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Weltumrundung

Unternehmerin Heidi Hetzer übergibt an Dinnebier und fährt auf neue Mission

Die Berliner Rennfahrerin Heidi Hetzer ist 77, gibt ihr Unternehmen ab und geht auf Weltreise. Am Sonntag startete sie ihre Weltumrundung in Berlin – mit einem jungen Begleiter, viel Medienrummel und einem Auto, das älter ist als sie selbst.

Ihre Beweggründe für ihren (Un-) Ruhestand erklärt Heidi Hetrzer der Presse folgendermaßen: „Nach über 93 Jahren ist die Ära Opel HETZER zu Ende gegangen. Ich werde um die Welt fahren und dabei kann ich meine Autohäuser und Mitarbeiter nicht mitnehmen. Deshalb habe ich am 1. August 2012 unsere beiden Standorte in Charlottenburg und Steglitz an das Autohaus Dinnebier » übergeben. Dieser Schritt fiel mir nicht leicht, aber ich sehe in der Übernahme durch die Firma Dinnebier » die bestmögliche Weiterführung unseres traditionellen Familienbetriebes in meinem Sinne. Er sichert den Bestand des Unternehmens und die Beschäftigung aller Mitarbeiter über Jahre hinaus. Für Sie, liebe Kundinnen und Kunden, bleibt nach der Übernahme alles wie gehabt. Ihre Ansprechpartner stehen Ihnen mit den gewohnten Leistungen rund um die Marke Opel auch weiterhin kompetent und zuverlässig zur Verfügung.“

Nun tourt sie um die Welt, denn, so meint sie, ihr läuft die Zeit weg. Durch Probleme mit Organisation, Begleiter und Auto ist sie bereits drei Monate zu spät dran. Der Winter in der Mongolei ist nichts für diese Oldtimer-Auto, das zwingt sie zur Eile. Mit demjenigen, der ursprünglich mitfahren wollte, hat sie sich offenbar überworfen. Der Neue (25jährige) Deutsch-Franzose, dessen automobiler Ehrgeiz in Grenzen bleib, kann gar nicht Autofahren, hat nur einen Motorradführerschein. „Der will mir mein Lenkrad nicht wegnehmen“, lobt sie ihre Wahl. Ausgesucht wurde Schönfelder aus 150 Bewerbungen, ein Drittel Frauen. Er war der Jüngste.

Heidi Hetzer will mit ihrer Weltumrundung der legendären Clärenore Stinnes nacheifern, die dieses Wagnis von 1927 bis 1929 unternahm. Diese  war damals allerdings nur 26 Jahre alt, als sie losfuhr, und sie nahm für ihren Trip ins Unbekannte drei Pistolen und drei Gewehre mit. Heidi Hetzer verzichtet auf Bewaffnung. Allerdings reist sie nun nun mit Kugelschreibern, Nähnadeln und Streichhölzern in Richtung Mongolei.

Das Wichtigste für den Anfang allerdings ist das Auto. Obwohl Heidi Hetzer an Autos bastelt und schraubt, seit sie laufen kann, ist ihr wohl eine Fehleinschätzung unterlaufen. Der Hudson, den sie für 29 000 Euro in München gekauft hat, war am Ende viel schlechter in Schuss als der andere, der in Graz für 11 000 Euro zu haben war und eigentlich nur Ersatzteillager sein sollte. Vor allem der Motor machte Probleme, wurde schlecht überholt, und so sitzt nun der Zylinderkopf aus dem Grazer Wagen im Münchener Fahrzeug – noch einen gibt es nicht, und so richtig durchgetestet ist das Ganze auch noch nicht, sagt sie gegenüber einer Berliner Tageszeitung. Ihre alten Rallye-Ambitionen wird sie ohnehin zurückstellen müssen: mehr als 90 km/h sind nicht möglich.

Das notwendige Geld für die Reisekasse gibt es von der Eberswalder Wurst GmbH, die außerdem spenden will, wenn alles so läuft wie geplant: Für jedes Land – geplant sind 56 – will Geschäftsführerin Patricia Benz 1000 Würste spendieren und die Einnahmen daraus für Sozialprojekte reservieren; 100 000 Euro erhofft sie sich davon.

Am vergangenen Sonntag morgens fuhr Heidi Hetzer vor dem Bristol Kempinski vor und dann mit einem kleinen Umweg über den Ostbahnhof in Richtung Wien.

Mehr Details gibt es auf Heidi Hetzers Reise-Blog unter http://heidi-um-die-welt.com/

Heidi Hetzer wurde als Tochter des Unternehmers Siegfried Hetzer geboren, der 1919 in Berlin einen Victoria-Fahrzeughandel gegründet und ab 1933 als Opel-Autohaus geführt hatte. Ab 1954 erlernte sie den Beruf der Kfz-Mechanikerin im Familienbetrieb. Nach einigen Jahren Selbstständigkeit und einem prägenden Austauschjahr in den USA, arbeitete sie wieder im väterlichen Betrieb. Mit 31 Jahren übernahm Heidi Hetzer nach dem Tod des Vaters im Jahr 1969 das Unternehmen mit Sitz in Berlin-Charlottenburg, das sie zu einem der größten Autohäuser Berlins ausbaute und bis 2012 leitete. Als eine der wenigen erfolgreichen Unternehmerinnen ihrer Branche und als Rennfahrerin, aber auch durch ihr soziales Engagement gehört Heidi Hetzer zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Berliner Wirtschaft. Ihre hohe Medienpräsenz durch Zeitungsberichte, Interviews und Talkshowauftritte haben sie auch über Berlin hinaus bekannt gemacht.

(Redaktion)


 


 

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