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Anlegern bleiben noch sechs Monate

Abgeltungssteuer: Die Uhr tickt

Ab 1. Januar 2009 beginnt für deutsche Anleger eine neue Zeitrechnung. Denn dann tritt die Abgeltungssteuer in Kraft. Praktisch jeder Deutsche, der Geld auf der hohen Kante hat, mit Wertpapieren, Zertifikaten und Investmentfonds handelt oder mit einer Versicherung für das Alter vorsorgt, ist von der neuen Steuer betroffen: Der Fiskus zieht künftig pauschal 25 Prozent von den Kapitalerträgen ein. Zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer kann sich die Abgeltungssteuer auf 28 Prozent summieren. Bisher sind Gewinne aus dem Verkauf von Aktien und Investmentanteilen steuerfrei, sofern zwischen An- und Verkauf mindestens zwölf Monate liegen. Diese Spekulationsfrist entfällt mit Jahresbeginn 2009.

Die Auswirkungen sind immens, die Renditen vieler Produkte schmelzen dahin. Ein Anleger, der noch vor dem Stichtag 2009 beispielsweise 10.000,00 Euro in Fonds-anteile investiert, hat nach 20 Jahren bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von sechs Prozent eine Summe von 32.071,00 Euro erzielt und kann seinen Gewinn steuerfrei veräußern. Bei gleicher Investitionshöhe nach dem 1. Januar 2009 liegt das Anlageergebnis 20 Jahre später und nach Abzug der Abgeltungssteuer bei 26.553,00 Euro. „Wer also noch vor dem Stichtag tätig ist, spart in diesem Fall mehr als 5.500 Euro Steuern“, erklärt Eberhard Rohe, Leiter Privatkundengeschäft der Münchener DAB bank, die mit der Messe Düsseldorf in diesem Jahr zum dritten Mal das „RP-Finanzforum powered by profi-depotcheck.de“ anlässlich der IAM organi-siert. Im Rahmen Deutschlands bedeutendster Finanzmesse können Privatanleger bankenunabhängige Vermögensverwalter aus der Region persönlich kennen lernen und Depotoptimierungen diskutieren. Experte Rohe rät Anlegern noch in diesem Jahr, ihr Depot im Hinblick auf die Abgeltungssteuer zu überprüfen.

Der Vermögensverwalter Markus Zschaber empfiehlt Investoren, sich schon heute Gedanken zu machen: „Ein überstürztes Handeln erst zum Jahresende wird nicht den gewünschten Erfolg bringen“, so Geschäftsführer Zschaber, der mit seiner V.M.Z. Vermögensverwaltung im September zum wiederholten Male bei der Internationalen Anlegermesse in Düsseldorf vertreten ist. Prinzipiell sollten sich Anleger jetzt eher langfristig an Produkte binden. Denn wer nach 2009 umschichten muss, verliert den Bestandsschutz und muss danach Abgeltungssteuer bezahlen.

„Für den Wertpapiersparer hat die Abgeltungssteuer aber auch durchaus Vorteile“, erklärt Volkswirtin Petra Kachel vom Deutschen Aktieninstitut (DAI), das ideeller Träger der IAM ist. „Die Steuer wird von der Bank direkt an den Fiskus abgeführt, so dass die Kapitalerträge in der Einkommensteuererklärung häufig nicht mehr an-gegeben werden müssen – eine Erleichterung für Steuerzahler und Finanzamt .“ Anleger, deren persönlicher Steuersatz unter den 25 Prozent der neuen Abgabe liegt, können zu viel gezahltes Geld zurückfordern.

„Neben dem steuerlichen Aspekt ist es wichtig, die persönliche Situation in die Anlageentscheidung mit einzubeziehen. Ein Beratungsgespräch ist empfehlens-wert“, rät DAB bank-Experte Rohe. Dabei sollte der Anleger darauf Wert legen, dass er Produkte verschiedener Anbieter zur Auswahl erhält. Zu berücksichtigen sind auch die Anschaffungskosten der Anlagen, beispielsweise bei Fonds. Hier empfiehlt es sich grundsätzlich, zu vergleichen. DAI-Spezialistin Kachel warnt zudem: „Angst vor Steuern allein ist kein guter Ratgeber.“ Anleger sollten ihre Entscheidungen vielmehr in erster Linie nach den Fundamentaldaten Rendite, Liquidität und Sicherheit treffen und nicht ausschließlich aus steuerlichen Gründen. Auch die Verständlichkeit eines Produkts kann ein Kriterium sein. Darüber hinaus sollte der Anleger die Kosten der Depotführung im Blick behalten.

Die IAM, die vom 5. bis 7. September in der Düsseldorfer Messehalle 8b stattfindet, bietet privaten und institutionellen Investoren Kontakte zu unabhängigen Fi-nanzexperten sowie zu Vertretern von Banken, Fondsanbietern, Versicherungs- und Investmentgesellschaften. Diese klären Anleger über alle Änderungen durch die Ab-geltungssteuer auf und informieren über passende Anlagemöglichkeiten.

(Redaktion)


 


 

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