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  • 11.08.2017, 15:01 Uhr
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WISSENSCHAFT / WIRTSCHAFT

Neutrino Energie und Geisterteilchen: Chancen für Energieversorgung oder nur für Utopisten?

Licht aus Neutrinos, erzeugt durch nanotechnologisch behandelte Folienoberfläche - wissenschaftlich interessant, die Nutzung noch utopisch und Skeptiker sind belustigt.

Jüngste Berichte aus den USA über spezielle Wechselwirkung von Neutrinos bei Kollision mit Atomkernen revolutionieren ein weiteres Mal den Wissensstand über die "Geisterteilchen".  Die Berliner Firm Neutrino ist euphorisch: "Es ist eine Sensation, wie es dem Coherent-Team in der Duke University in Durham im US-Bundesstaat North Carolina gelingt, die Interaktionen der Neutrinos nachzuweisen", kommentiert Professor Günther Krause, Mitglied des Beirats der Neutrino Energy Group, die jüngsten Berichte des Wissenschaftsjournals "Science". Nach den Physiknobelpreisen von 2015 für die Entdeckung der Masseeigenschaft der Geisterteilchen sei dies eine neuerliche Niederlage für alle Skeptiker, die stets behauptet hatten, Neutrinos besäßen keine Masse und kämen daher für die Umwandlung von Energie nicht in Frage. Dadurch ergeben sich großartige Chancen für eine saubere Energiewirtschaft, an denen die Neutrino Energy Group arbeitet.

Um die Masse von Neutrinos und deren Wechselwirkung mit Materie messen zu können, waren bisher Neutrino-Detektoren mit einem Gewicht von Tausenden Tonnen nötig. In den USA gelang es nun mit einem nur 14 Kilogramm schweren Detektor vom Aussehen einer Milchkanne, die Neutrinos "einzufangen" und Effekte wie zum Beispiel kleine Energieblitze nachzuweisen. Es handelt sich um den weltweit kleinsten Neutrino-Detektor, weshalb der Apparat auch mobil eingesetzt werden kann. Einige Physiker von der Humboldt-Universität Berlin sind immer noch skeptisch.

Über die Wechselwirkung von Neutrinos mit atomaren Kernen konnte in den vergangenen Jahrzehnten nur spekuliert worden

Bei Experimenten mit dem Detektor gelang es nun erstmals, die sogenannte kohärente Neutrinostreuung an Atomkernen zweifelsfrei nachzuweisen. Neutrinos gelten als potenziell aussichtsreichster Weg zur Revolutionierung der Energiegewinnung der Zukunft. Die Nanotechnologie ermöglicht heute Stoffstrukturen herzustellen, deren Atome durch Strahlung in Vibrationen versetzt werden können. Beginnen die Elektronen, sich zu bewegen, wird Energie gewandelt, die es künftig emissionsfrei zu nutzen gilt.

Holger Thorsten Schubart, Präsident der Neutrino Energy Group, und Professor Günther Krause sehen sich abermals gegen zahlreiche Kritiker bestätigt. Krause hatte schon vor Jahren erklärt, die Existenz der nahezu masselosen Teilchen müsse nicht mehr in Frage gestellt werden, vielmehr sei zu fragen, wie die "Energie von Neutrinos" nutzbar sei.

Skeptiker sind dennoch kritisch, was die wirtschaftliche Nutzung angeht

Laut Tagesspiegel-Bericht von 2004 ist dies stark zu bezweifeln: „Die Idee, mithilfe von Neutrinos Strom zu gewinnen, klingt für Experten abenteuerlich. Neutrinos sind elektrisch neutrale und sehr leichte Elementarteilchen, die vor allem von der Sonne zur Erde kommen. Das Besondere: Sie reagieren nur extrem selten mit Materie und können mühelos ganze Planeten durchdringen. Inzwischen hat sich doch wieder einiges geändet. Physiker wie Heiko Lacker von der Humboldt-Universität Berlin äußerste sich im Tagesspiegel  damals skeptisch. „Mir ist völlig unklar, wie das funktionieren soll“, sagte er dem Tagesspiegel. Und auch heute sind nicht alle überzeugt vom Nuzen und Wirtschaftlichkeit der Neutrino-Foschung. Auch die Leser-Kommentare waren zu dem Thema eher amüsant und unterhaltend: „Möglicherweise wird das erste Projekt der Versuch des Antriebs eines riesigen Luftschiffs kraft Neutrinos sein. Bei Nichterfolg könnte man mit der "Firma" dann vielleicht immer noch die Sauna eines Freizeitparks heizen.“

Die Zukunft wird wie immer - und bei vielen Fragen der Technik & Wissenschaft - den Beweis antreten (müssen).

(Redaktion)


 

 

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