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Studie DIW Berlin

Vermögensverteilung in Deutschland - 10% der Deutschen verfügt über 2/3 des Einkommens

Rund zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland verfügen über kein oder nur ein sehr geringes Vermögen. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in dem Wochenbericht vom 7. November 2007. Demnach verfügen 10% der Deutschen über 2/3 des Gesamtvermögens.

Im Durchschnitt beträgt das individuelle Nettovermögen rund 81 000 Euro. "Aufgrund der sehr ungleichen Verteilung liegt der mittlere Wert nur bei etwa 15. 000 Euro", sagte DIW-Forscher Markus Grabka. Dies ist der Wert, der die reichere und die ärmere Hälfte der Bevölkerung trennt.

Grundlage ist die Vermögenserhebung im Rahmen des sozio-oekonomischen Panels (SOEP), die erstmals eine Analyse der Vermögensverteilung auf individueller Ebene erlaubt.

Vermögensverteilung in Deutschland
Das reichste Zehntel der Bevölkerung besitzt fast zwei Drittel des gesamten Vermögens, dagegen verfügen mehr als zwei Drittel der Bevölkerung nur über einen Anteil am Gesamtvermögen von weniger als zehn Prozent.

Ost & West
Westdeutsche besitzen mit knapp 92 000 Euro mehr als doppelt soviel Vermögen wie Ostdeutsche. Hier kommt vor allem die niedrigere Eigentumsquote und der geringere Verkehrswert von Immobilien in Ostdeutschland zum Ausdruck. Beim Geldvermögen haben die Ostdeutschen bereits fast 60 Prozent des westdeutschen Niveaus erreicht. Die Verschuldung ist mir rund 9 000 Euro nur halb so hoch wie im Westen. Gemessen am Nettovermögen ist die Bevölkerung in den neuen Bundesländern aber höher verschuldet als im Westen.

Personen mit Migrationshintergrund verfügen sowohl in West- als auch in Ostdeutschland nur über jeweils weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Vermögens. Da westdeutsche Migranten häufiger nennenswertes Betriebsvermögen haben, ist ihr durchschnittliches Vermögen allerdings höher als das der einheimischen Bevölkerung in Ostdeutschland.

Mann & Frau
Auch zwischen Männern und Frauen zeigen sich große Unterschiede beim individuellen Nettovermögen. Männer besitzen durchschnittlich rund 96 000 Euro (mittlerer Wert 20 000 Euro), Frauen nur etwa durchschnittlich 67 000 Euro (mittlerer Wert 10 000) Euro. Das höchste Nettovermögen nach Altergruppen besitzt mit knapp 130 000 Euro die Gruppe der 56- bis 65-jährigen.

Von Zinsen leben
Der Anteil der Unternehmens- und Vermögenseinkommen am gesamten Volkseinkommen hat von 1996 bis 2006 um knapp 4 Prozentpunkte auf 33,8 % zugenommen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von Vermögenseinkommen und der stark ungleichen Vermögensverteilung sollte die Reform der Erbschafts- und Schenkungssteuer überdacht werden, da die Steuersätze im internationalen Vergleich gering und die Freibeträge bereits sehr umfangreich sind.

(Redaktion)


 


 

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10 Kommentare

von aquarius2
01.12.07 21:56 Uhr
Stabile Strukturen

Bei der festgestellten Vermögensverteilung handelt es sich um gefestigte Strukturen in Deutschland, denen durch Neiddiskussion, unangemessene gewerkschaftliche Lohnforderungen und Mindestlohn Gefahr droht.
Wenn diese Vermögensverteilung so verändert werden würde, dass 10% der Bevölkerung nur noch 75% des Vermögens besäßen, dann wäre der Standort Deutschland gefährdet - so, wie er ist.

Wie blöd sind eigentlich die Deutschen (90%), dass sie diese staatlich geförderte Raffsucht einer Minderheit einfach so dulden?

von fiat1punto
02.06.08 21:46 Uhr
Vermögen verteilen

Über 5 Billionen Euro sind in Deutschland als Geldvermögen gebunkert,
dieses Kapital hat nur die eine Funktion: sich weiter zu vermehren.
Der Staat hat 1,5 Billionen Schulden. Bund, Länder und Kommunen geben im Jahr etwa 1 Billion Euro im Haushalt aus.
Nun folgt eine schöne Rechnung: Man nehme die 5 Bill.Vermögen, bezahle die Staatsschulden und finanziere für 3 Jahre die Haushalte von Staat, Ländern und Kommunen ohne Steuern zu erheben.
Der Mann, der das anordnet, wird zwar aufgehängt oder erschossen, aber ansonsten geht es den meisten Menschen besser.

von TC
11.07.08 11:02 Uhr
Annreize schaffen

Wenn man es einer Spezies (z.B. Mensch) ermöglicht, auch ohne jegliche Erwerbstätigkeit einen gewissen Mindest-Lebensstandard zu haben, muß man sich nicht wundern, wenn diese Spezies sich mehrheitlich dem entsprechend entwickelt. Für ein paar Euro/mtl. mehr den ganzen Tag arbeiten.. Wozu ?

von toky
26.07.08 23:18 Uhr
anfrage

Warum ist der Rentensatz für uns Ostdeutsche immer noch niedriger als im Westen? Wir konnten doch kaum Vermögen bilden, weil das in der "Planwirtschaft" nicht möglich war. Wenn man von Rentenhöhe spricht muß man doch auch von Vermögensbildung davor sprechen, alles andere wäre doch ungerecht. Die große Ungerechtigkeit der nachfaschistischen Zeit bestand doch in der Trennung Deutschlands. Konnten wir dafür, daß uns die Russen ausgeraubt haben und zerstört haben? Die einzige Antwort die der Westen hatte war lediglich in Berlin eine Straße nach dem 17. Juni zu benennen. Nicht eine DM hatte der Westen übrig für den Aufbau zerstörter Kulturgüter, z.B. die Schlösser in Berlin und Potsdam (In München sind keien Schlösser zerstört worden) aber als dann die Ruinen nach 20 Jahren beseitigt wurden war das Geschrei groß, insbesondere von den 10% der Bevölkerung, die 2/3 des Vermögens besitzen. Diese Ungerechtigkeit geht jetzt weiter. Eines Tages wird das so manchem Politiker noch bitter aufstoßen. Für viele Ostdeutsche gibt es zur Zeit nur die eine Frage: Links oder Rechts!

von BärBel
22.08.08 14:23 Uhr
es hat System

in diesem Land den Armen oder Ärmeren zu nehmen um es den Reichen zu geben. So lange Geld ein Selbstzweck zu sein scheint dem alles geopfert wird, werden die eines gar nicht so fernen Tages allein aus den Zinsgewinnen alles haben und der Rest nichts mehr, damit die Leibeigenschaft wieder kommen weil es keine Geld mehr zu holen gibt. Heutige Löhne sind schon oft Armutslöhne die kaum mehr Lebensstandart hergeben als es einem Sklaven zugestanden wurde.
.
Diese SozialSchmarotzer (weil wir alles dafür bluten) der Megaklasse gehören so beahndelt wie sie zb kleine Hartz IV Betrüger ans Messer liefern wollten und die würde man am liebsten wohl lynchen wenn sie sich nicht auch ausplündern lassen.

Lange wird es hoffendlich nicht mehr dauern bis die 2/3 dies raffgierige 1/3 so rücksichtslos ausnimmt wie man selbst ausgenommen wurde. Und dann geht es in einen neue Runde bis wieder eklatante Zustände ein Umkippen erzwingen und dies wird sich fortsetzen bis das Übel "Zins" & "Zinseszins" endlich abgeschafft wird. Was dann für alle anderen ein Wohl, ist für die passionierten Raffkes der Untergang - schön so, aber nu ist genug geträumt.

von Der Gerhard
16.10.08 15:00 Uhr
Logisches Ende

Die derzeitige Finanzkrise zeigt möglicherweise, dass das ganze Finanzsystem wie vorhanden, nicht funktionieren kann.
Die Geldmenge allein in Deutschland wird derzeit auf ca. 2 Billionen Euro geschätzt, für die in irgend einer Form eine Rendite von jährlich sagen wir 5% erwartet wird. Diese Rendite muß durch Zinsen und Dividenden direkt oder indirekt von der gesamten Bevölkerung aufgebracht werden.
Diese Zinsen werden nicht nur über eigene Verschuldung erbracht, sondern auch bei jedem Kauf, da die Zinsen für die Kreditaufnahmen der Produzenten und der gesamten Handelskette in den Kaufpreis mit eingeht, sowie über Steuern, mit denen die Staatsverschuldung finanziert wird.
Also 100 Mrd./Jahr. Macht pro EinwohnerIn 1.250 Euro. Die Geldmenge wächst jährlich um ca. 10%, eben durch diese Zinsen und Dividenden aber auch durch Mieten. Da das neue Kapital im nächsten Jahr auch wieder angelegt wird, müssen auch 10% mehr Zinsen aufgebracht werden und so geht das weiter.
Da aber das Einkommen des überwiegenden Teils der Bevölkerung, eben dieser 90%, nicht entsprechend steigt, kommt zwangsläufig irgend wann der Punkt, an dem nicht mehr ein ausreichender Teil der Bevölkerung in der Lage ist, diese Zinsen zu erwirtschaften. Durch die eingegangenen Verpflichtungen der Banken kommt es zum Crash und zum Dominoeffekt.
An diesem Punkt sind wir jetzt und alle reden über faule Kredite und zu hohe Risikobereitschaft aus Raffgier. Aber den Kern des Problems benennt keiner, weil das wirklich Alles in Frage stellen würde.

von Banker
08.02.09 16:19 Uhr
Reform

Neiddiskussionen bringen gar nix. Ich selber bin Angestellter , war nie arbeitslos. Mein Vater ist seit 40 Jahren Beamter-Mutter ist Hausfrau. Bei uns wurde immer sparsam gelebt. Opa war Landwirt und wir haben viel Ackerland , Wald und Bauland . ( Bauland wurde teilweise vermessen und gut verkauft ). Da ich selber das Geld in einer Sofortrente angelegt habe und keine überteuren Autos ( ab 50000 Euro ! ) fahre , die Ich mir bei 270000 Qm Land durchaus leisten könnte, beziehe Ich eine Sofortrente von 3100 Euro nach Steuern.
Da dieses System ( ich verdiene bei meinem derzeitigen Arbeitgeber 2100 Euro brutto und soll bald nur noch nach Mindestlohn bezahlt werden, überlege Ich mir schon wie solch ein System weiterfunktionieren kann.

Ich sehe es so: Die Lage wird sich weiter zuspitzen -> Löhne werden gekürzt-> es kommt wieder zu einem "künstlichen Aufschwung" -> und die Depression beginnt von vorn. Der ehrliche Arbeiter , der jeden Morgen zur Arbeit fährt , seinen Lohn für Wasser, Kleidung braucht ist hier , in diesem System der Dumme. Würde man hier eine Vermögenssteuer einführen , würde das System zusammenbrechen, da dann die wohlhabenden in Ausland gingen , Immobilien verkauft werden und sich keiner mehr sozial engagieren würde.

Tipp: Wer viel übrig hat, der sollte sein Geld gut verzinst anlegen bei einer deutschen Bank ( Angebote einholen,
Wer etwas im Monat übrig hat und noch jung , sollte Silbermünzen sammeln , dass seine Rentenpolster gesichert ist.
Wer reich ist , sollte sich ein Haus in Spitzenlage kaufen ( bar bezahlt natürlich) und Eigentumswohnungen ( am besten 1 Zimmer Appartements vermietet ( Blockweise ) dann wird nichts schiefgehen.

Gruss

von Oliver
28.08.09 14:33 Uhr
Studier Ökonomie, Homo Faber!

1.
Das Kapital kann darum verzinst werden, weil jemand Arbeit rein steckt und so ein Produkt (bzw eben das Geld) veredelt.
= Wertschöpfung
Ohne die Wertschöpfung und somit die Veredelung der Produkte verlierst Du den Vorteil gegenüber anderen Ländern. Bei gleicher Arbeit sinkt Dein Lohn.

2.
Zinsen gibt es darum, weil ich eine Entschädigung haben will, wenn ich Dir mein Geld ausleihe. Gibt es das nicht, bekommst Du kein Geld für Investitionen und Innovationen. Dann verlierst Du. Alles.

3.
Minimallöhne und subventionierte Stellen (auch Agrar, ..) sind der Untergang der Wirtschaft: es werden falsche Anreize geschaffen und nicht-rentables weiter am Leben erhalten.
Für je mehr Leute es sich lohnt keine Weiterbildung zu machen, desto weniger Innovativ bist Du, desto eher wirst Du von China überholt - Dein Lohn sinkt.

4.
Eine Arbeitslosenquote von 5 bis 12% ist Gesund und gehört zum System. ALLE Produktionsfaktoren werden unrentabel wenn a) nicht genügend Menschen (Arbeitslose) zur Verfügung stehen und b) eine Auslastung von 100% erreicht wird.

Du musst Dir 10% Arbeitslose als Staat leisten können. Du musst aber dafür sorgen, dass keine Anreize bestehen vorsätzlich Arbeitslos zu sein. Schulausbildung gehört kostenlos.

5.
Wenn Du die Steuern erhöhst um die Umverteilung an die "armen" zu ermöglichen, bleiben dann die Reichen? Warum sollten die bleiben? Warum? Warum? Warum?
Wenn Du die Steuern weiter erhöhst, wirst Du keien 10% Bevölkerung haben, die 2/3 des Geldes besitzt: Du wirst 100% haben die zwar zu essen aber keinen Strom hat. Und die bezahlen auch keine Steuern mehr.

6.
Du musst Arbeit, Boden und Kapital schützen. Es gehört dem, der es erwirtschaftet hat. Ist das nicht so, reist es ab. "Meine Herren, das Geld ist da zuhause wo es sich wohl fühlt."

7.
Wissen, Bildung und Zugang zu Krediten stehen allen Personen einfach zur Verfügung. Uneingeschränkt. Nur so erhälst Du einen Wettbewerbsvorteil.

9.
Halte die Steuern so tief wie möglich. 20% sind genug. Du brauchst nicht die Armen zu ernähren, Du machst aus den Armen Arbeiter weil mehr Firmen erblühen wenn Du tiefe Steuern verlangst. Vielleicht kreierst Du gar einen Dr. Phil. II wenn Du ihm das Studium zahlst?

10.
Die Globalisierung ist ein Fakt. Ob Du willst oder nicht. Es ist so. Du stehst in Konkurrenz mit China, Japan, USA, Schweiz in ALLEN BELANGEN.

LAST:
- Studier' Ökonomie, Homo Faber!
- Bedenke die Abhängigkeiten wenn Du höhere Steuern willst
- Finde Deinen komperativen Vorteil

von Arne
19.03.10 12:43 Uhr
„Vorsätzliche Arbeitslosikkeit“?

@Oliver: Und wer bezahlt die 10% Arbeitslosen, die Polizei (für jeden) die Schulbildung (für jeden), …?

Und was ist „Vorsätzliche Arbeitslosigkeit“?

Bei 6 Millionen Arbeitslosen aber nur 800.000 offenen Stellen? Da können schon rein rechnerisch 5 Millionen der Arbeitslosen nicht „vorsätzlich Arbeitslos” sein, denn es gibt gar keine Stellen für sie. Und damit ist das „Problem” der „vorsätzlichen Arbeitslosigkeit” schlicht und einfach vorsätzliche Realitätsverzerrung im Interesse derer, die Arbeitslosen das Leben noch schwerer machen wollen.

von Uff
09.03.11 02:01 Uhr
ökonomie

1.
Kapital schafft Leistungsloseseinkommen, da der Zins vom Arbeiter erwirtschaftet wird, er ihn aber nicht erhält sondern der Kapitaleigner

2.
Wer sein Kapital (Maschiene, Bargeld,..) nicht mehr für die Produktion benötigt soll es verkaufen/eintauschen oder verschenken (auf Zeit oder auf Dauer)
Im Mittelalter besaßen die Herscher (Feudalherren) das Land welches in einer Agrargesellschaft das Kapital war. Damit die Menschen leben konnten musste das Feld bestellt werden. Den Ertrag mussten die Bauern an den Herren (zu großen Teilen) abgeben. damals standen Freiheitliche auf, heute verteidigen sie dieses System.

3.
Der Agrarbereich ist vielleicht nicht rentabel, jedoch der wichtigste Wirtschaftsbereich einer Volkswirtschaft. Ohne Autos kann man leben, ohne Nahrung nicht. Wer sich im Agrarbereich vom Ausland (in zu großem Maße) abhängig macht wird untergehen.

4.
Arbeitslosigkeit nutzt dem Kapitaleigner, da er so Angst nutzen kann um Löhne zu drücken. Dies steigert nicht die Wirtschaftlichkeit es ändert nur die Anteile von Kapitaleigner und Arbeiter am Gewinn

5.
"Geld" wie der Euro ist nichts wert, es sind nur Werte per Gesetzt. So lange die Maschienen hier stehen und die Menschen hier produktiv sind wird es immer eine Wirtschaft geben. Somit Steuern, Sozialleistung, Infrastruktur,...
Kapitalflucht kann man verhindern wenn man will.

6.
"Du musst Arbeit, Boden und Kapital schützen. Es gehört dem, der es erwirtschaftet hat. Ist das nicht so, reist es ab"
Du hast recht, aber wahrscheinlich hast du dich unabsichtlich verschrieben. Den wer ERWIRTSCHAFTET das Vermögen - der Lohnarbeiter oder der Anteilseigner?

7.
Wissen, Bildung und Zugang zu Krediten sollten allen Personen gleich zur Verfügung stehen - tuen sie aber nicht.

9.
Niedrige Steuern sind richtig. ABER bedenke: jemand dessen Bedürfnisse zu einem hohen Grad gesättigt sind legt sein Geld seltener inovativ als renditesichernd an. Folge: Kapitalkonzentration, Steigerung der Abhängigkeitsverhältnisse.

10.
Die Globalisierung ist ein Fakt. Wie wir reagieren ist aber uns überlassen.

 

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