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  • 01.03.2018, 17:11 Uhr
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  • Berlin
WIRTSCHAFT

Russland auf der Überholspur: Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und AHK bestätigen wirtschaftlichen Aufschwung

Deutsche Unternehmen profitieren wieder im Russland-Geschäft. Eine Umfrage zum Geschäftsklima in Russland 2018 berichtet von einer Verbesserung des unternehmerischen Umfeldes und verbesserter Geschäftslage.

Durchgeführt wurde die im Januar und Februar zum 15. Mal veröffentlichte Umfrage von dem Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft zusammen mit der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Teilgenommen haben 141 deutsche Unternehmen, die in Russland ca. 76.000 Mitarbeiter beschäftigen und über 11 Milliarden Euro umsetzen. Wolfgang Büschele, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, erklärt die wirtschaftsschwachen Jahre mit dem „stark gesunkenen Ölpreis, dem Einbruch des Rubel Kurses, den Sanktionen als auch strukturellen Hindernissen.“ Die Unternehmen der Umfrage benennen zusätzlich den bürokratischen Aufwand, Konjunkturentwicklungen in Russland und die Inflations- und Wechselkursentwicklungen als problematisch. „Trotz einer ungemein schwierigen politischen Lage haben sich die deutschen Unternehmen in Russland im Jahr 2017 aus der Krise gekämpft und profitieren nun von der Erholung der russischen Wirtschaft“, so Büschele.

Auch auf der Russland-Konferenz „Neues Wachstum, neue Chancen? – Russlands Rolle in der globalen Wertschöpfung“ organisiert am 01.03. von der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) bei dem Deutschen Industrie-und Handelskammertag (DIHK) in Berlin besprachen die ca. 500 Teilnehmer die positive wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2017. Allerdings wurden auch aktuelle Probleme der Deutsch-Russischen Handelsbeziehung wie die Sanktionen und der verstärkte Protektionismus in Russland thematisiert. Anwesend waren Sprecher aus Politik und Wirtschaft wie Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries, Vize Minister des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung der Russischen Föderation, Alexej Grusdew, sowie der designierte Botschafter der Russischen Föderation, Sergej Netschajew. Zu dem häufig diskutierten Thema, der Sanktionen, sagte Matthias Schepp, Vorstandvorsitzender der Deutsch- Russischen Auslandshandelskammer: „Die Geschäftsklima-Umfrage hat ergeben, dass die Sanktionen nach wie vor große Sorgen bereiten und sich 94 Prozent der Unternehmen einen Abbau wünschen.“ Bundesministerin Zypries erklärte: „Es müssen Fortschritte im Minsker Prozess gemacht werden um die Krise zu beenden, allerdings müssen die Fortschritte von der russischen Seite gemacht werden. Es wird zum Abbau der Sanktionen kommen, wenn die Bundesregierung diese Fortschritte sehen kann.“

Neben den Sanktionen gehörte auch der steigende Protektionismus zu den Top-Themen des Abends. „Wichtig für uns und unsere Unternehmerschaft ist, dass wir uns gleichbehandelt fühlen und gleichbehandelt werden mit den russischen Firmen. Gleiches Recht für alle. Nicht jede Regelung der Lokalisierung und Import Substitution gefällt uns, davon zeugen eindeutig die Geschäftsklima Umfragen“, so Schepp. Obwohl die Investitionserleichterung und die Subventionen begrüßt würden, seien die protektionistischen Tendenzen aus Sicht der Unternehmen besorgniserregend. Durch den äußeren Druck der Sanktionen wurden Importe nach Russland, wenn möglich, durch eigene Produktion im Inland ersetzt. Die Umfrage ergab, dass bei öffentlichen Ausschreibungen und Einfuhrbeschränkungen deutsche und ausländische Firmen immer wieder benachteiligt würden. „Ziel ist es deshalb mit unseren russischen Partnern die positiven Tendenzen zu verstärken und dass was unsere Unternehmen kritisch sehen durch den Dialog Schritt für Schritt abzubauen“, schließt Schepp.

Die Zahlen der Umfrage bestätigen diese positiven Tendenzen. Für Russlands Wirtschaft geht es wieder aufwärts. Nach einer langen Rezession wurde in Russland wieder ein Wachstum von immerhin 1,5 Prozent erreicht. Deutlich dynamischer entwickelte sich der Deutsch-Russische Handel. Im Jahr 2017 wurde erstmals wieder eine Steigerung von 20 Prozent der deutschen Exporte nach Russland verzeichnet. Vor allem gibt es eine zunehmende Nachfrage nach Maschinen und Anlagen von russischer Seite. Die Bundesrepublik bezieht besonders Rohstoffe wie Öl und Gas aus Russland. Auch der Ausblick in zukünftigen Entwicklungen lässt hoffen: „Der positive Trend wird sich auch in diesem Jahr fortsetzen. 78 Prozent erwarten für das laufende Jahr 2018 eine weitere Erholung der russischen Wirtschaft. Ein moderates Wachstum von 2 Prozent erscheint aktuell als realistisch“, so Büschele.

Nadine Krägeloh

(Redaktion)


 

 

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