Weitere Artikel
  • 24.04.2018, 19:00 Uhr
  • |
  • Berlin
WIRTSCHAFT / LUFTFAHRT

Mehr Sicherheit durch weniger CO2 auf dem 9. Europäischen Air Cargo Transport Kongress

Nicht bloß schneller, höher, weiter – auf dem 9. Europäische Air Cargo Transport Kongress geht es zentral um die Sicherheit und damit einhergehend um die Nachhaltigkeit des Luftfahrttransportes.

Am 24. April fand im Rahmen der ILA der 9. Europäische Air Cargo Transport Kongress im Hotel Titanic in Berlin statt. Veranstalter war wie im letzten Jahr die Deutsch-Russische Wirtschaftsallianz e.V.. Die Hauptthemen des Kongresses lauteten „Zukunft der Luftfahrt und Luftfahrt der Zukunft“ sowie „Sicherheit der Luftfracht und des Passagierflugverkehrs am Boden und in der Luft." Diese zwei miteinander verbundenen Themen wurden in den Vorträgen von hochkarätigen Referenten erläutert. Darunter waren Experten aus dem Zentralen Aerohydynamischen Institut (TsAGI, Zhukovsky), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Internationalen Association for Sustainable Aviation (IASA e.V.) sowie Vertreter der Flughafen München und Leipzig-Halle. Inhaltlich wurden die aktuellen Herausforderungen im Bereich der Luftfahrt im Lichte rasanter Branchenentwicklungen analysiert und besprochen. Damit bildet der Kongress eine thematische Ergänzung zum Programm der ILA, die im Jahr 2018 mit dem Synonym Innovation and Leadership in Aerospace angepriesen wird. Aktuelle Themen waren unter anderem die die Zunahme des Flugverkehrs im begrenzten Luftraum, die Zunahme unbemannt fliegender Apparate, der Terrorismus, die Notwendigkeit neuer juristischer Regelungen im Bereich der Luftfahrtsicherheit und die strengen Umweltschutznormen.

In- und Export in Deutschland transportiert Luftfracht im Wert von über 260 Milliarden Euro

Neben Klaus-Peter Willsch der seit 2009 Vorsitzender der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt im Bundestag ist führte auch Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI), in den Kongress ein. Er äußerte sich erfreut darüber, dass die Sicherheit der Luftfracht auf dem Kongress diskutiert wird: „Nicht nur weil Luftfracht Für fast 10 Prozent der Airline Einkommen steht, mehr als alle First-Class-Einnahmen insgesamt, sondern ganz besonders weil die Luftfracht für Handel treibende Nationen essentiell ist.“ Thum betonte, dass die Industrie ein bedeutender Treiber des deutschen Wirtschaftswachstums ist. Der Bundesverband vertritt ca. 240 Unternehmen in Deutschland. Thum: „Durch In- und Export in Deutschland zusammen werden über die Luftfracht im Wert von über 260 Milliarden Euro abgewickelt und ein exportorientiertes Land wie Deutschland lebt natürlich davon, dass besonders die hochwertigen Güter aus Spezialmaschinenbau, aus Pharmazie, aus Elektronik mit Luftfracht schnell und sicher transportiert werden können." Im Jahr 2017 unterhielt der Verband laut seines Hauptgeschäftsführers 110.000 Direktbeschäftigte und erzielte eine Umsatz von 40 Milliarden Euro. Davon waren ca. drei Viertel aus dem zivilen Bereich, ca. ein Fünftel aus dem militärischen Bereich und ca. ein Zehntel aus dem Raumfahrtbereich.

Sicherheit und Ökologie sind zentrale Aspekte von Forschung und Innovation

Die Lärmreduzierung, die Reduzierung der CO2 Emission beispielsweise durch Elektroflugzeuge oder die Nutzung von Wasserstoff und der unbemannte Luftfahrttransport sind zentrale Themen des Kongresses. So betont Rudolf (Rolf) Döpinhgaus, erster Vorsitzender der International Association for Sustainable Aviation (IASA e.V.), die Wichtigkeit den Luftverkehr ökologisch zu gestalten ohne dessen Entwicklung einzubremsen für die Weltwirtschaft: „Wenn die Luftfahrt weiter wächst wie wir uns das alle wünschen, dass sie weiterwächst, dann haben wir ein Problem. Dann ist die Luftfahrt über kurz oder lang der Bereich, der den größten Anteil an Zuwachs von CO2 Emissionen hat." Als mögliche Lösungen für die Reduktion des CO2 Ausstoßes wurden innerhalb des Kongresses verschiedene Ansätze vorgeschlagen und diskutiert wie die Einführung eines CO2 Kreislaufes, bei der Beibehaltung von Verbrennungstriebwerken, elektrische Antriebe oder alternative synthetische Flüssigkeitsstoffe auf PtL Basis (Power to Liquids). Letzteres ist ein alternativer Kraftstoff aus Biomasse und Power-to-Liquid (PTL)-Kerosin auf Basis von erneuerbarem Strom. Das Thema Nachhaltigkeit wurde zwar im laufe der Veranstaltung mehrheitlich aufgegriffen, allerdings ist eine endgültige Lösung noch nicht gefunden. Doch an Motivation scheint es, jedenfalls bei einigen, nicht zu fehlen: „Nachhaltigkeit ist Zukunftssicherung und das gilt auch für die Luftfahrt“, so Döpinghaus.

Nadine Krägeloh

(Redaktion)


 

 

Luftfahrt
Kongress
Bereich
Deutschland
Themen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Luftfahrt" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: