boot 2020: Die ersten Luxusyachten sind da



 Fotos:  1-12  

Es war ein ungemütlicher Empfang in Düsseldorf. Das Thermometer zeigte wenige Grad über dem Gefrierpunkt, zuerst stockfinstere Nacht und dann ein wolkenverhangener Himmel – die Landeshauptstadt zeigte sich nicht von ihrer Schokoladenseite, als sechs tonnenschwere Luxusyachten auf einem Ponton an den Messehallen im Norden der Stadt vor Anker gingen, um ans sicherere Ufer gezogen zu werden. Die boot 2020 zeigte trotzdem ihre exklusivste und größte Seite.

Während der Rhein gemächlich und ruhig an den Millionenwerten vorbeifloss – naja, der hat auch schon einiges mehr erlebt – war dieses Schauspiel für andere geradezu ein Spektakel. Familien nutzten den letzten schulfreien Tag der Weihnachtsferien, um beim Entladen zuzuschauen, andere wiederum, die zufällig unterwegs waren, blieben stehen und reihten sich in die kleine Schar der Sehleute ein. Was allerdings sehr viel Geduld bedurfte. So war anfangs kaum Aktivität zu erkennen. Der Grund: Um die tonnenschwere Schiffe zu entladen, musste erst ein stählerner Steg zwischen Ponton und Ufer verlegt werden, damit die Schmuckstücke der boot 2020 sicher und trockenen Fußes an Land und später in die Hallen gezogen werden konnten. Und das dauerte und dauerte und dauerte.

Wer allerdings bis zu diesem Moment gegen Mittag ausharrte, als die mehrere hundert PS starken Zugmaschinen endlich einkuppelten und langsam anzogen, stand schon fasziniert vor diesen eleganten Formen, die sich haushoch vor einem auftürmten und in Schritttempo über den eisernen Steg an Land gezogen wurden.

Zudem brach kurz zuvor die Sonne durch die Wolken, die die millionenschweren Luxusungetüme in bestem Licht präsentierte. Ob dadurch ein Hauch von „Coté d´Azur“ ins Rheinland gezaubert wurde, wie manche meinten, sei dahingestellt. Beeindruckend war die Luxusflotte jedoch allemal, als sich die seichten Wellen des Rheines im Sonnenlicht an den Bordwänden wiederspiegelten. Da fiel es leichter sich vorzustellen, dass einige dieser über 20 Meter langen Yachten vorher in der türkischen Riviera und der italienischen Adria ihre wahre Bestimmung hatten. Von dort wurden sie nämlich eingesammelt, um dann von Rotterdam aus die finale Etappe zur weltgrößten Wassersportmesse stromaufwärts nach Düsseldorf anzutreten.

Doch zurück in heimische Gefilde. Als das erste Schiff an Land war – es war die Azimut 72 F mit einer Länge von über 22 Metern – ging alles seinen routinierten Gang. Schiff auf Schiff – darunter mit den über 28 Meter langen Schiffen die Azimut S10 und die San Lorenzo SL96A zwei Highlights der boot 2020 – wurde vom Ponton gezogen und in die Messehallen gebracht, wo sie ab dem 18. Januar zu bestaunen sind und zum Träumen einladen – für viele jedenfalls. Wohl aber nicht für alle.

(Manfred Fammler)

 

 Weitere Fotoalben



Entdecken Sie business-on.de: