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Transparency International fordert

Verzicht auf Vergünstigungen für Aufsichtsräte

Vor dem Hintergrund der Diskussion um den Lufthansa-Freiflug des ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske hat Transparency International zum Verzicht auf Sonderleistungen für Aufsichtsratsmitglieder aufgerufen.

Der stellvertretende Vorsitzende der deutschen Sektion der Antikorruptionsorganisation, Peter von Blomberg, sagte der «Frankfurter Rundschau» (Dienstagausgabe) bezüglich der Leistungen wie Freiflüge oder Rabatte beim Autokauf: "Meine Empfehlung an die Unternehmen lautet: schafft diese Vergünstigungen für Aufsichtsräte ab». Es müsse klar sein, was Aufsichtsräte für ihre Kontrolltätigkeit vom Unternehmen erhielten.

Das ist laut Blomberg bei einer Entlohnung, die nur aus Geld bestehe, der Fall. «Wer darauf verzichtet, persönliche Vergünstigungen zu gewähren, vermeidet Missverständnisse und alle Spekulationen über Interessenskonflikte«, sagte Blomberg.

Den Aufsichtsräten der Deutschen Lufthansa stehen nach Informationen der «Stuttgarter Nachrichten» (Dienstagausgabe) Freiflüge in unbegrenztem Umgang zur Verfügung. Ein Lufthansa-Sprecher sagte dem Blatt, eine Kontingentierung sei nicht vorgesehen. Allerdings sei diese Vergünstigung bisher nur in geringem Ausmaß genutzt worden. Im vergangenen Jahr erhielten die 20 Aufsichtsräte zusammen 89 000 Euro an Zusatzbezügen, bei denen es sich überwiegend um Sitzungsgelder und zu einem kleineren Teil um «Beförderungsvergünstigungen» handelte.

Christian Strenger, Mitglied der Regierungskommission zur Corporate Governance, kritisierte in der Zeitung die Vergütungspolitik der Lufthansa. Der Kodex der Unternehmensführung sehe «eindeutig vor, dass die Vergütung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einzeln und nach Bestandteilen getrennt ausgewiesen werden soll. Es reiche nicht aus, Extraleistungen für alle zusammen auszuweisen.» Aufsichtsräte, die zu hohe Extraleistungen erhalten, «könnten bei der Kontrolle der Arbeit des Vorstands beeinflusst werden und versucht sein, nicht so genau hinzuschauen», sagte das Mitglied im Aufsichtsrat der DWS-Investment GmbH.

Im Deutschlandradio Kultur sagte Strenger, daran, dass Aufsichtsratsmitglieder Gratisflüge antreten, sei grundsätzlich nichts auszusetzen. Es müsse nur transparent gemacht werden und angemessen sein. Von Bsirske sei es »zumindest taktisch nicht sehr geschickt« gewesen, dieses Recht in Anspruch zu nehmen. Die parallele Arbeit Bsirskes als Gewerkschaftsvertreter und Aufsichtsratsmitglied eines Unternehmens, sei vertretbar, sagte Strenger.

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von SwiftyMorgan
05.08.08 21:52 Uhr
Ich kann gar nicht so viel fressen ...

wie ich kotzen könnte , wenn ich diese verfettete Gilde der Gewerkschaftsbosse sehe. Früher sicher auch mal mit den eigenen Überzeugungen zum Kampf bereit stehen sie heute durch die Bank weg an den Futtertrögen derer , die sie eigentlich als Gegner haben. Und niemand findet etwas anstössig dabei. Was bitte macht so ein Gewerkschaftsboss den ganzen Tag , wenn er in diversen Aufsichtsräten vertreten ist ? Jeder der RICHTIG arbeiten muss, weiss, dass er 100 % nur in einem Job richtig machen kann, aber für bestimmte Mitmenschen scheint diese Regel nicht zu gelten ....

würg ...

 

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