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Abseits aller Vernunft: Die Sportglosse

Kacheln im Karree: Urlaubsziele für ambitionierte Schwimmer

Ambitionierte Schwimmsportler, die im Urlaub auf die Bedürfnisse ihrer Partner Rücksicht nehmen müssen, haben’s schwer. Zumindest dann, wenn es nicht ans Meer oder an einen idyllischen Natursee geht. Wenn das Ferienziel abseits aller natürlicher Wasseransammlungen liegt, ist Improvisation gefragt. In solchen Fällen bleibt als schwimmerischer Notstopfen meist nur der Hotel-Pool.

Der typische Indoor-Hotelpool ist Teil einer meist willkürlich zusammengestellten Wellness-Landschaft, deren Größe und Motto vom Geldbeutel des Hotelbesitzers bzw. von den baulichen Gegebenheiten der Örtlichkeit abhängen. Der Pool hat dabei meist die Ausmaße einer ausgefalteten Picknickdecke, bietet dafür aber mindestens zwei gemauerte Treppeneingänge für Nichtschwimmer, die die Schwimm-Bewegungen fast unmöglich machen. Um des Wohlbefindens willens ist die Pfütze zudem auf mindestens 38 Grad aufgeheizt.

Wer in diesem kleinen Eck-Karree einige Runden drehen will, stößt rasch an seine Grenzen bzw. an die gekachelten Wände. Mal abgesehen davon, dass die leider zahlreichen Mit-Benutzer den Pool höchstens zum Abhängen benutzen und damit die ohnehin knappe Fläche belegen.

Hotels, die eine ausgewachsene Pool-Anlage mit Bahnlängen von bis zu acht Metern bieten, haben ein anderes Problem. Hier regelt das Angebot die Nachfrage. Angesichts großzügiger Kachelflächen entdecken ganz viele Hotelgäste, die im richtigen Leben niemals ins Schwimmbad gingen, ihren Drang ins Nass. Und bevölkern den ganzen Tag über das Becken.

Richtige Schwimmer, die dort ihre wenn auch eingeschränkten Bahnen ziehen wollen, sind dabei verpönt: Hier ist allein die altersgerechte (und damit meist zeitlupenartige) Bewegung das Ziel und nicht das Abschwimmen des eigenen Trainingsplans.

Einzig die Essenszeiten bieten die Gelegenheit, einigermaßen ungestört durchs Wasser zu pflügen: Auch Gelegenheitsschwimmer treibt es dann aus dem Becken an die Fleischtöpfe. Leider sind die Büffets nach diesem Zeitfenster meist schon leer geräumt – der Wasser-Freund muss sich daher vorher entscheiden, ob er entweder schwimmen oder essen will - beides zusammen funktioniert nicht.

Survival-Training im Freibad - vom Feinsten!

Die gerade hereinbrechende Sommerzeit bietet eine weitere Alternative, die sich an fast jedem Ferienziel realisieren lässt: Man besucht mit dem nicht-schwimmenden Partner einfach das nächste Freibad. Liegewiesen voller Zigarettenkippen, schreiende Kinder, die in Einmal-Windeln willkürlich über die Liege-Handtücher laufen, überteuerte Bockwürste mit labbrigen Weißbrotscheiben und Wasserbecken, die mit mäandrierenden Badekappen-Schwimmern belegt sind, erfüllen alle Kriterien sonst fast unbezahlbaren Freizeitvergnügens: Survival-Urlaub der besonderen Art! Schön, aber anstrengend. 

Spätestens dann rückt der nächste Urlaub ins Blickfeld – und mit ihm die Gewissheit: Schwimmer brauchen freie Bahn(en)! Dem Sporthotel mit 50-Meter-Becken am Mittelmeer sollte einem gemeinsamen, entspannten Urlaub demnach nichts mehr im Wege stehen…!

(Wolfram Lotze)


 


 

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