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  • 16.09.2016, 11:50 Uhr
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  • Berlin
MONSANTO-KRITIK

Monsanto-Kritik aus Berlin von NABU und WWF: sie warnen vor den Folgen für Landwirte, Verbraucher und Umwelt

Zur angekündigten Übernahme des Monsanto-Konzerns durch Bayer erklärt Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland in Berlin, die Folgen. Zur Übernahme von Monsanto durch den Bayer-Konzern kommt auch Kritik vom NABU aus Berlin

Zur angekündigten Übernahme des Monsanto-Konzerns durch Bayer erklärt Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland: "Die Übernahme von Monsanto durch Bayer wird die weltweite Abhängigkeit der Landwirte von multinationalen Konzernen verstärken, den Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut und gefährlichen Chemikalien befördern und der Ausbreitung umweltschädlicher Monokulturen Vorschub leisten. Verlierer werden die Kleinbauern und die Umwelt sein. Mit gentechnisch verändertem Saatgut und Agrarchemie wird ein weiterer Rückgang von Biodiversität vorprogrammiert. Wenn Bundesregierung und EU wirklich eine nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft im Sinne der Sustainable Development Goals (SDG) wollen, müssen sie diesen Deal stoppen. Nun gilt es kartellrechtliche Fragen intensiv zu prüfen und gegenzusteuern.

Bei einer der entscheidenden Zukunftsfragen, der globalen Ernährungssicherheit, darf sich nicht zu viel Marktmacht bei einzelnen Unternehmen ballen. Durch derartige Übernahmen entstehen Giganten die ihre ungeheure Marktmacht bereits in der Vergangenheit oft zulasten von Kleinbauern ausgespielt haben. Und das, obwohl die Bevölkerung in den meisten Ländern bei ihrer Versorgung mit Lebensmittel auf Kleinbauern angewiesen ist." Mehr Infos auf wwf.de

Zur Übernahme von Monsanto durch den Bayer-Konzern kommt auch Kritik vom NABU aus Berlin. Der NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: "Diese Rekordübernahme sendet ein fatales Signal für die weltweite Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen und lässt die Alarmglocken schrillen bei allen, die sich eine umweltverträglichere, gift- und gentechnikfreie Landwirtschaft wünschen. Mit diesem Milliarden-Deal wird die industrielle Landwirtschaft mit ihren schädlichen Folgen für Mensch und Natur weltweit zementiert - zugunsten von Agrarkonzernen, die die Preise diktieren und Milliarden mit Pestiziden umsetzen. Wer so viel Geld zahlt, wird auch alles daran setzen, dass dieses System so bleibt." Bayer-Monsanto beherrschen nun gemeinsam mit fast 25 Prozent den Markt für Agrochemikalien und besetzen 30 Prozent des Marktes für Saatgut.

"Bayer und Monsanto werden alles daransetzen, dass TTIP durchgeht, das Vorsorgeprinzip in der EU dem Innovationsprinzip weicht und Gentechnik insbesondere die neuen Technologien (Crisp/Cas) ohne besondere GVO-Regulierung aufs Feld kommen", so Miller.Die Gefahr dieses Monopols besteht aus NABU-Sicht auch darin, dass der Monsanto-Konzern, der auch im Bereich "Digital Farming" führend ist, in Zukunft über enorme Datenmengen zur Beschaffenheit des Bodens, zur Produktivität, zu Düngemengen, Saatgutmischung und den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft weltweit verfügen könnte. "Das bedeutet, dass dann ein Mega-Konzern die gesamte landwirtschaftliche Produktion steuern wird. Wir können nur hoffen, dass hier die Kartellbehörden noch ein Wort mitsprechen werden."

NABU-Pestizidstudie "Artenschwund durch Spritzmittel": www.NABU.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/pestizide/16722.html

NABU-Studie "Umweltrisiko Glyphosat": www.NABU.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/pestizide/16524.html

(Redaktion)


 

 

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