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Wohnraum und Tourismus

Berliner Wohnungen nicht mehr für Touristen

Berliner Tourismus boomt. Jährlich mehr als 20 Millionen Übernachtungen. Tourismusbranche fürchtet nun um Gastfreundlichkeit der Hauptstädter, da immer mehr Hauseigentümer Wohnungen an Touristen vermieten. Der Senat will diesen Trend per Gesetzesentwurf unterbinden.

Berliner Wohnungen für Berliner – das fordert die Tourismusbranche der Hauptstadt und unterstützt damit auch das Vorhaben des Berliner Senats, Wohnungen nur an Berliner zu vermieten und nicht an Touristen. Immer häufiger komme es vor, dass insbesondere in den Szenebezirken Hauseigentümer ihre Wohnungen an Besucher vermieteten. Man wolle jedoch vermeiden, erklärt Burkhard Kieker, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft Visit Berlin, dass auch in der Hauptstadt Verhältnisse wie in Barcelona oder Venedig entstünden, wo vornehmlich Touristen das Stadtbild prägten.

Nun will der Senat diese sogenannte Zweckentfremdung von Wohnungen mit einer Verordnung unterbinden. Gerade in Zeiten von extremer Wohnungsknappheit und horrenden Mietsteigerungen soll Eigentümern somit untersagt werden, ihre Mietwohnungen als Feriendomizile anzubieten. Schon im Januar könnte ein entsprechender Gesetzesentwurf ins Parlament eingebracht werden, heißt es nach Angaben der Bauverwaltung.

Knapp 15.000 Ferienwohnungen

Eine solche Verordnung wurde 2002 vom Oberverwaltungsgericht wieder aufgehoben, da zu dieser Zeit kein Wohnraummangel bestand. Die Zahl der Ferienwohnungen wird heute auf etwa 12.000 geschätzt, Burkhard Kieker geht sogar von knapp 15.000 dieser Urlaubsunterkünfte aus. Ein klarer Trend, der nicht zuletzt auch durch diverse Internetportale, die das Vermieten von Wohnungen aus privater Hand für Urlaubszwecke zu ihrem Geschäftsmodell entwickelt haben, vorangetrieben wird.

Berlin soll gastfreundlich bleiben

Burkhard Kieker betont, man müsse unbedingt vermeiden, dass die Berliner die Touristen als Konkurrenz zum eigenen Leben betrachteten. Dies könnte sich negativ auf die Gastfreundlichkeit der Hauptstädter auswirken. In Pankow gibt es seit Dezember letzten Jahres bereits die geforderte Verordnung. Das Bezirksamt fasste als erstes den Beschluss, der für ausgewählte Gebiete die Nutzung von Wohnungen als Urlaubsunterkünfte unterbindet.

(Norman Schönfeld)


 


 

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