Sie sind hier: Startseite Aktuell News
Weitere Artikel
Der Kunde ist König

Diese Zahlungsmittel sollten Unternehmer akzeptieren

Bargeld ist im Internet nutzlos, wenn man nicht per Nachnahme bezahlen möchte. Unternehmer müssen sich folglich Gedanken machen, wie sie ihre Kunden für Produkte und Dienstleistungen zahlen lassen.

Die akzeptierten Zahlungsmittel wählen viele Unternehmer nach Lust und Laune oder ihren eigenen Anforderungen aus. Ein großer Fehler, wenn sie möglichst viel Umsatz generieren möchten. Wie es so schön heißt: Der Kunde ist König. Das wird insbesondere beim Thema Zahlungsmittel bemerkbar. Ein Kunde, der bei einem Onlineshop nicht das von ihm bevorzugte Zahlungsmittel vorfindet, geht zur Konkurrenz .

Zahlungsmittel wählen: Die Kundschaft kennenlernen

Eines ist sicher: Kaum ein Onlineshop kann alle Zahlungsmittel abdecken. Wer zu wenige Methoden anbietet, der büßt mit Sicherheit Umsatzverluste ein.

Die Planung der akzeptierten Zahlungsmittel beginnt bereits bei der Erstellung des Businessplans: Im Rahmen dessen sollte die Zielgruppe gefunden und analysiert werden. Folglich sollte der Unternehmer wissen, woher seine Kundschaft stammt und dadurch ihr bevorzugtes Zahlungsmittel in Erfahrung bringen.

Angenommen die Kundschaft wird ausschließlich aus den deutschsprachigen Ländern Österreich, die Schweiz und Deutschland stammen. Anhand dieser Eckdaten kann recherchiert werden, welche Zahlungsmittel die Bewohner der Länder bevorzugen.

Deutschland

Über das deutsche Zahlungsverhalten gibt die Studie Payment im E-Commerce Vol. 19 – Der Internetzahlungsverkehr aus Sicht der Händler und der Verbraucher des IFH Köln Aufschluss. Das Ranking sieht wie folgt aus:

  1. PayPal: 23,9 %
  2. Rechnung: 23,5 %
  3. Lastschrift: 21,9 %
  4. Kreditkarte: 16,6 %
  5. Amazon Payments: 4,3 %
  6. Vorkasse: 4,3 %
  7. SOFORT Überweisung: 2,5 %

Weiterhin gibt es den Ratenkauf, die Barzahlung und andere Methoden. Der Anteil dieser Zahlungsmittel ist kleiner als ein Prozent und somit kaum nennenswert.

Durch die Verwendung der ersten vier Zahlungsmittel erreichen Unternehmen bereits eine Abdeckung von 85,9 Prozent.

Österreich

In Österreich sieht die Situation etwas anders aus, wie die eine Umfrage des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens zeigt:

  1. Rechnung: 31 %
  2. Kreditkarte: 23 %
  3. PayPal oder Ähnliches: 17 %
  4. Lastschrift: 12 %
  5. SOFORT Überweisung: 8 %
  6. Vorkasse: 4 %
  7. Nachnahme: 3 %

In Österreich gibt es bis auf die ersten beiden Zahlungsmethoden keine dominanten Lösungen. Um dieselbe Abdeckung wie in Deutschland zu erreichen (> 85 %), müssen die ersten fünf Zahlungsmittel akzeptiert werden. Dann beträgt die Abdeckung 91 Prozent.

Schweiz

Daten von ECC Köln Online Experts geben einen Einblick in den Markt in der Schweiz:

  1. Kreditkarte: 47,7 %
  2. Rechnung: 22,0 %
  3. PayPal: 7,9 %
  4. Vorkasse: 5,5 %
  5. Lastschrift: 2,2 %

Hierzulande nutzt fast jeder Zweite die Kreditkarte. Durch die Verwendung der fünf Zahlungsmittel wird eine Abdeckung von 85,3 Prozent erreicht.

Der ökonomische Aspekt: Die Gesamtkosten des Zahlungsverfahrens

Die Beliebtheit von Zahlungsmitteln alleine ist nicht der einzige Aspekt, den Unternehmer berücksichtigen sollten. Jedes Zahlungsmittel ist mit unterschiedlichen Kosten verbunden, die den Umsatz mindern können.

Eine Studie von ibi research gibt Einblick in die Gesamtkosten. Dabei sind mehrere Aspekte zu berücksichtigen:

  1. Wie hoch sind die Transaktionsgebühren des Zahlungsmittels?
  2. Wie lange dauert es, bis der Zahlungseingang beim Unternehmen eintritt?
  3. Gebe ich die Gebühren an den Kunden weiter, wenn ja, welche Auswirkungen hat diese Handlung?
  4. Führt ein Zahlungsmittel den Kunden zu einer externen Seite?
  5. Wie hoch ist das Risiko von Zahlungsstörungen?
  6. Muss das Unternehmen manuell nachbearbeiten?

Alles in allem resultieren die direkten und indirekten Kosten je Zahlungsverfahren in folgenden Werten:


Interessant ist die Gegenüberstellung von direkten und indirekten Kosten. Die indirekten Kosten sind bei der Zahlung auf Rechnung am größten. Direkte Kosten verursachen bei der Nachnahme hohe Gebühren.

Angesichts der Beliebtheit der Rechnung müssen Unternehmer entscheiden, ob sich die hohen Gesamtkosten für dieses Zahlungsmittel für sie lohnen beziehungsweise wie sie die Kosten reduzieren können. Da es in allen drei Märkten häufig verwendet wird, können sie womöglich nicht auf die Zahlung per Rechnung verzichten. Eine Möglichkeit wäre es aber, andere Zahlungsmittel zu pushen, indem zum Beispiel Rabatte offeriert werden.

Bitcoins sind anderen Zahlungsmitteln gleichgestellt

Von Bitcoins haben viele Unternehmer gehört. Implementiert haben die digitale Währung nur wenige von ihnen. Zu kompliziert soll der Umtausch sein, zu viel soll er kosten. Ein Trugschluss, denn der Europäische Gerichtshof hat in der Rechtssache C–264/14 beschlossen, dass der Umtausch von Bitcoins mehrwertsteuerfrei ist.

Auch die Implementierung der digitalen Währung bereitet kein Kopfzerbrechen. Zahlungsdienstleister wie BitPay tauschen die Bitcoins direkt in Euro um, sodass Unternehmer keine Probleme mit ihrer Steuererklärung erleiden. Zwar akzeptieren sie die Zahlungsmethode, sie selbst besitzen aber keine Bitcoins. Der größte Vorteil der Zahlungsmethode bleiben die niedrigen Gebühren. Laut dem Chef von Bitcoin Deutschland, Oliver Flaskämper, besteht auch kein Betrugsrisiko. Rückzahlungen sind ebenfalls ausgeschlossen.

Bankkonto für die Einzahlung der Beträge

Nachdem sich Unternehmer für verschiedene Zahlungsmittel entschieden und sie implementiert haben, können sie diese bald nutzen. Zuvor benötigen sie jedoch ein Bankkonto für ihr Unternehmen. Unternehmer sind generell beraten, ein spezielles Unternehmerkonto zu eröffnen, über das alle Transaktionen ihrer Firma getätigt werden. Bilanzierungspflichtige Unternehmen sind sogar dazu verpflichtet.

Die Kosten für ein solches Konto sind zum Teil sehr verschieden. Interessierte können einzelne Produkte und die damit verbundenen Kosten auf unternehmerkonto.com vergleichen. Die Kosten werden in drei Kategorien aufgeteilt:

  1. Buchung
  2. jährliche Grundgebühr
  3. jährliche Gesamtkosten

Welches Konto für das Unternehmen geeignet ist, hängt von mehreren Kriterien ab: Wer zum Beispiel viele Transaktionen ausführt, für den sind geringe Gebühren von Vorteil, auch wenn die jährliche Grundgebühr etwas höher ausfällt.

Auch bestehende Unternehmen können von der Eröffnung eines neuen Kontos profitieren. Viele Banken werben mit Neukundenprämien, von denen Unternehmer profitieren können. Doch auch hier gilt: Die Konditionen vorher prüfen. Ein Wechsel lohnt sich nur dann, wenn langfristig Geld gespart werden kann.

(Redaktion)


 


 

Zahlungsmittel
Rechnung
Bitcoins
Abdeckung
Bitcoin Deutschland
PayPal
Nachnahme
Gebühren
Vorkasse
Aspekt
Kundschaft
Barzahlung
Lastschrift
Händler
Transaktionen
Gesamtkosten

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Zahlungsmittel" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: