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Messe Düsseldorf

2008 erfolgreich wie nie zuvor

Es war ein historisches Jahr. Niemals zuvor hat die Messe Düsseldorf mehr umgesetzt als 2008. Niemals zuvor kamen mehr Menschen zur Messe in die Landeshauptstadt. Niemals zuvor . . . Entsprechend euphorisch zeigte sich Geschäftsführer Werner Dornscheidt: „Mit 496 Millionen Euro erzielen wir das höchste Umsatzergebnis, das eine deutsche Messegesellschaft mit eigenem Gelände jemals realisieren konnte.“ In Prozenten ausgedrückt heißt dies: 40 Prozent - über 142 Millionen Euro - mehr im Vergleich zu 2007. Das Jahresergebnis des Konzerns wurde gar verdoppelt und beträgt nach Steuern rund 60 Millionen Euro.

Niemand konnte vorab ahnen, dass es dermaßen laut in der Kasse der Düsseldorfer Messe klingeln würde. Maßgeblichen Anteil an dem Gesamtumsatz hatten die beiden großen weltweiten Leitmessen drupa und interpack, die alle drei oder vier Jahre stattfinden und somit nach zwölf Jahren zeitgleich in Düsseldorf an den Start gehen – und eben dies geschah in 2008. Medica, EuroShop, boot, glasstec und wire & Tube taten ein übriges. Sie steuerten 30 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Kurzum: Nach Abzug der Steuern bleiben dem Konzern noch 66 Millionen Euro, in 2007 waren es die Hälfte.

 Überhaupt präsentierte Dornscheidt (Foto) Zahlen, die sich in ihrem positiven Inhalt überschlugen. 25 Eigenveranstaltungen und 15 Gast- und Partnerveranstaltungen brachten mit 32.488 Aussteller und über 1.9 Millionen Besucher, davon eine Rekordanzahl aus dem Ausland, so viele wie noch nie in die Landeshauptstadt. Mehr vermietete Fläche, mehr Besucher – Dornscheidt: „Ein absolutes Rekordjahr.“

 Rekorde im Auslandsgeschäft

Der Rekordjagd in Düsseldorf stand das Auslandsgeschäft der Messe GmbH nicht nach. So stieg der Umsatzanteil des internationalen Geschäfts um acht Millionen auf rund 50 Millionen Euro. Auch die Konzerntöchter wie Igedo steuerten dazu bei, wobei hier besonders die CPM in Moskau an dem Erfolg großen Anteil hatte.

 Insgesamt, so bilanzierte Dornscheidt, sei die Messe sehr gut aufgestellt, sei der Abstand zur Messe Frankfurt deutlich verringert worden und sei „die Fachmesse mittelfristig das Marketinginstrument Nr. 1.“ Auf dieses Wissen baut Dornscheidt auch in dem anstehenden Krisenjahr und Jahren. „Die kleineren Messen werden stärker darunter leiden, da die Unternehmen ihre Budgets in die Leitmessen investieren.“

Wobei das leidige Thema „Prognose“ damit aufs Tableau gehoben wurde. Die fetten Jahre sind erst einmal vorbei, das steht fest. 2009 wird ein umsatz- und ergebnisschwaches Messejahr, da die Großmessen fehlen. Mit einem Minus von 49 Millionen Euro rechnet deswegen die Messe Düsseldorf. Eine Summe übrigens, die Messefinanzchef Herbert Vogt (Foto) bereits eingeplant hatte und durch den Erfolg von 2008 sanft abgefedert werden kann. Schließlich war das letzte Jahr ein absolutes Ausnahmejahr. Dornscheidt: „Es hätte kein Blatt mehr auf das Gelände zwischen den Ausstellungen gepasst.“

Zurück zum Krisenjahr 2009 und den folgenden Jahren. Erholung, Trendwende -über 80 Prozent der Unternehmen der Messewirtschaft sehen einen Aufwind nach 2009 mit 2011 als „kick-off-point“. Bis dahin heißt es auch für die Messe Düsseldorf mit weniger guten Zahlen, gut zu leben. Zehn Prozent weniger Fläche stehen beim Caravan Salon bereits fest, für die Herbst CPD wird erst gar keine Prognose abgegeben und in Brünn zeigt sich das Desaster der Automobilbranche deutlich. Dornscheidt: „Wir leiden darunter und haben dort Flächenverluste in enormer Höhe.“

So vernimmt sich die Aussage, dass für Düsseldorf die Anmeldezahlen für 2010 positiv verlaufen, hoffnungsfroh, wobei ein Schuss Skepsis bleibt. Denn an den Maschinenbau ist nicht zu denken. Die Geschäftserwartungen dieser Branche sind regelrecht eingebrochen – kein gutes Zeichen für die exportorientierte deutsche Wirtschaft. 

Es bleibt also Zeit, im veranstaltungsschwachen Jahr 2009 Hausarbeiten zu machen: Instandsetzung, Baumaßnahmen wie der Pavillon P in Brünn und Sanierung wie die Messehalle 5.

Sei´s drum. Gleichwohl ob Bulle oder Bär, die Messe Düsseldorf will sich weiter zu einem Big-Player im internationalen Messegeschäft entwickeln. Herausforderungen dazu gibt es genug. Indien wäre so eine, wobei seit der Trennung von der Kölner Messe der Einsatz auf dem asiatischen Subkontinent schwarze Zahlen schreibt. Russland ist ebenfalls eine. Sogar eine, die forciert wird, da erstmals nicht China, sondern das riesige Land zwischen Ostsee und der Mongolei selbst im Focus des Bundeswirtschaftsministeriums steht. Und in Russland, genauer gesagt in Moskau und damit in der Partnerstadt Düsseldorfs, fühlt sich die Messe doch schon fast heimisch.

(Redaktion)


 


 

Werner Dornscheidt
Herbert Vogt
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