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  • 27.03.2018, 12:18 Uhr
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  • Berlin
DIGITALISIERUNG

CSRcamp 2018 erklärt Digitalisierung zum Pflichtprogramm für Unternehmen

Am 26.03.2018 trafen sich zum vierten Mal CSR Manager aus ganz Deutschland zum Corporate Social Responsibility Barcamp in der Beuth Hochschule für Technik in Berlin.

Die Hochschule war zum ersten Mal der Veranstaltungsort für das CSRcamp. Das grobe Thema der Barcamp Veranstaltung war, wie in den vergangenen Jahren, die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen - also der ökonomischen Erfolg eines Unternehmens im Einklang mit ethischer und sozialer Verantwortung. Um die 90 Teilnehmer mit Tätigkeit in den Bereichen der Unternehmensstrategie, Human Resources, Marketing sowie Growth und Change Management waren gestern in Berlin dabei. Auch Compliance Officer und Umweltbeauftragte aus verschiedenen Branchen der deutschen Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung nahmen teil.

Das Programm des CSRcamp wird von der Diversität der Teilnehmer bestimmt

Das CSRcamp ist eine andere Art von Konferenz. Das Besondere an dem Konzept Barcamp ist, dass die Veranstaltung nicht wie andere Konferenzen oder Kongresse durch Keynote Speaker, Vorträge oder einem Programmplan festgelegt wird. Es wird lediglich ein thematischer Rahmen vorgegeben. Das Programm, der Verlauf und der Inhalt der Veranstaltung hängt dann ganz von dem Einsatz und Input der Anwesenden ab. „Das Barcamp lebt von der Diversität der Themen und Teilnehmer. Je diverser die Gruppe umso spannender die Diskussion. Es sind sowohl Unternehmen heute anwesend, wie Telecom, Aldi Süd, Trumpf als auch Interessensverbände wie die IHK, die Handwerkskammer und das deutsche Netzwerk für Ethik. Mit der Beuth Hochschule und der Evangelischen Akademie sind auch Vertreter der Wissenschaft dabei“, erklärte Frank Feldmann, Projektleiter des CSRcamps. Weitere teilnehmende Unternehmen und Organisationen waren Bertelsmann, Charta digitale Vernetzung, Companisto, sustainable natives, Rat für nachhaltige Entwicklung, Salesforce, Save the Children, SirPlus, T-System, und VisitBerlin.

Immer mehr Unternehmen treten in den Dialog

Vor vier Jahren initiierte Frank Feldmann das CSRcamp zusammen mit dem Projektberater der Veranstaltung, Prof Dr. Kai-Uwe Hellmann. Feldmann erklärte: „Wir beobachten und begrüßen, dass von Jahr zu Jahr immer mehr Unternehmen anwesend sind, was uns auch zeigt dass das Format in den Unternehmen ankommt und die Dialogbereitschaft zunimmt“. In den letzten zwei Jahren seien besonders die Themen Digitalisierung und Transformation in den Mittelpunkt gerückt worden: „Deswegen lautet dieses Jahr das Fokusthema: was verstehen wir unter digitaler Verantwortung in den Unternehmen?“ Der offizielle Titel des CSRcamps wurde gemeinsam vom Schirmherrn Prof. Dr. Matthias Schmidt, Professor für Unternehmensführung, Management, Unternehmensethik an der Beuth Hochschule, und der Unternehmensinitiative „Charta der digitalen Vernetzung“ entwickelt und lautete: „Corporate Digital Responsibility: Verantwortung in der digitalen Gesellschaft“.

Innerhalb einzelner Sessions werden kontroverse Themen mit korporativer Verantwortung diskutiert

Der gesamte Tag drehte sich um den Meinungs- und Informationsaustausch der Teilnehmer untereinander. Zu Beginn der Veranstaltung forderte Hellmann in seiner Einführungsrede die Teilnehmer dazu auf, sich mit Namen, Unternehmen und Tätigkeit vorzustellen sowie drei Hashtags für den Tag zu benennen. Spitzenreiter waren dabei die Hashtags Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Der Rahmen der Veranstaltung war die Digitalisierung der Gesellschaft und damit einhergehende Veränderungen und unternehmerische Verantwortung. Die unterschiedlichen Auswirkungen des digitalen Trends wurden innerhalb 24 verschiedener Sessions, die von den Teilnehmern vorgeschlagen und geleitet wurden, thematisiert. Das neue EU-Datenschutzgesetz, Daten als Ware, der steigende Stromverbrauch durch Digitalisierung und die veränderte Kommunikation im virtuellen Raum waren nur einige der vielen diskutierten Thematiken des Tages.

Um erfolgreich zu sein müssen sich Unternehmen der Digitalisierung stellen

Das Phänomen Digitalisierung erreicht sämtliche Lebensbereiche, sowohl technologisch als auch gesellschaftlich. So betonte Schirmherr Prof. Dr. Matthias Schmidt, die Wichtigkeit des gestrigen Themenschwerpunktes Digitalisierung, dem sich Unternehmen mit einer verantwortungsbewussten Wirtschaft stellen müssten. „Die Frage ist: wie kann ich unter den Bedingungen der Digitalisierung unternehmerisch erfolgreich sein und verantwortlich handeln? Und wie kann ich die Digitalisierung mitgestalten“, erklärte Prof. Dr. Matthias Schmidt. Er verdeutlichte, dass die Integration von Digitalisierung nicht lediglich ein wirtschaftlicher Vorteil ist, sondern zum unternehmerischen Pflichtprogramm gehört. „Wenn man den Zug verpasst sich mit Fragen der Digitalisierung zu befassen, nicht nur technisch sondern auch mit den gesellschaftsrelevanten Fragen, dann wird man irgendwann abgehängt“, erklärt Schmidt. Sowohl positive als auch negative Entwicklungen gingen mit der Thematik einher, wie bei der Frage der Arbeitsplätze. "Werden in der Industrie 4.0 Arbeitsplätze ersetzt durch Maschinen, Roboter oder intelligente Systeme? Was passiert mit den Menschen: haben wir dann weniger Arbeit und weniger Einkommen oder müssen wir den Roboter besteuern? Die Frage ist nicht ob die Unternehmen die Digitalisierung integrieren, sondern wie und mit welcher Verantwortung", so Schmidt.

Nadine Krägeloh

(Redaktion)


 

 

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