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Abseits aller Vernunft: Die Sportkolumne

Neue Fernsicht für mehr Rücksicht

Wenn der Pfingststurm „Ela“ überhaupt etwas Positives hatte, dann das: Durch die neuen Schneisen im Aaper und Grafenberger Wald sieht man nun schon von weitem, wer einem entgegenkommt oder wen man demnächst überholt. Der neue Durchblick hat das alte Problem des Miteinanders der verschiedenen Wald-Benutzer zu Fuß, zu Fahrrad oder zu Pferde allerdings nicht grundlegend geändert.

Fangen wir mal mit den pflegeleichten Gruppierungen an. Dazu zählen Läufer, die Rücksicht auf andere nehmen, Mountainbiker, die vor jedem Überholvorgang laut und deutlich klingeln und Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner tatsächlich anleinen – knapp zehn Prozent aller Hundebesitzer hält sich an den Leinenzwang (ja, ja, den gibt es wirklich – und zwar laut § 2 Absatz 2 des Landeshundegesetzes Nordrhein-Westfalen, kurz: LhundG NRW).

Aber Hunde können ja nicht lesen und laufen daher zu 90 Prozent unangeleint durch den Stadtwald.

Problemgruppen: Lautlose Radler, Nordic-Walking-Kohorten, abwegige Reiter

Zu den Problemgruppen gehören Fahrradfahrer, die niemals klingeln, sondern – egal ob von vorne oder von hinten kommend – lautlos an Fußgängern vorbeizischen. Die reagieren mit unmotivierten Ausfallschritten in die Richtung des Radlers, lauten Erschreckensrufen oder gar nicht – weil sie der Ruhe im Wald mit Kopfhörern und lauter Rockmusik trotzen.

Ebenfalls problematisch sind die Nordic-Walking-Armadas: Bepackt mit Trinkvorräten für die nächsten zwei Wochen und angetan mit warmer Kleidung, die schon im Herbst Schutz vor arktischen Wintertemperaturen bietet, wandern diese Naturliebhaber gerne in Vierer-, Fünfer- oder Sechsergruppen – selbstredend nebeinander. Hier sollte man frühzeitig nach Ausweichmöglichkeiten links und rechts des Weges suchen.

Wenig Verständnis ernten auch Reiterinnen und Reiter, die ihre Rösser statt auf den reichlich vorhandenen Reitwegen gerne auf Wanderpfaden traben lassen – auffallend oft in Bereichen, bei denen der Reitweg direkt daneben verläuft. Ergebnis: zerstörte Waldwege und alle paar Meter breit getretene Pferdeäpfel, die sich dauerhaft in die Profilsohlen der Lauf- und Wanderschuhe setzen. 

Vielleicht führt die neue Fernsicht im Stadtwald dazu, einfach mal mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen. Ein freundliches „Danke!“ fürs Weg-Freimachen beim Überholen mit dem Fahrrad oder Hunderudel, die dank Leine am Anspringen vorbei eilender Jogger gehindert werden, wären schon mal ein Anfang.

Dann blieben auch mehr Zeit und Muße, die echten Waldbewohner wie Rehe oder Greifvögel zu entdecken. Platz zum Gucken ist jetzt ja reichlich da.

(Wolfram Lotze)


 


 

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