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Kinderförderung

Ausbildung auch nach abgeschlossener Prüfung

Für ein über 18 Jahre altes Kind besteht Anspruch auf Kindergeld und steuerliche Förderung bis zum 25. Lebensjahr, wenn es für einen Beruf ausgebildet wird.

Der Vorbereitung auf ein Berufsziel dienen alle Maßnahmen, bei denen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen erworben werden, die als Grundlagen für die Ausübung des angestrebten Berufs geeignet sind. Dabei wird eine Ausbildung in der Regel mit einer Prüfung abgeschlossen. Nach dem Urteil des BFH vom 26.8.2010 (Az. III R 88/08) umfasst die begünstigte Berufsausbildung aber nicht nur Maßnahmen, um die Mindestvoraussetzungen für die Ausübung des gewählten Berufs zu erfüllen. Darüber hinaus zählen auch solche Maßnahmen, welche die berufliche Stellung des Kindes verbessern. Daher kann sich ein Kind auch dann noch in Berufsausbildung befinden, wenn es nach einer erfolgreich absolvierten Ausbildung zusätzliche Qualifikationen erwirbt, sofern diese als Grundlage für den angestrebten Beruf geeignet sind.

Nach diesen Grundsätzen kann es sich bei einer Tätigkeit als Volontär, Trainee oder als Praktikant um eine Berufsausbildung handeln, unabhängig von der Bezeichnung der Maßnahme. Entscheidend ist nur, dass die Erlangung beruflicher Qualifikationen im Vordergrund steht. Im Urteilsfall ging es um eine volljährige Tochter, die ihr Studium der Germanistik, Anglistik und Wirtschaftswissenschaften mit der Magisterprüfung abschloss. Da sie eine Tätigkeit im Bereich Presse, Public Relations oder Marketing anstrebte, schloss sie einen auf ein Jahr befristeten Vertrag als Trainee im Bereich Marketing mit einem Verlag. Der Ausbildungsplan sah einen Aufenthalt in der Event-, Marketing- und Anzeigenabteilung sowie in der Koordination und der Redaktion vor. Diese Tätigkeit ist als Berufsausbildung und nicht als ein gering bezahltes Arbeitsverhältnis zu beurteilen, so der BFH.

(TIPP) Der BFH hatte zuvor bereits in mehreren Urteilen eine Tätigkeit nach absolvierter Berufsausbildung noch als geförderte Maßnahme angesehen. Das gilt zum Beispiel für

  • ein Studium nach einer Lehre, ein Zusatzstudium mit dem Ziel „Master of Laws (LLM)“ nach bestandenem Staatsexamen (Urteil vom 14.11.2000, Az. VI R 128/00),
  • die Fortsetzung des Studiums nach bestandener Diplomprüfung als Maschinenbauingenieur (Urteil vom 24.2.2010, Az. III R 80/08),
  • den Erwerb der ersten Musterberechtigung (sog. type rating ) durch einen Verkehrsflugzeugführer (Urteil vom 4.3.2010, Az. III R 23/08) und
  • die gegen geringe Entlohnung ausgeübte Volontärtätigkeit einer Wirtschaftsassistentin (Urteil vom 9.7.1999, Az. VI R 50/98).

(VSRW-Verlag)


 


 

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