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WIRTSCHAFT / AUTOMOBILINDUSTRIE

Vorfahrt für Elektroautos auf dem Future Mobility Summit in Berlin

1700 Teilnehmer versammelten sich am 9. und 10. April zum achten Future Mobility Summit, um die Mobilität der Zukunft zu diskutieren. Mit dabei: Entscheider aus Politik, Vorstandsetagen, NGOs und Verbände.

Der Tagesspiegel, die Berliner Agentur für Elektromobilität eMO und der Forschungscampus Mobility2Grid weiten den diesjährigen zweitägigen Kongress bis zum 12. April zur „Future Mobility Week“ aus. Thematisiert wird hier Vernetzung, autonomes Fahren, Mobility as-a-service, Sharing und Elektromobilität.

Thema des Kongresses ist außerdem der aktuelle Dieselskandal. Bereits zur Eröffnung des Kongresses am Montag, auf dem Euref-Campus in Schöneberg, erklärte Ramona Pop, Bürgermeisterin von Berlin im Senat Müller II und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Das Bundesverwaltungsgericht hat uns sehr deutlich gezeigt, dass die Politik nicht gehandelt hat die letzten Jahre und nun drohen Fahrverbote auf gerichtlichem Wege. Da muss die Politik Maßnahmen ergreifen und versuchen auszuräumen. Ich erwarte, dass die Bundesregierung uns unter die Arme greift, sodass sehr zügig die Hardware Nachrüstungen kommen -  und zwar nicht finanziert über einen Fond bei dem die Steuerzahler mitfinanzieren, sondern finanziert von den Verursachern dieser Dieselkrise.“

Berlin kommt auf den grünen Zweig

Darüber hinaus betonte die Senatorin: „Die Stadt Berlin investiert bereits massiv in die Infrastruktur der Stadt. Wir haben mit dem bundesweit ersten Mobilitätsgesetz die Weichen gestellt für eine vernetzte Mobilität, ebenso für eine Verkehrsinfrastruktur die auf Sicherheit und Klimafreundlichkeit setzt.“ Neben neuen Tramlinien und verlängerten U-Bahnlinien soll auch die BVG, das kommunale öffentliche Verkehrsunternehmen, auf Elektrobusse setzen. Allerdings kritisierte Pop die unzureichende Verfügbarkeit von Elektrobusse in der deutschen Automobilbranche. „Die deutsche Automobilindustrie droht hier den Anschluss zu verpassen“, so die Senatorin. „Wir werden von Jahr zu Jahr vertröstet. Es kann nicht sein, dass das Geld da ist, dass wird die Infrastruktur aufbauen und dann nicht geliefert werden kann.“ Sie werde deswegen nach China reisen, um sich dort mit E-Bus Herstellern auszutauschen. In den kommenden Jahren will die BVG um die 120 Elektrobusse beschaffen.

Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) insgesamt positiv gestimmt

Henning Kagermann, Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), spricht insgesamt von einer positiven Entwicklung der Elektromobilitätswende in Deutschland: „Elektromobilität ist im Alltag angekommen“. Weltweit jedes dritte Patent im Bereich Elektromobilität soll bereits aus Deutschland kommen. „Die deutschen Automobilhersteller erreichen mit ihren Elektrofahrzeugen in wichtigen internationalen Automobilmarken einen höheren oder mindestens vergleichbaren Marktanteil gegenüber ihren konditionell betriebenen Fahrzeugen, beispielsweise in Westeuropa und in Japan. Die Investitionen, Vorstellungen und Entwicklung spiegeln sich im konkreten Ergebnissen wieder. Allerdings hebt Kagermann hervor, dass weder bei der öffentlichen Förderung von Forschung und Entwicklung noch beim Engagement der Wirtschaft gespart werden soll. Kagermann sprach sich dementsprechend für eine Verlängerung und Aufstockung der staatlichen Förderung aus. Außerdem solle der Bund verstärkt die Ladeinfrastruktur, also den Aufbau von Ladesäulen, fördern. 300 Millionen seien bereits praktisch ausgeschöpft und müssten ergänzt werden. Besonders zukünftig verspricht sich Kagermann steigenden Erfolg für die Elektromobilität. Die immer noch niedrigen Anteile elektrifizierter Autos am Gesamtbestand seien nicht beunruhigend: „Wir haben 2020 hundert Fahrzeuge der deutschen Hersteller. 2025 sollen zwischen 15 und 25 Prozent der hergestellten Fahrzeuge Elektrofahrzeuge sein. Das ist ein riesen Schub. Das ist doch toll", so Kagermann.

Weitere hochkarätige Sprecher des Kongresses waren unter anderem Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender Daimler AG, Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer Deutscher Städte- und Gemeindebund, Bundesminister für Wirtschaft und Umwelt, Peter Altmaier und Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Nadine Krägeloh

(Redaktion)


 


 

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