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Darlehen

Definition: Gesellschafterdarlehen

Bei einem Gesellschaftsdarlehen handelt es sich um einen Kredit, welchen ein Mitgesellschafter an sein Unternehmen vergibt. Sie gelten als Einlagen und Rückzahlungen als Entnahmen.

Dabei gibt der Gesellschafter (Gesellschafter Definition) sowohl Eigenkapital in Form seiner Geschäftsanteile, als auch Fremdkapital in Form eines Darlehens. So erhält er neben den normalen Gewinnanteilen auch klassische Zinsen. Es gilt dabei stets zu unterscheiden, ob es sich um Eigenkapital handelt oder ob das Darlehen den sogenannten Sonderbetriebsvermögen des Gesellschafters zuzurechnen ist. Ersterer Fall liegt vor, wenn:

  • Der entsprechende Geldbetrag beim Eintritt des Gesellschafters in die jeweilige Personengesellschaft zu zahlen war.
  • Es sich um eine Einlage handelt
  • Es sich um Gewinnanteile des Gesellschafters handelt
  • Mit dem jeweiligen Geldbetrag eine Rücklage für die Gesellschaft gebildet wurde.

Sonderbetriebsvermögen ist hingegen eine Sonderbilanz (zur Definition Bilanz). Das kann entweder die Inanspruchnahme aus einer Bürgschaft sein oder ein überlassenes Darlegen im Sinne des § 607 BGB. Nicht dazuzuzählen sind hingegen alle Forderungen, welche nicht im Zusammenhang mit dem Gesellschaftsverhältnis stehen, weil sie bspw. bereits bestanden als der Gesellschafter noch nicht Teil der Personengesellschaft war.

Während Gesellschaftsdarlehen bei Kapitalgesellschaften als echte Kredite möglich sind, müssen Personengesellschaften auf eine alternative Lösung zurückgreifen. Der Gesellschafter nimmt dabei eine vorübergehende Erhöhung seiner Einlage vor und erhält am Ende statt Zinsen eine Vergütung für die Einlage. Die Kommanditgesellschaft, kurz KG, bildet dabei eine Ausnahme. Hier gelten Kredite durch Gesellschafter als echte Darlehen, insofern der Gesellschafter die vorher vereinbarte Einlage vollständig geleistet hat.

Vor- und Nachteile von Gesellschafterdarlehen

Als klarer Vorteil der Darlehen Definition sind die steuerlichen Vergünstigungen zu nennen. Die von der Gesellschaft gezahlten Zinsen können direkt als steuermindernde Betriebsausgabe deklariert werden. Damit erlangt der Gesellschafter einen geringeren Steuersatz. Außerdem ist man eigener Kreditgeber und die Konditionen können unabhängig von Banken und vollkommen frei gestaltet werden. Allerdings muss die Gestaltung der Konditionen auch im Vergleich mit anderen Darlehen standhalten. Andernfalls kommt es zu einem Konflikt mit dem Finanzamt . Grundsätzlich sind dafür jederzeit Zinszahlungen und teilweise Darlehensrückzahlungen möglich, auch wenn das Eigenkapital unter dem Stammkapital liegt. Rückzahlungen sind zudem nur mit einem geringen Verwaltungsaufwand zu sehen.

Ein deutlicher Nachteil ist die geringe Eigenkapitalquote durch die Darlehen Definition. Durch diese Quote gibt es ein schlechteres Rating bei den Banken und gleichzeitig höhere Kapitalkosten. Außerdem trägt der Gesellschafter das jeweilige Risiko. Im schlimmsten Fall haftet das Gesellschafterdarlehen wie Eigenkapital.

Gesellschafterdarlehen in verschiedenen Rechtsformen

Je nach Art der Gesellschaftsform gibt es verschiedene Besonderheiten beim Gesellschafterdarlehen.

Besonderheiten beim Gesellschafterdarlehen
Personengesellschaften• Keine gegenseitigen Forderungen zwischen Gesellschaft und vollhaftenden Gesellschaftern möglich
• Geleistete Beiträge der Gesellschafter sind Kapitaleinlagen
• Von Gesellschaft empfangene Gelder sind Entnahmen
Kapitalgesellschaften • Theoretische Rückzahlungsmöglichkeit wie bei normalen Gläubigern
• Voraussetzung: entsprechende Vertragsgestaltung
• Gesellschafter verleiht anstelle von Eigenkapital Darlehen (Rückzahlungspflicht gem. §§ 488 ff. BGB)
Aktiengesellschaft • Aktionärsdarlehen möglich
• In Krisen müssen Darlehen wie Haftkapital behandelt werden

(Christian Weis)


 


 

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