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  • 17.10.2018, 11:45 Uhr
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WIRTSCHAFT / EXPORT

Die Trump-Zölle: Motivation und Bedeutung für die deutsche Wirtschaft, die Konsmuenten und die Berliner Politik

Eines der verbleibenden Ereignisse in der Wirtschaft und Politik wird dieses Jahr der Handelskrieg sein, den die US-Administration unter Präsident Trump eingeleitet hat. Studien und Analysen aus Europa und Berlin zeigen dies.

 Die Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China leiden unter den Schlägen, die die beiden Großmächte in Form von Zöllen und Repressalien aufeinander abstimmen. Der letzte Akt in dieser Serie hat eine neue Dimension: Mit den Strafzöllen, die Ende September in Kraft getreten sind, sind zum ersten Mal vor allem Konsumgüter betreffen. Damit werden Konsumenten die Folgen des Handelskonfliktes direkt im eigenen Portemonnaie spüren.

Angesichts des Umfangs und des Wertes des Warenhandels zwischen Peking und Washington besteht kein Zweifel daran, dass die Auswirkungen des Handelskonfliktes global sein wird. Das hat zuletzt auch eine Studie der Europäischen Zentralbank bestätigt. Demnach könnte eine Eskalation des Handelskonflikts negative Auswirkungen für das weltweite Wirtschaftswachstum haben, wobei die USA der größte Verlierer wären.

Es ist sicherlich nicht leicht, die verheerende Reihe von Ereignissen rund um den Handelskrieg und die Motivation der US-Regierung zu verstehen. Deswegen hat das in Berlin ansässige Start-Up TradeMachines einen übersichtlichen Leitfaden zusammengestellt. Dem Bericht zufolge hat sich das Ressentiment der USA gegenüber ihren chinesischen Partnern im Jahr 2001 verstärkt, als China in die Welthandelsorganisation eintrat. Seitdem ist das Handelsdefizit der USA mit der Volkswirtschaft erheblich gestiegen. Zudem haben die USA ein Handelsdefizit mit der EU.

Diese Situation nimmt US-Präsident Trump als Grundlage für seine Handelspolitik und versucht gleichzeitig das, was er im Wahlkampf versprochen hat, einzulösen. Laut TradeMachines sollten die Argumente zur Einführung von Zöllen aus einer anderen Perspektive betrachtet werden. Trump argumentiert zum Beispiel, dass die Strafzölle Arbeitsplätze sichern würde, die das Land in der Vergangenheit an Länder wie China verloren hat. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, wie viele Arbeitnehmer aufgrund der Blockade mit chinesischen Partnern einen anderen Arbeitsplatz finden müssen. Seit seiner Öffnung für den Welthandel hat China zwar eine große Anzahl von Produkten zu niedrigen Preisen auf den Markt gebracht, aber es hat gleichzeitig auch enge Beziehungen aufgebaut, die sich im Laufe der Jahre in die Vereinigten Staaten verzweigt haben. Mit den Strafzöllen auf z.B. chinesischen Stahl und Aluminium wird indirekt auch ein Teil der amerikanischen Industrie angegriffen. Laut einer Analyse der Trade Partnership gehen für jeden Arbeitsplatz, der in Industrien, die Stahl und Aluminium herstellen, in den USA geschaffen wird, 16 Jobs in solchen Industrien verloren, die von den Ressourcen abhängen. Dass Zölle auf chinesischen Stahl und Aluminium die Abhängigkeit der USA von Importen verringert, kann ebenfalls in Frage gestellt werden: China gehört nicht einmal zu den Top 10 Ländern, die diese Materialen auf den amerikanischen Boden exportiert.

Mehr zu den Hintergründen der US-Regierung, eine Zusammenfassung der Ereignisse und mögliche Konsequenzen für Konsumenten, Unternehmen und speziell Deutschland zeigt die Übersicht von TradeMachines.

(Redaktion)


 

 

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