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Neuankömmlinge auf dem Arbeitsmarkt: Wie tickt die Generation Z?

Die Generation Z ist bereit, den Arbeitsmarkt zu erobern. Gemeint sind junge Menschen, die ab 1995 geborenen sind - im Jahr 2019 also 24 Jahre oder jünger sind - und vor dem Abschluss von Schule, Ausbildung oder Studium stehen beziehungsweise gerade ins Berufsleben einsteigen.

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Wie ihre Vorgänger, also die Vertreter der Generationen X und Y, bringen sie bei ihrer Suche nach Jobs spezifische, von ihrer Lebenswelt geprägte Fähigkeiten mit: Mitglieder der "Gen Z" sind geübt im Umgang mit neuen Technologien und der Informationsflut in digitalen Medien. Sie denken entsprechend vernetzt. Die Bezeichnung "Digital Natives", die sich für diese digital-affinen jungen Menschen eingebürgert hat, bringt es auf den Punkt: Sie bewegen sich wie selbstverständlich in einer digitalen Welt, die ältere Arbeitnehmer - darunter auch Führungskräfte - häufig an ihre Grenzen bringt. Dank dieser Eigenschaften haben sie erhebliches Potenzial für den Arbeitsmarkt. Doch die Generation Z stellt Arbeitgeber auch vor große Herausforderungen.

Arbeitgeber müssen auf Erwartungen der Generation Z reagieren

Ein Beispiel: Unternehmen müssen darauf reagieren, dass dieser Generation nicht nur eine gute Work-Life-Balance wichtig ist, sondern dass sie sich auch während der Arbeitszeit ein hohes Maß an Selbstverwirklichung wünscht. Bei der McDonald's Ausbildungsstudie 2013 (hier als PDF erhältlich) gab mehr als ein Drittel der Befragten zwischen 15 und 25 Jahren an, dass die Arbeit sich gut mit Privatleben und Familie vereinbaren lassen sollte (35 Prozent). Am wichtigsten war ihnen, dass die Arbeit Spaß macht (71 Prozent). "Digitale Nomaden", die es geschafft haben, sich mit einem Online-Business selbstständig zu machen und ortsunabhängig zu arbeiten, gelten vielen jungen Menschen als Vorbilder. Mit dem Laptop am Strand - dieses in den sozialen Netzwerken wie Instagram verbreitete Bild wird aber für die wenigsten Realität. Aber Flexibilität wünschen sich nichtsdestotrotz auch jene, die einen festen Arbeitsplatz haben. Arbeitgeber, die kein Gleitzeitmodell oder kein Homeoffice anbieten, dürften bei der Generation Z demnach schlechte Karten haben.

Mit diesem Wunsch nach Freiheit und Selbstverwirklichung geht jedoch ein mindestens ebenso starkes Bedürfnis nach Sicherheit einher. Das mag zunächst paradox klingen. Doch die ab 1995 Geborenen bekommen stärker als die Generationen vor ihnen die Schattenseiten der Globalisierung zu spüren und müssen mit teilweise existenziellen Bedrohungen leben. Laut der Celepedia Jugendstudie 2016 haben rund 21 Prozent der Jugendlichen ab 14 Jahren am meisten Angst vor Terrorismus und Krieg - erst danach folgen Ängste vor dem Verlust von Familienmitgliedern, vor dem Unglücklichsein und vor Einsamkeit. Auch Umweltzerstörung, staatliche Überwachung und eine mögliche Arbeitslosigkeit empfinden einige junge Menschen als besonders beängstigend. Ihr Sicherheitsbedürfnis zeigt sich laut der Studie unter anderem in der Beliebtheit klassischer Familienkonzepte (61 Prozent wollen heiraten; 67 Prozent wollen zwei Kinder haben) und der Entscheidung für eine solide Ausbildung (insgesamt 58 Prozent wollen studieren oder eine Ausbildung machen). "Eigentlich ganz vernünftig", diese Generation Z - so fasst das Portal statista.de die Erkenntnisse der Jugendstudie zusammen. Dass 64 Prozent der in der McDonald's-Studie befragten jungen Leute einen sicheren Arbeitsplatz besonders wichtig finden und 43 Prozent Wert darauf legen, dass der Beruf Zukunft hat und Erfolg verspricht, überrascht vor diesem Hintergrund nicht.

Die Erwartungen sind hoch - doch wo gibt es die passenden Jobs?

Für Arbeitgeber ist es wichtig zu wissen, wie die Altersgruppe der heute unter 24-Jährigen tickt, denn nur so können sie auf die Erwartungen und Bedürfnisse dieser neuen Generation eingehen. Das ist notwendig, denn der demografische Wandel und der Fachkräftemangel machen es derzeit schwierig, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Doch auch wenn junge, gut ausgebildete Menschen auf dem Arbeitsmarkt begehrt sind, bekommen Mitglieder der Generation Z nicht alles auf dem Silbertablett serviert. Schließlich hängt ihre berufliche Zukunft nicht nur von den Rahmenbedingungen ab, sondern auch davon, wie gut ihre individuellen Fähigkeiten und Interessen zu dem passen, was der Arbeitsmarkt derzeit fordert. Eine Stelle zu finden, die sowohl dem Wunsch nach Selbstverwirklichung als auch dem Bedürfnis nach Sicherheit entspricht, ist nicht immer einfach.

Gerade diejenigen, die kurz vor dem Schulabschluss stehen und sich entscheiden müssen, welchen Karriereweg sie einschlagen, fragen sich häufig: Was macht mir Spaß - und welche Berufe haben Zukunft? Job-Ratgeber wie der von CleverDirekt geben jungen Menschen einen Überblick über die Branchen, in denen in den kommenden Jahren mit einem hohen Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitnehmern zu rechnen ist und die gute Gehälter erwarten lassen. Unabhängig davon, in welchem Bereich die Interessen eines Absolventen liegen: Gefragter denn je ist die Spezialisierung auf ein bestimmtes Fachgebiet. Damit einhergeht, dass Berufstätige ihr Wissen in diesem Bereich stets auf dem neuesten Stand halten sollten: Lebenslanges Lernen lautet das Stichwort nicht nur für die Generation Z, denn der Arbeitsmarkt entwickelt sich rasant.

Sind Unternehmen bereit für die junge Generation?

Das Randstad Arbeitsbarometer, das in 33 Ländern vierteljährlich Arbeitnehmer aus unterschiedlichen Branchen online befragt, stellte 2015 fest, dass nur rund 49 Prozent der deutschen Arbeitnehmer davon ausgehen, dass ihr Unternehmen gut auf die Generation Z vorbereitet ist (business-on.de berichtete). Erwartet wurde von rund 63 Prozent, dass sich die Neulinge im Hinblick auf flexible Arbeitsbedingungen anspruchsvoll zeigen würden.

Inzwischen sind die ersten Vertreter dieser neuen Arbeitnehmergeneration auf dem Markt angekommen. Unternehmen wie auch Jobeinsteiger werden nun auf die Probe gestellt: Ob die Firmen für die Ankunft der "Gen Z" gewappnet sind und ob die Berufswelt den hohen Erwartungen der jungen Arbeitnehmer gerecht wird, wird sich in unmittelbarer Zukunft zeigen.

(Redaktion)


 

 

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