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  • 26.04.2017, 10:57 Uhr
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  • Berlin
WOMAN20 GIPFEL / WOMAN20 SUMMIT

Nachhilfe für Ivanka Trump, Angela Merkel und die weltweite Wirtschaft - Forderungen in Emanzipation und Frauenrechte nötig

Unnötiger Medienhype für Ivanka Trump: während einige den Gipfel als PR-Tool nutzten, machten sich seriöse Frauen und Organisationen ernsthafte Gedanken um die Schief-Lage der Welt und damit schlimmsten Benachteiligungen von Frauen und deren katastrophalen Folgen für alle

Am gestrigen Abend startete der Women20-Gipfel in Berlin. Im Rahmen von Deutschlands G20-Präsidentschaft 2017 versammeln sich die mächtigsten Frauen der Welt und Vertreter_innen von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus den 20 wirtschaftsstärksten Ländern, um über aktuelle Chancen und Herausforderungen von Gleichstellung und Frauenrechten zu diskutieren.

Bereits vor Beginn des G20-Frauengipfels hat die Präsidentin des Verbands deutscher Unternehmerinnen, Stephanie Bschorr, eine bessere Vernetzung von Frauen gefordert. Größtes Defizit sei es, dass die Arbeitswelt nach wie vor sehr männlich sei, sagte sie am Dienstag im rbb-Inforadio. Bschorr kritisierte außerdem, dass es "in Deutschland, anders als in Skandinavien oder anderen Ländern in der Welt, weit entfernt von selbstverständlich ist, dass Väter sich um Kinder kümmern und dass Frauen Karriere machen, ohne dass sie dafür stigmatisiert werden". "Wir glauben fest daran, dass wir uns auf breiter Ebene austauschen müssen, also über wirtschaftspolitische, private und Non-Profit-Organisationen hinweg. Wir müssen uns vernetzen, Vorbilder austauschen." Auch müsse man schauen, wo das jeweilige Land im internationalen Vergleich stehe und wie man gemeinsam voran komme, sagte Bschorr.

Am G20-Frauengipfel nehmen neben Bundeskanzlerin Merkel auch die Tochter des US-Präsidenten Trump, die niederländische Königin Maxima sowie 100 Delegierte aus zahlreichen Ländern teil. Ivanka Trump nutzte die Veranstaltung, um „zuzuhören und zu lernen“ (ihr Vater streichte bereits jede Menge Gelder für Frauenorganisationen weltweit und brachte mit seinem Machissmo bereits US-Frauenrechtlerinnen auf die Barrikaden) – und alle Medien folgten. Da blieb dann Konkretes und vor allem Unerhörtes wieder auf der Strecke.  Doch es gab auch härtere Wort z.B. von der IWF-Präsidentin. Sie fordert die Wirtschaft auf, Zahlen auf den Tisch zu legen, statt Beteuerungen. IWF-Chefin Christine Lagarde rief alle Staaten auf, für Frauen bessere Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und eine gleichberechtigte Teilhabe am Unternehmertum zu verschaffen. Dies ist für viele auch keine Kann- sondern eine Soll-Forderung, schon von Rechtswegen, wie z.B. die Forderung nach gleichen Löhnen bei gleicher Leistung.

Zum Women20-Gipfel (24.-26.4.2017) in Berlin zeigte auch die betterplace lab-Studie "Bridging the Digital Gender Gap" anschaulich und praxisorientiert Wege zur digitalen Inklusion von Frauen, und stärkt so das Thema Digitalisierung auf der internationalen Gleichstellungsagenda. www.betterplace-lab.org/de/bridging-the-digital-gender-gap/

Ganz oben auf der Agenda: die Digitalisierung. Informations- und Kommunikationstechnologien haben weltweit das Potential, das Leben von Menschen nachhaltig zu verbessern: durch Beteiligung und Einbindung, effizientere Organisationsführung oder mehr Chancen für Kreativität und Innovationen. Dazu braucht es allerdings Zugang, zur Technologie wie zu relevanten Inhalten und Services. Gerade dabei erleben Frauen weltweit überdurchschnittlich oft Nachteile.

Das betterplace lab will ran an diese digitale Kluft. Darum hat es  sich in Kooperation mit Women20 aufgemacht, in sechs Ländern zu untersuchen, was die Zugangshürden ausmacht, und welche Lösungsansätze es gibt. In Äthiopien, Brasilien, Deutschland, Indien, Indonesien und Südafrika habt es  mit Startup-Gründern, nationalen Politikexpertinnen, Sozialunternehmerinnen und NGO-Vertretern gesprochen, anschauliche Eindrücke aus der Praxis gesammelt, und so konkrete Ansätze identifiziert, wie die digitale Inklusion gleichberechtigt für alle gelingen kann.Die Studie "Bridging the Digital Gender Gap" erzählt die Geschichten dieser Reisen und stärkt das Thema Digitalisierung auf der internationalen Gleichstellungsagenda, und gibt mit Einblicken aus der Praxis konkrete Anregung für gelungene und wirksame Gestaltung von politischer Rahmensetzung und finanzieller Förderung. Hilfe statt Hype!

(Redaktion)


 

 

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