Sie sind hier: Startseite Finanzen Finanzierung
Weitere Artikel
  • 14.06.2012, 10:47 Uhr
  • |
  • Deutschland
Vergleich

Vor- und Nachteile des Rahmenkredites im Vergleich zum Dispo

Die Spülmaschine ist kaputt, das Auto benötigt eine unvorhergesehene Reparatur, die Handwerkerrechnung fällt höher aus als geplant. Immer wieder kann es zu außerplanmäßigen Ausgaben kommen, die das monatliche Budget überschreiten und eine kurzfristige Finanzspritze erfordern.

Abhilfe schafft hier im Allgemeinen der an das Girokonto gekoppelte Dispokredit, der kurzfristig in Anspruch genommen werden kann und ausgeglichen wird, sobald es in den Haushaltsplan passt. Mit dem Rahmenkredit besteht allerdings eine kaum bekannte Alternative, die sich möglicherweise genauso gut eignet, um kurzfristige Ausgaben finanziell zu bewältigen. Im Folgenden werden Vor- und Nachteile der beiden Kreditformen erläutert.

Pro Dispokredit - Contra Rahmenkredit

Der Dispokredit stellt die wahrscheinlich bekannteste Form der kurzfristigen Kredite dar. Durch die hohe Attraktivität für die Banken wird der „Dispo“ beinahe obligatorisch mit dem Abschluss eines Gehaltskontos eingerichtet und bietet eine Möglichkeit, den finanziellen Verfügungsrahmen kurzfristig zu erweitern. Die Rückzahlung erfolgt automatisch durch den nächsten Geldeingang und wird binnen drei Monaten erwartet.

Schuldenfalle Rahmenkredit

Der gefühlte Nullpunkt des Girokontos liegt häufig nicht bei 0 Euro, sondern endet erst mit dem Limit des Dispos, wofür die Bank monatlich hohe Zinsen einstreicht. So verleitet ein Dispokredit dazu, auszugeben­, als es die finanzielle Situation zulässt – jeder sechste Bundesbürger ist mit seinem Girokonto regelmäßig im Minus, viele davon dauerhaft. Dabei bietet der Dispo den Vorteil, dass er in der Regel an den Einkommensverhältnissen des Kontoinhabers ausgerichtet ist und nur in der Höhe von ca. zwei bis drei Monatsgehältern eingeräumt wird.

Ein Rahmenkredit wird hingegen nach einer Bonitätsprüfung und der individuellen wirtschaftlichen Situation bis zu einer Höhe von 25.000 Euro vergeben und birgt damit - auch aufgrund der obligatorisch festgesetzten Mindestsumme von mehreren Tausend Euro - ein wesentlich höheres Risiko der Überschuldung. Oft lässt sich der Darlehensnehmer Stück für Stück den vollen Verfügungsrahmen des Rahmenkredites auszahlen, die Rückzahlung erfolgt aber nur mit der Mindestrate in Höhe von 1,5 bis 3 Prozent.

Rahmenkredite bedeuten viel Eigenverantwortung

Aufgrund der Verlockung, den Rahmenkredit in voller Höhe auszunutzen und möglicherweise nicht notwendige Anschaffungen zu tätigen, erfordert der Umgang mit dem Rahmenkredit ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Disziplin. Während der Schaden bei Dispokrediten auf 2-3 Monatsgehälter beschränkt bleibt, sind mit Rahmenkrediten Summen von 5 oder 6 Monatsgehältern möglich – das bedeutet eine massive Überschuldung. Zudem erfolgt die Tilgung bei Dispokrediten einfach durch Einzahlungen auf das Konto, während bei einem Rahmenkredit der Kreditnehmer unter Berücksichtigung der Mindestraten selbst die Höhe der Tilgungsraten festlegt. So sollten nur jene einen Rahmenkredit anstreben, die ihre Finanzen überblicken und im Griff haben.

Strengere Bonitätsprüfung bei Rahmenkrediten

Allgemeine Voraussetzung bei der Vergabe eines Dispokredites ist neben der Volljährigkeit zumeist nur eine Schufa-Auskunft und ein regelmäßiges Einkommen durch Gehälter, Mieten, Renten oder BAföG (zur BAföG Definition). Aufgrund der AGB von Banken ist dies ausreichend, da ein Pfandrecht an den Ansprüchen des Kunden gegenüber der Bank besteht. Bei der Vergabe von Rahmenkrediten erfolgt hingegen eine umfangreichere Bonitätsprüfung: Neben der Schufa-Auskunft sind in der Regel Informationen über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sowie Angaben über Einkommen und Ausgaben obligatorisch, um die Liquidität des Kunden zu ermitteln. Bei einigen Kreditinstituten ist die Vergabe des Rahmenkredites z. B. an Selbstständige aufgrund der schwankenden Einkünfte nicht vorgesehen.

Dispokredite sind flexibel

Aufgrund der Anbindung an das Girokonto sind Dispokredite flexibler als Rahmenkredite. Eine Überziehung des Kontos kann bei Bedarf sofort im Rahmen des Kreditlimits oder bisweilen darüber hinaus erfolgen, während ein Rahmenkredit zunächst die Überweisung einer Summe vom Kreditkonto auf das eigene Girokonto erfordert. Spontane Einkäufe sind damit z. B. nicht möglich.


 

 

Dispo
Rahmenkredit
Bank
Kreditformen
Kredit
Konto
Rückzahlung
Vergabe
Kreditnehmer
Bonitätsprüfung
Verfügung
Angaben
Abschluss
Zinsen
Tilgungsraten

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Dispo" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: