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  • 25.09.2017, 17:56 Uhr
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  • Berlin
WIRTSCHAFT / AIRBERLIN

airberlin über kurz oder lang am Boden: Aktuelles zu Bietergepräche und Flugsteckenstreichung

Aktueller Stand der Bietergespräche für airberlin veröffentlicht. Die Langstrecken fallen ab heute komplett weg. Übernahmebedinungungen der Mitarbeiter noch unklar.

Die insolvente Airline streicht weitere Flüge und Verhandlungen über die Zerteilung des Unternehmens schreiten voran. Das hat auch für die Mitarbeiter Konsequenzen. Weitere Pläne veröffentlicht heute die airberlin Unternehmenskomunikation.Air Berlin deklariert aktuell: Gute Jobperspektiven für 80 Prozent der airberliner bei den Bietern. Für Flugkunden gilt: Flugstreckenbetrieb wird aufrecht erhalten, Langstrecke wird eingestellt.

Der Aufsichtsrat der airberlin hat am Montag, 25. September 2017 den aktuellen Stand der Bietergespräche für den Verkauf des Unternehmens besprochen. Nun werden die Verhandlungen mit der Lufthansa AG und der britischen Fluggesellschaft easyJet bis zum 12. Oktober 2017 fortgeführt. Ziel ist die Übernahme von Teilen der airberlin.

airberlin liegen von der Lufthansa Angebote für die Tochtergesellschaften Luftverkehrsgesellschaft Walter (LGW), die österreichische Ferienfluggesellschaft NIKI sowie Teile der airberlin vor. Ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen eröffnet eine Perspektive für mehrere tausend Mitarbeiter. Die Frage ist nur, zu welchen Bedingungen die Air-Berlin-Mitarbeiter künftig arbeiten und fliegen werden. Darauf habe die Fluggesellschaft keinen Einfluss mehr, räumt CEO von airberlin, Thomas Winkelmann, ein.

Der britische Low-Cost-Carrier easyJet hat ein Angebot zur Übernahme eines Teils der airberlin Flotte abgegeben. Dadurch ergeben sich ebenfalls Perspektiven für neue Arbeitsplätze für die airberlin Mitarbeiter. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Wenn die Abschlüsse wie geplant finalisiert werden, besteht eine gute Chance, den KfW-Kredit zurückzuzahlen. So lautet die aktuelle Pressemitteilung des Unternehmens.

Frank Kebekus, Generalbevollmächtigter: „Wir sind noch nicht am Ziel der Verhandlungen. Ein stabiler Flugbetrieb in den kommenden Tagen und Wochen ist Grundvoraussetzung für den Erfolg. Alles andere gefährdet die Verhandlungen.“

Thomas Winkelmann, CEO airberlin: „Wir sind auf dem Weg, für rund 80 Prozent unserer Kolleginnen und Kollegen gute Chancen für neue Arbeitsplätze bei den Bietern erreichen zu können.

Lucas Flöther, Sachwalter: „Wir haben ein klares und strukturiertes Investorenverfahren. Die Ergebnisse des Investorenverfahrens werden nun durch die EU-Kommission auf Konformität mit den Binnenmarktregeln überprüft. Wir hoffen, dass der Prozess bis Jahresende abgeschlossen ist.

Bernhard Fleischmann von der Mittelbayerische Zeitung kommentiert dazu:

"Es hätte eine hohe Quote für Mutige gegeben, die darauf gewettet hätten, dass die Lufthansa bei Air Berlin leer ausgeht. Kein Wunder, schließlich war ein Deal mit der deutschen Renommier-Airline von Anfang an gewollt. Wettbewerb hin oder her - die Bundesregierung konnte kurz vor der Wahl keine Pleite-Fluglinie brauchen mit Tausenden demonstrierenden Mitarbeitern und gestrandeten Passagieren. Immerhin soll der Verkauf an Lufthansa und Easyjet für einen weiterhin geregelten Flugbetrieb sorgen und etwa vier von fünf Arbeitsplätzen erhalten. Allerdings müssen sich die Air-Berliner neu auf diese Jobs bewerben, selbstredend zu schlechteren Konditionen. Damit setzt sich der Druck auf Airline-Mitarbeiter fort. Mit den Bedingungen für die Arbeitnehmer geht es in der Luftfahrt stetig bergab. Ryanair macht es in aller Härte vor, aber auch bei der Lufthansa sind die schönen Zeiten vorbei."

Das Insolvenzverfahren dient dazu, die Gläubiger bestmöglich zu befriedigen. Dieser einfache Satz, der sich aus §1 der Insolvenzordnung ergibt, beschreibt präzise, welches Ziel wir mit allem verfolgen, was wir in diesem Insolvenzverfahren tun. Um nichts anderes geht es uns, dem Management, dem Generalbevollmächtigten und dem Sachwalter.

Diese alle Beteiligten verpflichtende Maxime der optimalen Gläubigerbefriedigung hat auch in diesem Verfahren unmittelbare Konsequenzen: Im Investorenprozess erhalten der oder die Bieter den Zuschlag, die das beste Angebot zugunsten der Gläubiger vorlegen.‎ Das gilt bei Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ohne Einschränkungen ebenso wie bei Regelinsolvenzverfahren. Einschränkungen dieses Grundsatzes können sich lediglich dann ergeben, wenn die Bieter aus kartellrechtlichen Gründen nicht in Frage kommen oder nicht die nötigen Finanzmittel nachweisen können. Dass diese Grundsätze eingehalten werden, darüber wachen die vom Gesetz dafür vorgesehenen und vom Insolvenzgericht eingesetzten Institutionen: die Gläubigerausschüsse und der vorläufige Sachwalter.

Air Berlin ist bis 1. November durchfinanziert“, so Kebekus gegenüber den Medien. Zu erneut massiven Streichungen von Flügen infolge von Krankmeldungen durch die Mitarbeiter dürfe es nicht mehr kommen, bekräftigt er.

Anpassungen im airberlin Flugplan 
airberlin muss zum 15. Oktober 2017 ihr Langstreckenangebot vollständig beenden, da die Flugzeugleasingfirmen sukzessive ihre Airbus A330-Jets zurückziehen. Die Verbindung zwischen Düsseldorf und Los Angeles wird daher ab dem heutigen 25. September 2017 eingestellt. Die weiteren Streichungen folgen zum 16. Oktober 2017. Im Europa-Verkehr streicht airberlin zum 29. September 2017 die Verbindung zwischen Hamburg und München sowie zwischen Köln/Bonn und München. Weitere Anpassungen im Flugplan werden in den kommenden Tagen folgen. Für den erfolgreichen Abschluss der Transaktionen und die anschließende Überführung in neue Hände ist ein stabiler Flugbetrieb Grundvoraussetzung. Dennoch warnen Verbraucherschutzorganisationen vor der Unsicherheit der Durchführung auch aller anderen bereits gebuchten Flüge.

(Redaktion)


 

 

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