Sie sind hier: Startseite Aktuell News
Weitere Artikel
  • 21.09.2017, 13:40 Uhr
  • |
  • Deutschland
Bewertung

Firmenübernahme – Hierauf kommt es an

Die Startup-Branche Deutschlands boomt. Neugründungen sind nach wie vor die wohl beliebteste Variante für Einsteiger, sich am Markt zu positionieren. Dass Firmenübernahmen jedoch einige Vorteile bieten können, wird darüber hinaus häufig vergessen. So schont eine Übernahme Ressourcen, Gründer profitieren von der bereits soliden Stellung am Markt und auch die Bereitschaft der Banken, Kredite für die Finanzierung zu vergeben, kann höher liegen. Vor der Übernahme gilt es jedoch, einige wichtige Details zu prüfen.

Den Wert des Unternehmens definieren

Die Bewertung eines Unternehmens ist einer der wichtigsten Schritte, wenn es um eine spätere Übernahme geht. Dass dieses Thema dennoch eher selten angesprochen wird, liegt am vergleichsweise geringen Anteil der Unternehmensübernahmen in Deutschland. „Neugründer machten 2016 77% der Gründer aus. Übernahme eines bestehenden Unternehmens oder die tätige Beteiligung an einem solchen sind für viele Gründer offensichtlich weniger attraktiv. Auf Übernahmegründer entfiel 2016 ein Anteil von 9%, auf Beteiligungsgründer14%.“ (Quelle: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Gr%C3%BCndungsmonitor/KfW-Gr%C3%BCndungsmonitor-2017.pdf) Wer sich dennoch mit dem Gedanken einer Übernahme beschäftigt, sollte nicht allzu leichtfertig damit umgehen. So bestimmt der ermittelte Kaufwert darüber, wie leicht der Einstieg fällt und wie viel Geld der Käufer investieren muss.

Altinhaber und Käufer sind sich nicht immer einig, was den Kaufpreis eines Unternehmens betrifft. Immerhin geht es hier nicht nur um rein materielle Güter, sondern auch um die subjektive Sicht der Verhandlungspartner im Hinblick auf dem emotionalen Wert. Käufer sollten sich nicht auf das Drängen der Altinhaber, den Kaufpreis aus emotionaler Sicht zu steigern, einlassen. Viel wichtiger ist es, denn tatsächlichen Wert so genau wie möglich zu definieren

Das traditionelle Substanzwertverfahren ist eine Möglichkeit, den Wert eines Unternehmens zu definieren. Hier werden alle vorhandenen Vermögenswerte addiert und die Schulden subtrahiert. Das Ergebnis ist dann ein Wert, den der Käufer investieren müsste, um das betreffende Unternehmen selbst zu reproduzieren. Auch bestehende Immobilien können Bestandteil des traditionellen Substanzwertverfahrens sein. Hier ist es besonders wichtig, den aktuellen Marktwert einer Immobilie herauszufinden, um nicht zu viel zu zahlen. An dieser Stelle genügt oberflächliches Wissen rund um den Immobilienmarkt jedoch nicht. Daher lohnt es sich, professionelle Dienstleister wie ruof-immobilienbewertung.de mit der Immobilienbewertung bei einer Firmenübernahme zu beauftragen, um zu hohe Investitionen auszuschließen.

Immaterielle Güter richtig bewerten

Das Substanzwertverfahren alleine genügt jedoch nicht, um den Wert eines Unternehmens zu definieren. Schließlich übernimmt der Käufer auch Posten, die sich nicht so einfach auflisten oder bewerten lassen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Patente
  • Markenrechte
  • bestehende Kundenstämme
  • zu übernehmende Aufträge
  • Software inklusive Lizenzen
  • Beziehungen zu Lieferanten
  • sowie die Fachkenntnis der Angestellten.

Erst nach der Hinzunahme dieser immateriellen Posten entsteht der sogenannte Vollreproduktionswert. In ihm enthalten ist auch der Firmenwert, auf den sich Käufer und Verkäufer meist im Rahmen recht langer Verhandlungen einigen müssen.

Eine Prüfung der Bücher und Abschlüsse ist bei Übernahmen unverzichtbar. (Quelle: Pexels (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Um sich bei Banken Vorteile zu verschaffen, sollten Käufer außerdem nicht auf eine eingehende Prüfung des Unternehmens verzichten. Genau wie bei der Startup Finanzierung achten Banken nicht nur auf die bestehenden Werte, sondern auch auf das Zukunftspotenzial eines Unternehmens und dessen wirtschaftliche Stabilität. Die eingehende Überprüfung der Jahresabschlüsse vergangener Zeiten und die Bewertung von Risiken und Chancen spielen hier eine wichtige Rolle.

Nach dieser groben Analyse ist es entscheidend, das zu übernehmende Unternehmen mit Hilfe der „Due Diligence“ eingehend zu überprüfen. Bei der Due Diligence geht es nicht mehr nur um die tatsächlichen Güter und die finanzwirtschaftliche Lage eines Unternehmens, sondern auch um die Marktsituation, Produkte und Kundenbindungen. Des Weiteren werden hier auch steuerliche und rechtliche Details genau unter die Lupe genommen, was ein umso genaueres Bild zeichnet. Erst nach der Due Diligence ist es dem Käufer möglich, den Firmenwert eines Unternehmens realistisch zu betrachten.

Der Firmenwert aus steuerlicher Sicht

Dass sich zwischen dem Substanzwert eines Unternehmens und dem tatsächlichen Kaufpreis eine Differenz ergibt, ist dem sogenannten Firmenwert geschuldet. Dieser errechnet sich vor allem anhand der immateriellen Posten und soll den Verkäufer für seine bisherigen Mühen und Erfolge belohnen. Wer ein Unternehmen kauft, profitiert jedoch nicht zwingend von einem hohen Firmenwert, sondern sollte diesen nach Möglichkeit gering halten.

So sieht das Finanzamt für den Firmenwert vergleichsweise lange Abschreibungsfristen vor. Um sich selbst nicht in finanzielle Bedrängnis zu bringen, sollte der Käufer den Firmenwert daher so gering wie nur möglich ausfallen lassen. Dies ist möglich, indem die vorhandenen Sachwerte und andere Posten mit höheren Kaufpreisen angesetzt werden. Auf diese Weise sinkt der Anteil des Firmenwerts am Gesamtpreis.

Der Anteil des Firmenwertes sollte aus Steuergründen so gering wie nur möglich ausfallen. (Quelle: stevepb (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Es ist möglich, den entstehenden Mehrwert bei einer Übernahme so zu unterteilen, dass sich mehrere Posten ergeben. Für diese wieder können kürzere Abschreibungsfristen gelten, was die finanzielle Situation entspannt. Beispielsweise wäre es möglich, den Teil des Kaufwertes, der den Substanzwert übersteigt, in einzelne Kosten für den zu übernehmenden Kundenstamm, vertriebliche Rechte und mitübernommene Aufträge zu unterteilen. So entstehen neue immaterielle Posten und Güter, die sich schneller von der Steuer absetzen lassen und der Anteil des Firmenwertes sinkt.

Da es zahlreiche Faktoren gibt, die sich auf den Wert eines Unternehmens, seiner Güter und Immobilien auswirken, sollten sich unerfahrene Käufer dieser Aufgabe nach Möglichkeit nicht selbst stellen. Besser ist es, die Leistungen erfahrener Berater in Anspruch zu nehmen und auf deren Kompetenz bei Due Diligence Analysen, Immobilienbewertungen und allgemeinen Einschätzungen von Chancen und Risiken zu vertrauen. Dass dies jedoch wiederum neue Kosten auf den Plan treten lässt, sollten Käufer nicht vergessen.

(Redaktion)


 


 

Käufer
Firmenwert
Wert
Posten
Anteil
Substanzwertverfahren
Kaufpreis
Immobilie
Due Diligence
Gründer
Güter
Firmenübernahmen
Quelle
CC-Lizenz
Möglichkeit
Sicht

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Unternehmen" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: