Weitere Artikel
  • 14.03.2018, 12:22 Uhr
  • |
  • Berlin
WIRTSCHAFT / KONFERENZ

reCampaign 2018- die Konferenz des Kampagnenkults

Am 12. und 13. März lud die reCampaign rund 300 Gäste aus NGO’s, Stiftungen, Sozialunternehmen und der Kommunikationsbranche zur Diskussion der Kampagnenarbeit im Netz ein.

Bereits zum vierten Mal ist die Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin der Veranstaltungsort. Hier tauschten sich deutsche als und internationale Organisationen und Profis über Strategien der Kampagnenarbeit im Netz aus.

Laut dem „Practical Guide to Campaigning“ von finep (gemeinnützige Projekt- und Beratungsorganisation) und Wigwam (Genossenschaft) bedeutet „campaign“ die strategische Vorgehensweise bei der Mobilisierung von Menschen und dem Mitmischen in die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Kommunikation.

Mit dem Jahr 2018 findet die reCampaign bereits zum achten Mal statt

Als die erste reCampaign in den Startlöchern saß, habe es noch einen großen Hype um die Digitalisierung und Social Media gegeben, erklärt Judith Orland, Mitbegründerin der reCampaign: „Es bestand die Idee, dass dadurch alles demokratischer werden würde und dass mehr Partizipation entsteht, mehr Leute involviert werden und man mehr Leute erreichen kann. 2013 kam dann Snowden." Edward Snowden, ehemaliger Mitarbeiter der National Security Agency (NSA), deckte auf, dass die NSA die weltweite Internetkommunikation öffentlicher und privater Personen überwachte und dokumentierte. „Dann hat man gesehen, dass es auch noch eine ganz andere Seite für dieses Social Media gibt, nämlich eine Kontroll- und Überwachungsfunktion. Zusätzlich hat sich kristallisiert, dass Social Media hauptsächlich von großen Konzernen gemacht wird, die eine Monopolstellung haben und viele der Dienste aufkaufen", erklärt Orland. Gleichzeitig habe es eine große Professionalisierung im NGO Sektor gegeben und es seien Stellen entstanden wie Datenstrategen und Business Developer. „Es hat sich also extrem viel getan und es entwickelte sich der Bedarf zu reflektieren und zu diskutieren: Was passiert denn da eigentlich genau? Wie hat die eine NGO das gelöst? Was kann die andere NGO davon lernen? Der Bedarf daran und der Gedanke besteht weiterhin. Für uns haben sich nur die Themen weiterentwickelt.“

Die reCampaign soll dazu beitragen, dass die Branchenmitglieder ins Gespräch kommen

Die diesjährige reCampaign stand unter dem Motto "Selbstreflexion": Wie arbeite ich eigentlich? Was ist daran wichtig? Was möchte ich beibehalten? Zu den diskutierten Themen gehörte unter anderem: Die alternativen Fakten, Solidarität als Ware, Phänomene des digitalen Zeitalters wie der Hashtag #MeeToo und der Einfluss der Digitalisierung auf die Kampagnenmacher bzw. wie funktioniert Campaigning im digitalen Zeitalter. Eins der grundlegenden Ziele der reCampaign ist das Kommunizieren der Teilnehmer untereinander und miteinander. Orland erklärt: „Wenn man das große Ganze bedenkt ist es sinnvoller, sich miteinander auszutauschen über das, was funktioniert und was nicht - sodass man sich gegenseitig unterstützt, anstatt im Konkurrenzdenken zu verhaften. Unser Anliegen ist es deshalb zu sagen: teilt eure Erfolge und Misserfolge und kommt miteinander ins Gespräch auch wenn die einen Tierschutzorganisationen sind und die anderen was mit Menschenrechten machen. Man kann trotzdem voneinander lernen, weil beide die gleichen Instrumente nutzen.“ Bereits zu Beginn der Veranstaltung setzten Matthias Riegel, Mitgestalter des Veranstaltungsprogrammes und Judith Orland, ihr Anliegen in die Tat um und erklärten dem Publikum, dass es auf der Konferenz nicht bloß um Antworten, sondern um Fragen gehe. Sie forderten die Teilnehmer auf sich einer fremden Person zuzuwenden und ihn zu fragen, weswegen er heute hier ist. Die Teilnehmer hatten keine Scheu und binnen weniger Sekunden stiegen sämtliche Sitznachbarn in eine rege Konversation ein und die Moderatoren versuchten mit ein wenig Mühe den Geräuschpegel wieder einzudämmen. Riegel erklärte daraufhin: „Ihr könnt euch das vielleicht nicht vorstellen, aber das ist genau die Atmosphäre auf die wir 18 Monate gewartet haben. Behaltet euch das bei! Es wäre schön, wenn ihr mit mehr Fragen nach Hause geht...“

Nadine Krägeloh

(Redaktion)


 

 

Digitalisierung
NGO
Judith Orland
Social
Fragen
Person
Orland

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Digitalisierung" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: