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  • 02.09.2019, 21:41 Uhr
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  • Deutschland
Brandschutz

Nachhaltige Innovationen im Brandschutz

Wenn es um das Thema Brandschutz geht, spielt das Jahr 2019 eine besondere Rolle. Wissenschaftlern der EMPA gelang es gemeinsam mit der Isofloc AG erstmals, einen Dämmstoff aus Altpapier zu entwickeln, der in mehrgeschossigen Holzhäusern wirksam vor Feuer schützt. Als Bindemittel kommt eine Substanz zum Einsatz, die für Mensch, Tier und Umwelt unbedenklich ist.

Verlässlicher Brandschutz fast ohne Chemie

Mit einem unscheinbaren Würfel aus grauen Flocken konnten Wissenschaftler der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt zu Beginn des Jahres beweisen, dass man aus riesigen Bergen von Altpapier ein preisgünstiges feuerfestes Dämmmaterial entwickeln kann.

Dabei ist es vor allem eine Eigenschaft, die den Faserverbund so wirkungsvoll macht. Er zerbröselt nicht. Damit können tragende Elemente von Holzhäusern besonders lange vor dem Feuer geschützt werden. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass es sich nicht um herkömmliche Dämmstoffmatten handelt, die von Arbeitern zugeschnitten und in das Bauteil eingepasst werden müssen. Stattdessen werden die Altpapier-Fasern in den Hohlraum eingeblasen, bis er vollständig gefüllt ist.

Ein langer steiniger Entwicklungsweg

Die Schwierigkeit besteht hierbei vor allem darin, dass die Fasern aus Kostengründen besonders schnell und leicht eingeblasen werden müssen. Gleichzeitig müssen sie so formstabil bleiben wie klassische Dämmplatten. Nur auf diese Weise kann das Feuer lange genug aufgehalten werden. Zu guter Letzt gab es auch noch die Voraussetzung, dass das Bindemittel ungiftig, in großen Mengen verfügbar und preisgünstig ist. Nach vielen Versuchen stieß man schließlich auf eine Substanz aus der Lebensmittelindustrie, eine zuverlässige Verbindung aus Zelluloseflocken.

In den zahlreichen Tests im Brandlabor der VKF ZIP AG mit bis zu 1.000°C heißen Flammen konnte die Substanz allen Anforderungen genügen. Die Isolierung hielt, ohne dass glühende Flocken herausfielen oder dass sich die Form der Dämmung veränderte. Gegenüber geklemmten Steinwollmatten wurde eine deutlich bessere brandhemmende Wirkung festgestellt.

Umfassender Brandschutz

Natürlich kann eine Technologie wie die Dämmung aus Zellulose nur eine von vielen Vorkehrungen im Bereich des präventiven Brandschutzes sein. Um diesen bestmöglich sicherzustellen, ist es ratsam ein kompetentes Expertenteam hinzuzuziehen. Beispielsweise bietet Rosenbauer solch ein ganzheitliches Konzept für eine umfassende Brandverhütung an. Von der ersten Inspizierung des zu schützenden Objektes bis hin zur Wartung, erhält man professionelle Unterstützung. Das Sortiment des vorbeugenden Brandschutzes reicht von kleinen fahrbaren POLY Anlagen bis hin zu Tunnellöschanlagen.
Eine regelmäßige Auffrischung der Brandschutzkenntnisse der Mitarbeiter sollte selbstverständlich auch zu einem nachhaltigen Schutz gegen Feuerschäden zählen.

Eine neue Generation industrieller Dämmsysteme entsteht

Die Entwicklung der getesteten Dämmtechnologie ist aktuell noch nicht abgeschlossen. Die finale Phase findet bei dem Industriepartner von EMPA, der Isofloc AG, statt. Dort sind die Maschinentechniker und Ingenieure gefragt, die bisherigen Prototypen zu einer neuen Generation von Einblasmaschinen zu entwickeln. Dabei kommt es vor allem auf die korrekte Dosierung des Bindemittels an.

Man geht davon aus, das neue Dämmsystem zusammen mit den passenden Einblasmaschinen im Jahr 2020 auf den Markt bringen zu können. Aus Bergen von ungenutztem Altpapier kann dann ein Dämmmaterial entwickelt werden, das nicht nur Menschenleben schützt, sondern auch noch beim Einsparen fossiler Brennstoffe helfen kann.

(Redaktion)


 


 

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