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  • 12.04.2018, 13:30 Uhr
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  • Berlin
WIRTSCHAFT / MUSIK

CD-Verkäufe sinken - aber die Musikindustrie feiert das wachsende Streaming und sich beim Echo heute gleich mit

Am heutigen 12. April findet die 27. Echoverleihung der Deutschen Phono-Akademie in der Messe Berlin statt. Trotz eines leichten Minus zum Vorjahr, bleibt der deutsche Musikmarkt stabil durch die steigende Nutzung von Streamingdiensten.

Die Auszeichnung wird in 22 Kategorien vergeben und live auf dem Privatsender VOX um 20:15 Uhr übertragen. Seit 26 Jahren verleiht die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), den Musikpreis an nationale und internationale Künstler.

Ausrichter der Veranstaltungen Echo, Echo Klassik und Echo Jazz ist das Kulturinstitut (die Deutsche Phono-Akademie leistet als Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie unter anderem mit der Preisvergabe des deutschen Musikpreises ECHO und des ECHO Klassik einen Beitrag an der kulturellen Förderung in Deutschland). Erst am 01. März hat das Institut aktuelle Umsätze des Jahres veröffentlicht. 2017 liegen die Umsätze annähernd auf Vorjahresniveau. Die Verkäufe von CDs, Schallplatten, DVDs und Downloads sowie die Einnahmen aus Streamingdiensten beliefen sich auf insgesamt 1,588 Milliarden das ist ein leichtes Minus von 0,3 Prozent gegenüber 2016. Mit 22,7 Prozent legte der Digitalmarkt weiter zu, getrieben durch starke Zuwächse im Audio-Streaming (+42,8 Prozent). Der physische Markt gab im gleichen Zeitraum zwar um 14,3 Prozent nach, lag aber mit 53,4 Prozent auch 2017 noch immer vor dem Digitalgeschäft (46,6 Prozent).

Audio-Streaming erfährt den größten Zuwachs, während CD-Verkäufe sinken

Das stärkste Umsatzsegment blieb zwar auch 2017 die CD (45,4 Prozent Marktanteil), allerdings dicht gefolgt von Audio-Streaming, mit einem Marktanteil von 34,6 Prozent mit 549 Millionen Euro. Damit hat das Streaming den größten Zuwachs erfahren mit einem Plus von 42,8 Prozent. Downloads auf der anderen Seite haben um 19,3 Prozent an Umsatz verloren und sind auf einen Marktanteil von nun noch 9,9 Prozent zurückgegangen. Vinyl wuchs dagegen weiter, wenn auch nicht so stark wie in den Vorjahren. Mit einem Plus von 5,1 Prozent sorgte es im Gesamtjahr 2017 für 4,6 Prozent der Umsätze.

Mit steigendem Digitalanteil werden rechtliche Richtlinien wichtiger

Der Vorstandsvorsitzende des BVMI, Dr. Florian Drücke, bewertet die zunehmende Digitalisierung des Marktes positiv: „Wir sehen weiterhin eine starke Zugkraft im Musik- Streaming, und das zeigt, dass die Diversifizierungsstrategie der Branche greift. Je größer der Digitalanteil wird, desto wichtiger ist aber auch, dass die Refinanzierbarkeit von Inhalten im digitalen Raum sichergestellt ist, das heißt: Jede Form der Online-Nutzung muss an Lizenzen geknüpft sein, die am Markt verhandelt werden. Nach Untersuchungen unseres Dachverbandes IFPI findet derzeit knapp die Hälfte des Musik-Streamings in Deutschland über Video-Streaming-Dienste wie z.B. YouTube statt, die aktuell zusammen aber nur 1,9 Prozent zum Umsatz beitragen – dem stehen 34,6 Prozent gegenüber, die durch die Premium- und werbefinanzierten Angebote der Audio-Streaming-Dienste erlöst werden. Das ist ein inakzeptables Ungleichgewicht, das wir als ‚Value Gap‘ (Ungleichgewicht zwischen der kontinuierlich wachsenden Nutzung des digitalen Musik-Streamings und der dabei vergleichsweise geringen Gewinnbeteiligung der Rechteinhaber an den Erlösen) bezeichnen. Insofern ist es höchste Zeit und sehr zu begrüßen, dass sich Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag sehr explizit zur Beteiligung der Plattformen an der Refinanzierung bekennen und damit ein Level Playing Field (Handlungsebene auf der für alle Beteiligten die gleichen Regeln herrschen) im Online-Bereich schaffen wollen.“

Über den Bundesverband Musikindustrie e. V.: Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI), mit Sitz in Berlin, vertritt die Interessen von rund 250 Tonträgerherstellern und Musikunternehmen, die mehr als 80 Prozent des deutschen Musikmarkts repräsentieren. Der Verband setzt sich für die Anliegen der Musikindustrie in der deutschen und europäischen Politik ein und dient der Öffentlichkeit als zentraler Ansprechpartner zur Musikbranche. Neben der Ermittlung und Veröffentlichung von Marktstatistiken gehören branchennahe Dienstleistungen zum Portfolio des BVMI. Seit 1975 verleiht er die Gold- und Platin-Awards an die erfolgreichsten Künstler in Deutschland, seit 2014 auch die Diamond-Awards und seit 1977 werden die Offiziellen Deutschen Charts im Auftrag des BVMI erhoben. Zur Orientierung der Verbraucher bei der Nutzung von Musik im Internet wurde 2013 die Initiative Playfair ins Leben gerufen.

(Redaktion)


 

 

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