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Abseits aller Vernunft – Die Sportglosse

Kein großer Wurf: Von topaktuellen Pop-Up-Strandmuscheln und antikem Beachball

Sommer, Sonne, Strand und Garten: Der Briefkasten quillt über von Prospekten, Flyern und Hand-zetteln mit allerlei Dingen, die das Leben am Wasser und auf dem Grün schöner machen sollen. Doch nicht alles, was dort quietschbunt und verführerisch preiswert zum Kauf steht, entpuppt sich später als Quell sommerlicher Freude.

Ich erinnere mich noch genau, als die ersten Solar-Luftmatratzen in Mode kamen – wahrscheinlich auch ein Abfallprodukt der bemannten Raumfahrt. Die silbrig glänzenden Luftikusse waren so beschichtet, dass man beim Liegen in der Sonne auch von unten brauen werden sollte.

Mir ist zwar noch immer schleierhaft, wie die Sonne quasi durch den Körper oder drumherum auf den Matratzenboden scheinen, dort reflektieren und anschließend die komplette Rückenpartie bräunen soll. Indes: Die Dinger gibt’s noch immer – mittlerweile auch als Sitzmatratzen.

Nachdem mittlerweile gefühlte 99,9 Prozent aller deutschen Gärten mit überdimensionalen, nach allen Seiten netzumspannten Trampolins ausgestattet sind (in manchem Garten ist das Trampolin größer als die Grünfläche, so dass es sich anbieten würde, gleich die komplette Sitzgruppe mit aufs Hüpfgerät zu stellen) und der Rest der Fläche mit selbstaufstellenden, selbstreinigenden und trotz-dem algengrünen Swimmingpools zugestellt ist, richtet sich das Augenmerk der Industrie auf den Besuch des Freibades oder – in den Ferien – des Standes.

Hier gibt es einige Neuheiten.

Letzter Schrei sind die so genannten Pop-Up-Strandmuscheln. Genau wie Wurfzelte packt man die Dinger einfach aus, wirft sie in Richtung eines freien Platzes – und schwupp! beginnt das UV-vermindernde Sonnenbaden.

Spätestens beim Abbau, sprich: Zusammenfalten der Muschel wird dann klar, dass die Teile nicht der große Wurf sind. Nur mit viel logischem Denken, gutem Willen und der Fähigkeit, sich widerstrebende Draht- oder Glasfiberstangen übereinander zu legen, gelingt das Einpacken. Es soll mittlerweile schon Küstenregionen geben, an denen hunderte verlassene Pop-Up-Strandmuscheln und Wurfzelte stehen – für immer. Weil die Besitzer es einfach nicht schafften, die Dinger wieder zusammenzufalten. (Gebrauchsanleitung hier - Red.)

Zu den weniger angenehmen Seiten des Park- und Strandlebens gehören die seit Menschengedenken verwendeten Beachball-Sets: zwei grobschlächtige Holzschläger, mit denen zwei Spieler einen widerspenstigen Plastikball in der Luft halten sollen.

Erstens ist Beachball entsetzlich laut, zweitens treffen selbst geübte Sportler den Ball höchstens alle vier bis fünf Mal. Und falls doch, knallt das Plastikgeschoss drittens gerne dem übernächsten Strandnachbarn an den Schädel oder an andere Körperteile. Für das, was dann an Beschimpfungen kommt, braucht man kein Wurfzelt: Zusammenfalten funktioniert verbal auch so…

(Wolfram Lotze)


 


 

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