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Abseits aller Vernunft – Die Sportglosse

Prassen auf der Picknickdecke: Nahrungsergänzung für Sportler

Nicht-Sportler verstehen unter dem Begriff „Nahrungsergänzung“ vielleicht die Portion Crème brûlée nach dem großen Stück Braten mit Pommes und Soße. Für Sportler dagegen ist Nahrungsergänzung viel mehr – vor allem der stete Versuch, den sportlich gestählten Körper vor einem möglichen Ausmergeln zu bewahren. Das nimmt bisweilen bizarre Formen an.

Dass Walkerinnen und Walker meist beängstigend große Fässer und Vorratsgefäße durch den Wald schleppen, ist hinreichend dokumentiert und soll an dieser Stelle nicht aufgewärmt werden. Im Gegensatz dazu sind Läufer nahezu nackt unterwegs. Außer der Laufbekleidung tragen sie in der Regel nichts, was der Stärkung zwischendurch dienen könnte. Vielleicht liegt es an den vielen Wasserzapfstellen im Aaper und Grafenberger Wald, dass diese Sportler auf Gefäße verzichten.

Der coole Anblick der gelb-schwarzen Banane

Ganz anders die Rennrad- und Tourenradfahrer. Rennradler sind meist mit nur einer Trinkflasche unterwegs - weil eine zweite Flasche unverhältnismäßig viel wiegt und den Stundenschnitt dramatisch nach unten ziehen könnte. Zudem lassen sie, wohl um die ebenso puristische wie natürliche Nahrungsergänzung zu signalisieren, gerne ein oder zwei Bananen aus der hinteren Trikottasche lugen. Das sieht auch noch cool aus – zumindest dann, wenn die Gelbfrucht nicht schon mehrere Touren hinter sich hat und entsprechend ins Schwarz-Gelbe mutiert ist. 

Tourenradler sind meist mit Gepäcktaschen am Start und nutzen diesen Stauraum entsprechend aus. Sie werden im Verlauf einer Tagestour nicht langsamer, sondern schneller – weil sich die vielen Kilos an Getränken und Speisen durch beständiges Pausieren rasch verflüchtigen und das Rad deutlich leichter machen.

Insbesondere die Wanderer futtern ehrlich...

Am ehrlichsten in Sachen Nahrungsergänzung sind die Wanderer zugange. Mit riesigen Rucksäcken, die keine Airline der Welt mehr als Handgepäck durchgehen lassen würde, machen sie sich auf den Weg durch heimische Wälder und Wiesen. Nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Ziel dient dem Weg: Picknick auf einer Waldlichtung im Sonnenschein – was kann es Schöneres geben? Gerade bei größeren Wandergruppen sprengt die Speiseauswahl bei solchen Gelagen jegliche Vorstellungskraft. Geraspeltes, Geschnittenes und Gesottenes kommen dabei ebenso auf die Picknickdecke wie Knabbereien, Süßigkeiten und Nachtisch. Womit sich der Kreis schließt: Hier würde sogar die Crème brûlée der Nichtsportler kaum auffallen. 

Apropos Nichtsportler: Wäre die Aussicht auf eine opulente Rast nicht ein guter Grund, mal wieder die Wanderschuhe zu schnüren und einfach loszumarschieren…?

(Wolfram Lotze)


 


 

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