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Haushaltsnahe Dienstleistungen

Arbeiten vor dem Einzug sind nicht begünstigt

Aufwendungen für eine Gartengestaltung können grundsätzlich als haushaltsnahe Dienstleistungen bei der Einkommensteuer berücksichtigt werden. Das gilt nach dem rechtskräftigen Urteil des FG Münster vom 21.5.2010 (Az. 14 K 1141/08 E) aber nicht mehr, wenn der Eigentümer diese Maßnahmen zeitlich deutlich vor dem Einzug in sein Einfamilienhaus hat durchführen lassen.

 Denn der Garten des neuen Grundstücks zählt in einem solchen Fall noch nicht zu dem Haushalt der bisherigen Wohnung. Unter den Begriff des Haushalts ist die Wirtschaftsführung mehrerer in einer Familie zusammenlebender Personen oder einer einzelnen Person zu verstehen.

Der Haushalt erstreckt sich nicht nur auf das von einem Mieter oder Eigentümer zu eigenen Wohnzwecken genutzte Domizil, sondern umfasst auch das zu der Wohnung gehörende Grundstück. Dementsprechend sind auch Maßnahmen der Gestaltung eines zu einem Haushalt des Steuerpflichtigen gehörenden Gartens begünstigt. Das gilt aber nur, wenn das auf dem Grundstück befindliche Wohnhaus sowie der dazugehörige Garten bereits bei Durchführung der Arbeiten zum Haushalt von Eigentümer oder Mieter gehören. Im zugrunde liegenden Urteilsfall lag zwischen der Durchführung der Arbeiten und dem Einzug ein ganzes Jahr.

Unter die begünstigten haushaltsnahen Dienstleistungen außerhalb der Wohnung fallen mit Billigung der Finanzverwaltung (BMF, Schreiben vom 15.2.2010, Az. IV C 4 – S 2296-b/07/0003, BStBl 2010 I S. 140) grundsätzlich:

  • Gartenpflegearbeiten (z.B. Rasenmähen, Heckenschneiden) innerhalb des Grundstücks einschl. der Grünschnittentsorgung als Nebenleistung
  • Pflege der Außenanlagen innerhalb des Grundstücks
  • Reinigung der Zubehörräume
  • Straßenreinigung auf privatem Grundstück
  • Wachdienst innerhalb des Grundstücks

Die Summe aller Dienst- und Pflegeleistungen lässt sich pro Jahr mit 20 Prozent der begünstigten Aufwendungen und mit höchstens 4.000 Euro absetzen.

Bei einem Umzug in eine andere Wohnung oder ein anderes Haus kann sowohl für Renovierungsmaßnahmen im bisherigen Haushalt als auch im neuen Haushalt eine Steuerermäßigung in Anspruch genommen werden. Der Aufwand ist aber nur begünstigt, sofern die Maßnahmen in einem engen zeitlichen Zusammenhang zum Umzug stehen. Abgestellt wird auf den im Mietvertrag vereinbarten Beginn oder das Ende der Kündigungsfrist ; beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses auf den Übergang von Nutzen und Lasten. Ein früherer oder späterer Zeitpunkt für den Ein- oder Auszug ist etwa durch Meldebestätigung der Gemeinde, Bestätigung des Vermieters oder ein Übergabe-/Übernahmeprotokoll nachzuweisen.

(VSRW-Verlag)


 


 

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