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  • 22.03.2018, 06:27 Uhr
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WIRTSCHAFT / IMMOBILIEN

Wohnungsmangel in Berlin ist zentrales Thema auf dem 3. Immobilienkongress

Der 3. Immobilienkongress in Berlin versammelte 400 Gäste, um über die Trends der Branche zu diskutieren. Senatorin Katrin Lompscher klärt über Herausforderungen und Chancen des Berliner Bevölkerungswachstums auf.

Wie in den vergangenen zwei Jahren zeigen die ca. 400 anwesenden Gäste des 3. Berliner Immobilienkongresses am 21. März, dass die Nachfrage nach einer Kommunikations- und Austauschplattform für die Immobilienbranche weiterhin aktuell ist. Der Meinung war auch Michael Rücker, Geschäftsführer von W&R Immocom, wie er in seiner Begrüßungsrede feststellte. Auf dem Kongress wurden neueste Entwicklungen der Branche besprochen und diskutiert.

Bereits zur Kongresseröffnung sprach Rücker zentrale Tagespunkte an, wie die steigende Nachfrage nach Wohnungen durch Mieter und Investoren - trotz der herrschenden Platznot in Berlin. „Es ist aktuell ein bedenklicher Trend geworden, auf die Immobilienwirtschaft einzuprügeln. Mengenprobleme können nicht mit Preispolitik, Stichwort Mietpreisbremse, gelöst werden“, so Rücker. Bestimmte politische Anforderungen stünden in Konflikt mit Themen wie dem kostengünstigen Bauen. Der Kongress diene als Forum, um sich über diese und andere Konflikte auszutauschen. Auch Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, bestätigte: „Es ist richtig und notwendig, dass wir miteinander im Gespräch sind, denn 75 Prozent der Bestände in Berlin gehören zu privaten Immobilienunternehmen. Die Mehrzahl der Bauvorhaben führen Private durch. Die Stadtentwicklung geht nur gemeinsam.“

Das anhaltende Wachstum in Berlin ist Trend

Lompscher betonte, dass das Wachstum Berlins eine große Herausforderung ist, gleichzeitig aber auch eine Chance darstellt. Angaben der Senatorin zufolge hat Berlin seit 2005 fast 400.000 Erwerbstätige und ca. 360.000 Einwohner hinzugewonnen. Im Jahr 2017 gab es in Berlin 50.000 neue Arbeitsplätze und 41.000 neue Einwohner. Für 2030 liegt die Prognose bei 180.000 neuen Bewohnern: „Ich würde mich nicht wundern, wenn es mehr wird.“ In Berlin wird Fläche für sämtliche Bereiche benötigt, sei es Wohnen, Infrastruktur, Gewerbe oder Büro. „Stadtentwicklung ist mehr als die Summe gelungener Einzelprojekte und nicht nur eine Gemeinschaftsaufgabe. Sie braucht einen strategischen Rahmen, sie braucht belastbare Kooperationen, Verbindlichkeit und einen möglichst breiten Konsens. Deshalb aktualisieren wir die strategischen Pläne derzeit - die Stadtentwicklungspläne für Wohnen, Verkehr, Industrie und Gewerbe. Das alles zeitgleich und in Beziehung zueinander“, so Lompscher.

Es wird in der Stadt höher und dichter werde

Neben der zunehmenden Konkurrenz um Flächen und dem Verdrängungsdruck sind auch zunehmende Existenzängste der Bewohner negative Erscheinungen des Berliner Wachstums. Deswegen betont Lompscher die Notwendigkeit der Konzeption einer sozial orientierten Stadtentwicklungspolitik, um zu verhindern, das untere und mittlere Einkommensschichten verdrängt werden. „Früher betraf es die Innenstadtbezirke, heute ist dieses Thema in der ganzen Stadt relevant. Deshalb führen wir die Städtebauförderung weiterhin fort und setzen dort jährlich 150 Millionen Euro ein.“ Es müsse darauf geachtet werden, dass Berlins Wohngebiete auch zukünftig sowohl für Familien mit Kindern, als auch für Studierende und ältere Menschen ein zu Hause sind. Das gilt ebenso für alteingesessene Gewerbeträger, Einzelhandelsstätten und soziale Einrichtungen, so die Senatorin.

Die soziale Realität muss sich auch in den Bauprojekten niederschlagen

Trotz des steigenden Bevölkerungszuwachses ist Berlin noch keine reiche Stadt. Nach Angaben Lompschers haben fast 60 Prozent der Berliner einen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften sollen in den nächsten 10 Jahren ihren Bestand von 300.000 auf 400.000 überwiegend durch Neubau erhöhen. Geplant sei es, zum Ende der Legislatur im Jahr 2021, 30.000 Wohnungen zu errichten, von denen bis zu 50 Prozent mietpreisgebunden sind. Lompscher erklärt: „Das ist ein enormes Programm, bei dem die landeseigenen Gesellschaften intensiv auch mit privaten Projektentwicklern und Eigentümern zusammenarbeiten. Diese Kombination und Kooperation ist für beide Seiten vorteilhaft weil man voneinander lernt und so in allen Stadtgebieten Wohnungen in dem Mix entstehen, in dem wir sie tatsächlich brauchen.“

(Redaktion)


 

 

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