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Abseits aller Vernunft: Die Sportkolumne

Trimm-Tram: Fitness-Training im öffentlichen Nahverkehr

Ganz früher gab's mal die „Trimm-Trab“-Bewegung samt fragwürdiger „Trimm-Spirale“. In die konnte man – ohne jegliche Kontrolle! - seine sportlichen Erfolge eintragen. Motto: Raus aus der Bude und ab zur Bewegung an der frischen Luft. Heutzutage gehen viele Hobby-Sportler nur noch aus dem Haus, um sich im Fitness-Studio zu ertüchtigen. Dabei locken effiziente Alternativen.

Das beste Fitnessprogramm gibt’s tagtäglich und quasi im Vorrüberstehen – wenn man denn den öffentlichen Nahverkehr in Düsseldorf benutzt. Motto: Trimm-Tram statt Trimm-Trab. Eine schöne Trainingsstrecke ist beispielsweise die Straßenbahn-Linie 712 von Ratingen in Richtung Volmerswerth.

Wichtigste Voraussetzung für ein effektives Training: Man sollte niemals sitzen und immer aufrecht im Gang stehen – was in der morgen- oder abendlichen Rush-Hour aber kein Problem sein dürfte.

Die Trainingseinheit beginnt jeweils am Hubertushain auf Düsseldorfer Stadtgebiet. Nach lockerem Einrollen mit schönen Brems- und Beschleunigungspassagen naht das erste Highlight. Ab dem Rather Waldstadion fährt die Bahn auf einer Art Hochgeschwindigkeitsstrecke. Der Zug wird rasant beschleunigt, und beim folgenden Geruckel hilft nur kräftiges Zupacken an den Haltestangen. Links gefasst, rechts gezogen, Gleichgewicht gesucht, dann rechts gefasst, links gezogen, wieder ausbalancieren, und das Ganze wieder von vorn. Dieses Kurz-Programm kräftigt die Armmuskeln, schult den Gleichgewichtssinn und bedient beide Körperhälften.

Ab dem Rather Broich gibt es eine kleine Erholungspause – bis zum Wehrhahn läuft das Standard-Trimmprogramm aus Klammern, Abstützen, Sichern und Kurvenausgleich.

Ein Fitnesskracher jagt den nächsten

Spätestens ab der folgenden Abfahrt durch die Großbaustelle der Wehrhahn-Linie jagt ein Fitness-Kracher den nächsten. Erst Ruckel-Kurve links, dann Pseudo-Beschleunigung geradeaus, dazu die Risiko-Kurve rechts und die Links-Rechts-Links-Kombination um die Bau-Container, Kranwagen und Betonmischer, dann wieder eine gemeine Kurve, die vollen Arm-Einsatz erfordert – zeig' mir irgendein Fitness-Studio, das solche Anspannung und Abwechslung im Sekundentakt bietet.

Die anschließende Fahrt Richtung Schadowplatz überzeugt durch sinnvoll gestaltete Auskling-Übungen für Bein- und Armmuskulatur, und spätestens an der Heine-Allee steigt der Hobby-Sportler erschöpft, aber zufrieden aus der Bahn: Genug trainiert - jetzt erstmal ein Alt!

(Wolfram Lotze)


 


 

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