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Definition Globalisierung

Was ist Globalisierung im Jahr 2016?

Globalisierung meint länderübergreifende Transaktionen sowie die Veränderung der Weltwirtschaft. Sie findet in allen Bereichen statt: kulturell, gesellschaftlich, wirtschaftlich, politisch und auch in der Umwelt. Bei diesem Prozess werden weltweite Beziehungen in zahlreichen Ebenen intensiviert und sorgen für eine globale Verflechtung.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wirtschaftliche Globalisierung
  2. Politische Globalisierung
  3. Ursachen der Globalisierung
  4. Dimensionen der Globalisierung
  5. Was ist Globalisierung?
  6. Wer profitiert von der Globalisierung?
  7. Wer gehört zu den Verlierern der Globalisierung?
  8. Warum fürchten sich viele Menschen vor den Folgen der Globalisierung?
  9. Wie entstand die Globalisierung?
  10. Was ist kulturelle Globalisierung?
  11. Vorteile der Globalisierung
  12. Nachteile der Globalisierung
  13. Globalisierung und Umweltprobleme

Durch die Dynamik des Handels mit Gütern und durch die Bewegung von Kapital und Technologie sind ganze Märkte in verschiedenen Ländern abhängig voneinander. Ein Hintergrund dafür ist beispielsweise die kostengünstige Produktion in anderen Ländern.

Wirtschaftliche Globalisierung

Unaufhaltsam schreitet die Globalisierung im wirtschaftlichen Bereich fort. Im globalen Handelsverkehr werden Produkte weltweit getauscht. Voraussetzung für einen globalen Handel sind der Abbau von Zöllen und die vereinfachte Gesetzeslage. Inzwischen haben geringere Löhne, in manchen Ländern auch geringere Steuern, lockere Arbeitsschutzgesetze und billige Arbeitskräfte zur weitverbreiteten Auslagerung ganzer Unternehmenszweige geführt. So werden Produktionskosten erheblich gesenkt und die Konkurrenz (zur Definition Konkurrenz) nachhaltig geschwächt.

Die Welt der Banken und Finanzen ist seit der Globalisierung noch unüberschaubarer geworden. Banken und Börsen (was ist eine Börse ?) sind auf internationalen Handel angewiesen und erliegen regelmäßig Einflüssen ihrer Aktionäre. Katastrophen wie der Zusammenbruch eines Großteils der US-Finanzwelt führte in den letzten Jahren weltweit zu schweren Folgen, das Ende ist nicht in Sicht. Hier zum Beispiel werden Vorteile internationaler Zusammenarbeit deutlich, da ohne die Hilfe europäischer oder internationaler Gemeinschaften Länder die sich in Finanzkrisen befinden hilflos wären.

Politische Globalisierung

Globale Handelsbeziehungen erfordern es, über die nationalen Regelungen hinaus, globale Normen aufzustellen. Doch der Handel und die Produktion müssen nicht nur koordiniert und überwacht werden. Ein gemeinsamer Handel läuft keinesfalls nur harmonisch und einvernehmlich ab. Unstimmigkeiten und Konkurrenzdenken gehören zum Alltag und machen es notwendig, von behördlicher Seite aus, mit entsprechenden internationalen Verträgen zu intervenieren. Infolgedessen stößt nationales Strafrecht ebenfalls an seine Grenzen, wenn Straftäter international agieren. Eine globalisierte Gesellschaft braucht infolgedessen auch internationale Strafverfolgungsbehörden.

Grundsätzlich lässt sich die politische Globalisierung auf drei Ebenen feststellen. Dabei handelt es sich um:

  • Ausweitung internationaler Vereinbarungen und Verträge
  • Zunahme internationaler Organisationen
  • Ausbreitung der internationalen Öffentlichkeit

Zu den wichtigsten internationalen Organisationen, die im Zuge der Globalisierung entstanden sind, zählen die folgenden:

Wichtigste internationale Organisationen
UNO• Vereinte Nationen
• Sicherung des Weltfriedens
• Einhaltung des Völkerrechts
IAO • Internationale Arbeitsorganisation
• Sitz in Genf
• 178 Mitgliedstaaten
• Durchsetzung von internationalen Arbeits- und Sozialnormen
• Schaffung humaner Arbeitsbedingungen
FAO • Food and Agriculture Organization
• Sonderorganisation der Vereinten Nationen
• Sitz in Rom
• auch als Welternährungsorganisation bekannt
UNEP • Umweltprogramm der Vereinten Nationen
• Sitz in Nairobi
• nachhaltige Entwicklung und schonender Umgang mit der Natur
Weltbank • Weltbankengruppe
• Sitz in Washington D.C.
• wirtschaftliche Entwicklung von Schwellenländern
IWF • Internationaler Währungsfonds
• Regulierung der weltweiten Finanzen
• Management der Internationalen Schuldenkrise
WTO • Welthandelsorganisation
• Stabilisierung der Weltwirtschaft
• Liberalisierung des Internationalen Handels
OECD • Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
• wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe zu unterstützen

Ursachen der Globalisierung

Globalisierung wurde in allen Bereichen erst durch den technischen Fortschritt möglich. Moderne Kommunikationstechnologien bieten den weltweiten Informationsaustausch in Echtzeit. Die Entwicklung im Transportwesen sowie der computergestützten Logistik ermöglicht es den Unternehmen, überall auf der Welt die für sie günstigsten Produktionsstandorte zu wählen. Durch die international agierenden Unternehmen wird der Prozess der Globalisierung immer weiter vorangetrieben.

Dimensionen der Globalisierung

Die Globalisierung vollzieht sich auf verschiedenen Ebenen. Hier sind vor allem die folgenden Bereiche zu nennen:

  • Kapital- und Warenverkehr
  • Mobilität
  • Verkehr und Transport
  • Internet und Kommunikation
  • Politik
  • Kultur
  • Sprache
  • Umweltprobleme
Dimensionen der Globalisierung
Kapital- und Warenverkehr• hochspezialisierte Hersteller brauchen Märkte, die die Erfordernisse ihres Heimatlandes übertreffen
• Schwellenländer bekommen durch niedrige Löhne Anschluss an Weltwirtschaft
• Schnelle Bewegungen auf dem Devisenmarkt
• einzelne Länder müssen sich zu Wirtschaftsräumen zusammenschließen, um konkurrenzfähig zu bleiben
Mobilität • stärkere Mobilität des Personals (vor allem bei Hochqualifizierten)
Verkehr und Transport• Zahl der Personenkilometer seit 1950 mehr als 100 Mal höher
• Luftfrachtmenge 2008 bei 25 Millionen Tonnen
Internet und Kommunikation• Zahl der Telefonanschlüsse seit 1960 verzehnfacht
• grenzüberschreitende Kommunikationsprozesse über Internet vervielfacht und beschleunigt
Politik • Nationalstaaten geraten immer stärker in wirtschaftliche Konkurrenz
• Steigerung globaler Produktion erhöht Umweltprobleme
• Staaten müssen gemeinsame Lösungen finden
• Kriminelle agieren zunehmend international → nationalstaatliche Bestimmung nicht ohne Weiteres möglich → internationale Polizeizusammenarbeit notwendig
Kultur • grenzüberschreitende Verbreitung von Kunst und Kultur
• über Internet einfacher Zugang zu anderen Kulturen und Künsten
• Veränderung des Urlaubsverhaltens, Kulturen verändern sich wegen Abhängigkeit vom Massentourismus
Sprache • Dominanz der Wirtschaftssprache Englisch erhöht sich stetig
• häufiger Gebrauch von englischen Wörtern und Redewendungen in allen Ländern
Umwelt • bessere Wahrnehmung global auftretender Schäden
• Länder, die in EU wollen, müssen hohe Umweltstandards erfüllen

Was ist Globalisierung?

Der Begriff Globalisierung steht für eine wirtschaftliche, politische und technologische Vernetzung aller Nationen. Unternehmen agieren nicht länger ausschließlich innerhalb binnenstaatlicher Grenzen, sondern länderübergreifend. Bedeutsam wird die Globalisierung vor allem in Bezug auf die Produktion. So lassen viele westliche Unternehmen ihre Produkte in anderen Ländern herstellen, da die Produktionskosten deutlich geringer sind.

Wer profitiert von der Globalisierung?

Zu den wichtigsten Profiteuren gehören in Industrieländern ansässige Unternehmen (Global Player). Sie sind weltweit aktiv und erwirtschaften große Umsätze. Ein großer Vorteil, den Unternehmen dieser Art genießen, besteht darin, dass sie Gewinne in Ländern mit niedrigem Steuersatz versteuern können.

Wer gehört zu den Verlierern der Globalisierung?

Hier sind in erster Linie die Einheimischen von Entwicklungsländern zu nennen. Vor allem Kleinbauern leiden unter der günstigen Massenproduktion der Global Player, mit der sie nicht konkurrieren können. Dies führt in den betroffenen Regionen wiederum zu Massenarbeitslosigkeit.

Warum fürchten sich viele Menschen vor den Folgen der Globalisierung?

Viele Menschen fürchten wegen der Globalisierung um ihren Arbeitsplatz. Da Firmen ihre Standorte in Länder mit niedrigen Löhnen verlagern können, so die Meinung, könne man sich seines Arbeitsplatzes nicht mehr sicher sein. Dieselben Vorbehalte gibt es hinsichtlich der Steuerzahler, die sich in vermeintliche Steueroasen ins Ausland flüchten.

Trotz aller Vorbehalte, vereinzelten wirtschaftlichen Abstiegen, mehr Unsicherheit und Stress hat sich eines aber doch deutlich gezeigt. Die Globalisierung hat in den vergangenen 50 Jahren dazu beigetragen, dass es den Menschen insgesamt besser geht und der Lebensstandard gestiegen ist.

Wie entstand die Globalisierung?

Haupttriebkraft der Globalisierung ist die Kommunikationstechnologie, die sich in den vergangenen 50 Jahren massiv weiterentwickelt hat. Heute ist es kein Problem mehr, in Echtzeit über große Entfernungen zu kommunizieren . Damit ist die Abwicklung von Geschäften auch über Ländergrenzen hinweg einfacher geworden. Darüber hinaus haben sich die Transport- und Produktionsbedingungen deutlich verbessert. Man kann schneller und günstiger produzieren als je zuvor. So ist es leichter, seine Waren in anderen Ländern produzieren zu lassen und seine Waren zu exportieren.

Was ist kulturelle Globalisierung?

Die kulturelle Globalisierung umfasst die Verbreitung ursprünglich nationalstaatlich geprägter Bräuche, Gewohnheiten, Kleidung, Sprachen und Freizeitaktivitäten über die gesamte Welt. Besonders in der westlichen Welt hat man über das Internet einen breiten Zugang zu vielfältigsten Kulturen. So gibt es mittlerweile beinahe in jeder deutschen Großstadt ein buddhistisches Zentrum und in vielen Schichten der Gesellschaft sind Kleidungsstile aus aller Welt angekommen. Kulturelle Globalisierung ist mithin ein dynamischer Prozess, in dessen Verlauf sich nationale und subkulturelle Identitätskonzepte vermischen, in Wechselwirkung treten und neue Konzepte nationaler Identität und Individualität prägen.

Vorteile der Globalisierung

  • mehr Handel, stärkere Arbeitsteilung
  • Beschleunigung der wirtschaftlichen Entwicklung von kleineren Ländern
  • weniger Armut
  • Unternehmen können an Standorten in anderen Ländern günstiger produzieren
  • positiver Effekt auf die Lebenserwartung der Menschen
  • stärkerer kultureller Austausch
  • nahezu jedes Produkt lässt sich mit verhältnismäßigem Aufwand auch von Privatleuten erwerben
  • stärkerer Transfer von Wissenschaft, Forschung und Technologie
  • Demokratie und Menschenrechte verbreiten sich weltweit

Nachteile der Globalisierung

  • wirtschaftliche, kulturelle und politische Problemlösungen werden schwieriger/komplexer
  • vor allem Arbeitsplätze in der Produktion immer stärker in Billiglohnländer ausgelagert
  • internationale Finanzströme zunehmend unkontrollierbar → Gefahr von Finanzkrisen
  • Steigende Bedeutung von Global Playern macht es kleinen und mittelständischen Unternehmen schwer
  • ungerechte Verteilung von Wohlstand in einigen Ländern
  • Produkte und Material über die ganze Welt transportiert → stärkere Umweltverschmutzung

Globalisierung und Umweltprobleme

Im Zuge der Globalisierung hat sich das Bewusstsein für globale Umweltprobleme geschärft. Das ist in erster Linie der verbesserten Kommunikation zuzuschreiben. Informationen über Umweltkatastrophen und Folgen des Klimawandels können schneller ausgewertet, übermittelt und bearbeitet werden.

Darüber hinaus hat sich auch der Umweltschutz verbessert. Galten nachhaltige Standards in der Vergangenheit noch ausschließlich für Industrieländer, breiten sich die Standards heute auch in Schwellenländern aus. So müssen heute auch Länder, die in die Europäische Union eintreten wollen, sich zu strengeren Umweltgesetzen verpflichten.

Auch das internationale politische System hat auf die Anforderungen reagiert und zahlreiche neue Organisationen gegründet, die sich um den Umweltschutz kümmern. Hier ist vor allem die UNEP (die Umweltbehörde der UNO) zu nennen.

(Christian Weis)


 


 

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