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  • 09.07.2018, 13:51 Uhr
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  • Deutschland
Bürogemeinschaft

Coworking – hat das klassische Büro ausgedient?

Coworking erfreut sich hierzulande immer größerer Beliebtheit. Gerade für selbstständige Kreative stellt diese besondere Form der Bürogemeinschaft eine echte Alternative zum klassischen Home-Arbeitsplatz dar. Doch woran liegt das? Was sind die Vorteile und für wen ist diese Bürolösung noch geeignet? Hier gibt es die Antworten.

Was ist Coworking?

Der Begriff ‚Coworking‘ stammt aus dem Englischen und bedeutet ‚Zusammenarbeiten‘. Dabei handelt es sich um ein besonderes Konzept einer Bürogemeinschaft. Freiberufler, Mitarbeiter kleiner Startups und Kreative kommen hier zusammen und teilen sich einen gemeinsamen Arbeitsraum. Das Besondere dabei: Sie arbeiten nicht für dasselbe Unternehmen.

Wesentliche Vorteile bestehen dabei in der Flexibilität und den günstigen Preisen. Ein Coworking-Space ist deutlich preiswerter als ein eigenes Büro. Außerdem kann man ihn schnell und unkompliziert wechseln. Die Bezahlung erfolgt üblicherweise auf Grundlage einer Tages-, Wochen- oder Monatspauschale.

Die Vorteile im Überblick:

  • Geringe Kosten
  • Flexibilität
  • Herstellung neuer Kontakte
  • Viel Inspiration
  • Große Bandbreite an Angeboten

Leistungs- und Angebotsumfang von Coworking Spaces

Es gibt Coworking-Spaces mit ganz unterschiedlichen Ausstattungen. So findet man beispielsweise konventionelle Büros, aber auch ganze Etagen, ehemalige Fabrikhallen und Lofts. Neben den Arbeitsplätzen selbst werden oft auch noch Drucker, Scanner, Netzwerke, Besprechungsräume und weitere Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

Weiterhin organisieren viele Coworking-Spaces regelmäßig Startup-Events, Workshops, Netzwerkveranstaltungen und Mentoring-Programme. Die zentralen Werte sind dabei: Offenheit, Kollaboration, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Zugänglichkeit.

Verschiedene Formen von Coworking

Man unterscheidetvier verschiedene Formen – das Low-Budget-Coworking, das Premium-Coworking, die Arbeit im Kreativzentrum und das dezentrale bis virtuelle Coworking. Hier die wichtigsten Besonderheiten:

1. Low-Budget-Coworking

Bei dieser Form bekommt man schon für verhältnismäßig kleine Summen einen Arbeitsplatz mit WiFi und Steckdose geboten. In der Regel muss man nur ein paar Euro pro Tag bezahlen. Als Beispiele sind die Betahäuser in Hamburg und Berlin zu nennen.

2. Premium-Coworking

Diese Form ist all denjenigen zu empfehlen, die ein wenig mehr Wert auf Komfort, Ruhe und eine hochwertigere Ausstattung legen. Hier bezahlt man etwas mehr, bekommt dafür aber auch eine umfangreiche Ausstattung geboten. Ein bekannter Anbieter von Premium-Coworking-Spaces ist beispielsweise das COLLECTION Business Center.

3. Kreativzentrum

Kreativzentren sind vor allem etwas für digitale Nomaden und andere Querdenker. Hier handelt es sich um echte Innovationsoasen, in denen selbstständig Schaffende unter sich sind und ganz nach Lust und Laune schaffen können. Die Besonderheit dabei: Es gibt viele besondere Ausstattungen und Räume wie z. B. Ateliers.

4. Dezentrales bis virtuelles Coworking

Hierbei handelt es sich um eine Sonderform des Coworkings. Hier trifft man sich nämlich nicht regelmäßig am selben Ort, sondern kommt projektweise an ganz unterschiedlichen Orten zusammen. Beispiele sind Sunny Office und DNX Camps.

Ursprünge des Coworkings

Wo genau der erste Coworking Space entstanden ist, ist umstritten. Als Mutter des Konzepts bezeichnet sich die 2002 gegründete Schraubenfabrik aus Wien. Andere verorten die Ursprünge dieser besonderen Form der Zusammenarbeit in den USA, genauer gesagt 2005 in San Francisco. Zu dieser Zeit eröffnete dort die Hat Factory. Bis dahin hatte der selbstständige Programmierer Brad Neuberg vor allem in Cafés gearbeitet, die er ständig wechseln musste. Da sich das schnell als wenig praktikabel herausstellte, mietete er einen Raum an, den er kurzerhand auch anderen Freiberuflern zur Verfügung stellte.

Hier konnte man in Ruhe arbeiten und produktiv sein. Die Bürogemeinschaft wurde im Großraum San Francisco schnell beliebt, sodass sich der Trend in kurzer Zeit auch über den Rest der USA und in Europa ausbreitete.

Coworking in Deutschland

Auch in Deutschland erfreut sich die Bürolösung wachsender Beliebtheit. Hierzulande gibt es bereits 230 Standorte mit ganz unterschiedlichen Angeboten. Die meisten Coworking-Spaces findet man natürlich in der Gründer- und Startup-Metropole Berlin. Doch auch in vielen kleineren Universitätsstädten wie beispielsweise Greifswald werden Selbstständige und Startup-Mitarbeiter schnell fündig. Weitere Orte mit hoher mit vielen Anbietern sind Lorsch in Hessen, Dießen am Ammersee, Ravensburg, Wuppertal, Remscheid und Solingen.

Hauptgründe für den anhaltenden Erfolg sind die Flexibilität und die inspirierende Atmosphäre. Coworking versprüht einen Geist der Grenzenlosigkeit, der Innovation und der Herausforderung. Deshalb sind es vor allem immer mehr junge Freischaffende, die sich ganz bewusst und nicht nur aus finanziellen Erwägungen heraus für diese besondere Art der Zusammenarbeit entscheiden. Experten der Digitalszene gehen davon aus, dass sich der Trend noch massiv ausdehnen wird und sogar zu einem neuen Standard werden könnte.

(Redaktion)


 


 

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