24.10.2011  11:26 Uhr

Richtig bewerben
Der Bewerber hat die Bringschuld

Deutschland. Wenn erfahrene Personalbearbeiter auf eine ausgeschriebene Stelle über 100 Zuschriften bekommen und beim ersten darüber schauen, quasi im Eilverfahren, über 90 Prozent davon auf den Stapel für die Absagen legen, lässt das durchaus den Schluss zu, dass sich viele falsche Kandidaten bewerben – oder diese sich falsch bewerben.

Wie also kann man sich richtig bewerben? Indem man zunächst einmal das Stellenangebot genau liest, am besten zwei- oder dreimal. Da ist ein Schloss, welches den passenden Schlüssel sucht. Das ist der, der das Schloss ohne Widerstände, ganz geschmeidig öffnen kann. Ein Traum für jeden Personaler. Der auch bereit ist Abstriche zu machen und liebend gerne den Schlüssel nimmt, der ins Schloss passt, sich aber nicht mehr drehen lässt.

Das Stellenangebot des potenziellen neuen Arbeitgebers enthält in der Regel ein sehr genaues Anforderungsprofil. Machen Sie sich die Mühe und schreiben Sie die einzelnen Anforderungen auf einen Zettel, den Sie dann mit Ihrem Profil abgleichen. Ganz klar gilt: Das Unternehmen kauft eine Arbeitskraft, zahlt ihr regelmäßiges Gehalt und darf im Auswahlverfahren durchaus erwarten, dass die Bewerber die gewünschten Informationen wie Qualifikationen auch liefern.

Zum Beispiel die Angabe des Gehaltswunsches. Damit wollen Unternehmen wissen, ob der Bewerber in das bestehende Gehaltsgefüge passt. Also geben Sie Ihren Gehaltswunsch an. Nennen Sie entweder Ihr momentanes Gehalt, oder schreiben Sie, was Sie zukünftig verdienen wollen. Ein Aufschlag von zehn bis 15 Prozent ist beim Wechsel üblich. Nur ignorieren Sie diese Wunschangabe des suchenden Unternehmens nicht.

Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen. Angefangen vom gesuchten Alter des Bewerbers über seine Ausbildung und Qualifikation bis hin zur gewünschten Führungserfahrung liegen die Fakten der Suchanzeige auf dem Tisch. Warum sich um die Stelle eines „Ing. (FH) Fahrzeugtechnik, Alter Mitte 30, mit Schwerpunkt Antriebstechnik/Elektroantrieb“ bei einem Automobilzulieferer ein 45jähriger Diplom-Chemiker bewirbt, der noch nie für die KFZ-Branche gearbeitet hat, bleibt den Personalbearbeitern ein ewiges Rätsel. Ebenso wie das der Rechtschreibung, die ja von allen gängigen Textverarbeitungsprogrammen kontrolliert wird – nur bei Bewerbungsschreiben wie von Geisterhand gesteuert offensichtlich ihren Dienst versagt.


 

(Redaktion)



 


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