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Verkehr / Flughafen Schönefeld

Schadensersatzansprüche - Folgen der Verschiebung der Flughafeneröffnung

Die Verschiebung der Eröffnung des Flughafen Schönefelds wirft neben dem Bau zusätzliche, möglicherweise millionenschwere Schadensersatzansprüche auf.

Schon der Bau des neuen Flughafens im Süden Berlins verschlingt rund 2,5 Milliarden Euro. Die Verschiebung der Eröffnung wirft aber zusätzliche, möglicherweise millionenschwere Schadensersatzansprüche auf. Ein "Exerzierfeld für Juristen" sieht der Fachanwalt Matthias Druba auf die Beteiligten zukommen, wenn es darum geht, wer am Ende zahlt.

"Umplanung, Stornierung, entgangener Gewinn" nennt der Anwalt der bundesweit operierenden Sozietät FTP als Stichworte, um die sich im Anschluss an die Verschiebung Schadensersatzforderungen drehen könnten. Möbelpacker, deren Termine geblockt sind, Delikatessenläden, die Frischware geordert haben, sind einige Beispiele für kleine Summen, die von der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) gefordert werden können. Große Summen kommen zustande, wenn Air Berlin oder Lufthansa beispielsweise ihre Flugpläne umstellen oder gar Tickets erstatten müssen, weil Flüge wegen Überlastung der bestehenden Flughäfen Tegel und Schönefeld nicht in der gebuchten Menge abgewickelt werden können.

Druba räumte ein, ihm sei nicht bekannt, wie die Verträge genau gestaltet seien. In der Regel ließen sich Schadenersatzansprüche durch Verzögerung nur bei unvorhersehbaren Erschwernissen ausschließen. "Brandschutz ist aber vorhersehbar", sagte Druba. Seltsam erschien ihm auch, dass den direkt Verantwortlichen die Verzögerung erst am Montag offenbar geworden sein soll. Die Regeln ehrbarer Kaufleute beinhalteten, dass der Partner jederzeit "wahrhaft und richtig" über möglicherweise entstehende Risiken informiert werden müsse.

Wenig Schaden für Fluggäste

Als mögliche Gegenstrategie der FBB bei der juristischen Aufarbeitung der Verschiebung führte Druba an, dass es am Anfang des Betriebs eventuell gar keinen Gewinn gibt, sondern dass der enorme Aufwand, den die Airlines betreiben, eher zu Verlusten geführt hätte.

Den Fluggästen, die in der bevorstehenden Urlaubssaison nicht vom neuen Airport starten können, dürften dagegen nach Drubas Ansicht kaum Schäden entstehen. Am Ende laufe es vermutlich darauf hinaus, dass sie von einem der beiden alten Airports abheben. "Und dadurch eventuell entstehende höhere Taxikosten können kaum geltend gemacht werden." Bei Verspätungen oder Flugausfällen würden die allgemeinen Regeln für Erstattung im Luftverkehr greifen, die die Fluggesellschaften dann wiederum der FBB in Rechnung stellen könnten.

(dapd Thomas Rietig)


 


 

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