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Umfrage

Werte und Unternehmerverantwortung im Mittelstand

Mittelständler stehen zu ihrer Verantwortung für die Gesellschaft und beklagen zunehmenden Werteverlust.

Die UNION MITTELSTAENDISCHER UNTERNEHMEN e.V. – UMU vertritt deutschlandweit ca. 70.000 kleine und mittlere Unternehmen, vor allem bis 20 Mitarbeiter. Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Diskussion um das Verhalten von Managern, insbesondere in Großunternehmen , und der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen (corporate social responsibility) hat die UMU nun erstmals 4.000 mittelständische Unternehmer nach ihrer Einstellung zu Werten und gesellschaftlicher Unternehmerverantwortung befragt.

Werte allgemein in der Gesellschaft: Zentrales Ergebnis ist, Mittelständler haben eine klare Position. Werte in unserer Gesellschaft und in der Wirtschaft sind für sie äußerst wichtig, sie fürchten aber, dass sie zusehends verloren gehen. 91,6 % der befragten Unternehmen betonen, dass Werte unerlässlich für das menschliche Zusammenleben sind; gleichzeitig gibt es sehr große Sorge, dass Werte verloren gehen. 81,8 % der Befragten meinen, dass Werte immer mehr verloren gehen und sehen dies als negative Entwicklung, auch erklären 23,2 %, dass sich viele Werte zum Negativen verändert hätten oder gar schon weitgehend verschwunden seien (26,0 %).

Nur eine kleine Minderheit (11,3 %) begründet Werte übrigens noch in einem persönlichen religiösen Zusammenhang. Und nur ein verschwindender Prozentsatz (2,4 %) meint, Werte würden in unsere heutige „moderne Welt“ nicht mehr hinein passen.

Ganz klar: Mittelstand engagiert sich für die Gesellschaft!

Lediglich 4,5 % lehnen es ab, dass Unternehmen sich gesellschaftlich engagieren sollten. 52,9 % sind ohne Einschränkung dafür, 38,9 % meinen, dies hänge von den Umständen ab.
Mitarbeiter sind das höchste Gut eines Unternehmens: Über 90 % stimmen zu, nur 9,7 % gehen auf Distanz zu dieser bekannten These!

UMU-Präsident Hermann Sturm: „Die Umfrage zeigt deutlich, dass Mittelständler sich ihrer unternehmerischen Verantwortung sehr bewusst sind. Dies sind inhabergeführte Unternehmen, sehr oft von der Unternehmerfamilie in zweiter und dritter Generation geführt, und sie sind in der Gesellschaft und ihrer Region verwurzelt. Und die meist sehr persönliche Beziehung in kleinen und mittleren Betrieben zu den Mitarbeitern sorgt dafür, dass es kein Lippenbekenntnis ist, wenn sie sagen, dass Mitarbeiter das höchste Gut eines Unternehmens sind.“

Sturm kritisierte die öffentliche Diskussion und verbreitete „Unternehmerschelte“ und forderte mehr Differenzierung. „Es ist klar, dass es Fehlverhalten und fragwürdige Maßnahmen im Management von Großunternehmen gegeben hat und es ist in Ordnung, wenn dies benannt wird. Es ist aber ein Skandal, wenn pauschal alle Unternehmer unter Generalverdacht gestellt und gemeinsam in den Topf des rücksichtslosen Ausbeuters geworfen werden. Dieses Vorurteil entspricht nicht der Wahrheit und schadet unserer Gesellschaft. Denn nachhaltige Arbeitsplätze werden nicht vom Staat, sondern von Unternehmern, insbesondere in Klein- und Mittelbetrieben geschaffen. Sie stellen ca. 70 % aller Arbeitsplätze und der jetzige deutliche Rückgang der Arbeitslosigkeit kommt vor allem von den Einstellungen im Mittelstand.“

Weitere Ergebnisse:

Wenn man nachfragt, was und wie sich Mittelständler das gesellschaftliche Engagement vorstellen, gibt es erwartete Antworten und kleine Überraschungen:

Beliebteste Zielgruppe für ein Engagement sind – nicht unerwartet – Kinder (62,6 %); aber – eher überraschend – auch Jugendliche (56,1 %) liegen ganz vorne. Mit deutlichem Abstand, aber hohen Bewertungen folgen als sinnvolle Betätigungsfelder für unternehmerisches gesellschaftliches Engagement das kommunale oder regionale Leben (44,7 %), die Umwelt (39,5 %) und „ Sozial Schwache“ (29,2 %).

Auf die Frage, wie denn ein gesellschaftliches Engagement aussehen könnte, liegen mit deutlichem Abstand Sponsoring für Vereine und Organisationen (54,7 %) vorne. Auch Geldspenden (43,2 %) und kommunale Aktivitäten zu unterstützen (42,4 %) sehen viele als sinnvoll an. Veranstaltungen zu sponsern, können sich 30,5 % gut vorstellen und auch Sachspenden (28,9 %) werden als Möglichkeit gesehen.

Mitwirkung ja – aber lieber ohne Betriebsrat

Mitarbeiterzufriedenheit (95,8 %) und die Meinung der Mitarbeiter (91,3 %) haben eine herausragende Bedeutung für Mittelständler. Trotzdem herrscht große Skepsis gegenüber dem gesetzlich vorgeschriebenen Gremium Betriebsrat, 63,7 % halten einen Betriebsrat nicht für wichtig.

Werte im Betrieb: Bezogen auf den eigenen Betrieb und konkrete Werte nehmen die TOP-Positionen im Werte-Ranking ein: Verantwortungsbewusstsein (77,1 %), Ehrlichkeit (74,7 %) und Leistungsbereitschaft (71,6 %). Hoch angesetzt werden auch Teamfähigkeit (49,5 %) und Verlässlichkeit (47,9 %), Disziplin (47,1 %) und Kostenbewusstsein (44,2 %).

Weit abgeschlagen stehen Ordnungsliebe (10,5 %) und Bescheidenheit (7,6 %) am Ende der Nennungen – hier liegt tatsächlich ein Wertewandel vor, Werte können sozusagen altmodisch werden.

(Redaktion)


 


 

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