere Autofahrer haben da keine Chance beim Verdrängungswettbewerb im Feierabendverkehr.  Wer nicht Platz macht, wird gnadenlos angehupt, überholt, beschimpft und weggedrängt.

Die befragten Fahrschulen sind mit der Anzahl der Fahrschüler, dem erzielten Umsatz und dem aktuellen Betriebsergebnis größtenteils sehr zufrieden. "Wir gehen davon aus, dass sich diese positive Tendenz auch im ersten Halbjahr des Jahres 2017 fortsetzen wird", so Jörg-Michael Satz, Präsident von Moving.

Der Trend steigender Fahrschülerzahlen und wachsender Umsätze ermutigt zudem jede zehnte Fahrschule im laufenden Jahr eine Expansion ihrer Betriebsstätten anzustreben, bei großen Fahrschulen sind es 17 %, die eine weitere Betriebsstätte planen.

Bleibt zu wünschen, dass die Fahrschulen künftig ein psychologisches Training anbieten und die Nützlichkeit von Verkehrsschildern besser erklären – zudem auch das Wissen vermitteln, dass wenn Ampelschaltungen in der Stadt sind, es keinen Sinn macht, alle zu überholen, weil man sich irgendwo bald wieder an einer roten Ampel trifft (die auf 50 km/h Verkehrsfluss geschaltet sind). Und Schlangenlinienfahren (ohne Blinker die Spuren ständig wechseln) nervt und behindert alle. Wer das nicht einsieht, sollte keinen Führerschein bekommen, sondern seinen Tretroller nehmen und im Sandkasten üben.

Weitere Ergebnisse der Umfrage zum Movin Fahrschul-Klima-Index, finden Sie auf der Seite www.moving-roadsafety.com/moving-fahrschul-index.

Moving ist eine Interessenvereinigung europäischer Verkehrsverlage und Unternehmungen, die im Bereich der Fahrerlaubnisausbildung tätig sind. Moving möchte durch weitergehende Professionalisierung der Fahrerlaubnis-Ausbildung in allen Führerschein-Klassen sowie Förderung von Verkehrserziehung in Kita und Schule einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit leisten.

(Redaktion)


 

 

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