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Abseits aller Vernunft – Die Sportglosse

Gutes Biken, schlechtes Biken: Widrigkeiten beim Fahrradfahren

Nur noch 452 Tage bis zum „Grand Départ“ der Tour de France in Düsseldorf – und auch der Frühling trägt dazu bei, dass die Fahrradbegeisterung in der Stadt steigt und die Menschen wieder aufs Rad steigen. Schön! Dennoch gibt es Widrigkeiten im Radler-Alltag, die die Freude am Fahrradfahren so manches Mal trüben.

Radeln auf der Straße: Wechsele ich an einer Bundesstraße auf den Radweg, kommt die nächsten 20 Minuten mit Sicherheit kein Auto an mir vorbei. So genieße ich in aller Stille die Mischung aus zersplitterten Flaschen, wurzelhebendem Asphalt und mäandrierenden Fußgängern – und fühle mich sicher, aber nicht wohl.

Bin ich das Gehoppele und den Scherbenslalom auf dem Radweg leid und wechsele dann doch auf die Straße, nimmt das Pkw-Aufkommen hinter mir binnen schlagartig zu – inklusive mürrischer Autofahrer, die mich permanent anhupen und Richtung Radweg gestikulieren. Wenn die wüssten, was dieser Weg zu bieten hat…

Radeln in Fußgängerzonen: Wer in der Fußgängerzone vom Fahrrad steigt und ordnungsgemäß schiebt, wird mit Heerscharen von flitzenden E-Bikern konfrontiert. Die sind anscheinend so flott unterwegs, dass sie das Schild mit dem Hinweis auf die Fußgängerzone übersehen haben.

Wer in der Fußgängerzone aufs Rad steigt, weil es diesmal schnell gehen muss, wird von Passanten mit Blick auf das Fußgängerschild beschimpft. Anscheinend sind normale Radler zu langsam

Radeln im Wald: Wenn man im Wald unterwegs ist und Spaziergängern freundlich klingelt, erschrecken sie sich, springen zur Seite (oder wohin auch immer) und meckern über die Radfahrer.

Fährt man im Wald und klingelt ausnahmsweise mal nicht bei Spaziergängern, erschrecken sie sich, springen zur Seite (oder wohin auch immer) und meckern über die Radfahrer.

Radeln in der flachen Natur: Kommt der Wind von vorne, sollte man sich der Herausforderung stellen und kräftig in die Pedale treten. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Wind für die Rückfahrt dreht, liegt allerdings bei gefühlten 90 Prozent.

Radmitnahme bei der Bahn: Bei Fahrten mit der Regiobahn gilt das Prinzip Hoffnung. Gibt es weder Wagenstandsanzeiger noch Erläuterungen am Bahnsteig, kann das Fahrradabteil des Zuges entweder ganz vorne sein. Oder ganz hinten. Wo genau, weiß niemand. Hier empfiehlt sich Reisen ohne Gepäck: Denn mit Fahrrad und Koffer ist ein pünktliches Ein- oder Aussteigen fast unmöglich.

Und dennoch - lassen Sie sich nicht verdrießen: Es gibt nichts Schöneres, als im Frühling das Fahrrad zu entmotten, wieder in die Pedale zu treten und die lauer werdenden Lüftchen zu genießen. Das stimmt auch alle anderen Verkehrsteilnehmer milde – und führt immer häufiger zu allgemeinem Fahrspaß.

(Wolfram Lotze)


 


 

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