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Wohnungsmangel

Friedrichshain-Kreuzberg will Verbot von Ferienwohnungen

In Pankow dürfen seit Anfang 2013 Mietwohnungen nicht mehr als Ferienunterkünfte genutzt werden. Ein solches Verbot will man nun auch in Friedrichshain-Kreuzberg durchsetzen. Sozialer Wohnraum soll somit zurückgewonnen und regulär vermietet werden.

Was seit Anfang des Jahres bereits in Berlin-Pankow erfolgreich zu funktionieren scheint, soll nun auch in Friedrichshain-Kreuzberg in die Tat umgesetzt werden. Der Bezirk will ebenfalls die Nutzung von Wohnungen als Ferienunterkünfte verbieten. Vorerst solle das Verbot in den sogenannten Milieuschutz- oder Erhaltungsgebieten durchgesetzt werden, berichtet die Berliner Zeitung. So dürften beispielsweise in den bei Touristen sehr beliebten Stadtteilen an der Bergmann- und der Graefestraße in Kreuzberg oder am Boxhagener Platz in Friedrichshain, in Zukunft wohl keine Ferienunterkünfte in Wohnungen zu mieten sein.

Die bisher als Ferienwohnung genutzten Unterkünfte sollen nach einem Beschluss, den das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg am Dienstag fasste, wieder dem Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen und regulär vermietet werden, teilte Bürgermeister Franz Schulz (Grüne) mit. Das überaus lukrative Geschäft der Vermieter soll damit eingedämmt werden. Mehr als 3.000 Wohnungen werden nach Schätzungen in Friedrichshain und Kreuzberg als Ferienunterkünfte genutzt. In Pankow seien um die 2.000 Ferienwohnungen.

Lukratives Geschäft mit Ferienwohnungen

Insgesamt soll es derzeit rund 12.000 Ferienwohnungen in Berlin geben. Die Preise für Touristen liegen in der Regel zwischen 30 und 75 Euro pro Person und Übernachtung. Die Ferienunterkünfte stellen insbesondere in den Milieuschutzgebieten ein großes Problem dar. Diese Viertel wurden ursprünglich eigens dafür eingerichtet, eine möglichst soziale Mischung der Bewohner zu erhalten. Außerdem sollten Mieter vor Verdrängung geschützt werden.

Bürgermeister Franz Schulz würde Ferienwohnungen auch über die Milieuschutzgebiete hinaus verbieten. Das sei rechtlich allerdings nicht möglich. Dafür sei ein allgemeines Zweckentfremdungsverbot für Wohnungen nötig, mit dem der Senat bisher jedoch kläglich gescheitert sei.

Ferienwohnungen müssen lediglich offiziell angemeldet werden

Die Rot-Schwarze Regierung einigte sich derweil auf einen Kompromiss, um dem Problem der Ferienunterkünfte in Mietwohnungen entgegen zu wirken. Wie viel die getroffene Vereinbarung, dass Ferienwohnungen nun lediglich offiziell angemeldet werden müssen, letztendlich für die Rückgewinnung des sozialen Wohnraums bringt, bleibt abzuwarten. Friedrichshain-Kreuzberg will jedenfalls dem Beispiel Pankows folgen und Anbieter von Urlaubsunterkünften in Mietwohnungen auffordern ihr Gewerbe einzustellen und nach Anhörung der Vermieter ein offizielles Verbot aussprechen.

(Norman Schönfeld/berlin.business-on)


 


 

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1 Kommentar

von Berlinerin
14.03.13 15:29 Uhr
Die Ferienwohnung Täuschung

Die Grünen u.a. lassen sich da von der Hotellobbby benutzen. Diese hat nämlich Angst um ihre Gewinne. Eine Ferienwohnung ist nämlich weder so teuer wie hier behauptet wird noch nimmt sie Wohnraum weg. Als ob dann mehr Wohnraum zur Verfügung stünde. Eine totale LÜGE, dafür muss mehr Wohnraum gebaut werden ihr Schlauberger der Politik. Denn wer vermietet denn? Vermietet wird meist von privaten Menschen die ihre eigenen vier Wände von Zeit zu Zeit vermieten oder von Hartz IV bedrohten Besitzern einer eigenen kleinen Eigentumswohnung. Dieses Verbot soll nur die eh schon Reichen noch reicher machen und alle anderen kleinen privaten Unternehmungen ausghebeln und klein halten, damit keiner aufmuckt und auf eigene Ideen kommt.

 

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