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Abseits aller Vernunft: Die Sportkolumne

Wahre Winter-Helden auf zwei Rädern

Schnee, Regen, Graupelschauer, dazu kurze Tage und ungemütliche Temperaturen: Nichtsportler drehen in dieser Jahreszeit einfach die Heizung auf und blättern in den Katalogen für den nächsten Sommerurlaub. Ambitionierte Hobbysportler, insbesondere die auf zwei Rädern, kämpfen dagegen verbissen um den besten Weg durch den Winter.

Kaum gehen die Temperaturen in den Keller, dünnt sich das Heer der Fahrradfahrer dramatisch aus. Viele stellen ihr Gefährt in den Keller und holen es erst dann wieder hervor, wenn die Temperaturen deutlich über 20 Grad liegen. Wieder andere denken gar nicht daran, im Winter auf ihren geliebten Radsport zu verzichten, und fahren einfach weiter. Für Mountainbiker mit den breiten Stollenreifen am Gefährt sind weder Matsch noch Schnee ein Problem, und auch die modernen Crossräder mit ihren breiteren Schluppen und der geländetauglichen Geometrie machen selbst bei Nieselregen und Schneegestöber eine passable Figur.

Rennradfahrer sind Frostbeulen - sie trainieren Indoor

Am härtesten trifft es die Rennradfahrer. Viele können es einfach nicht ertragen, nicht mit dem flottesten aller unmotorisierten Zweiräder durch die Gegend zu sausen. Andererseits scheuen sie kalte Hände und Füße, vereiste Gesichtspartien und klatschnasse Klamotten sowie die Gefahr, mit den schmalen Reifen auf Schnee oder Eis zu geraten und in der Horizontalen zu landen. 

Da sie vor ihren Kumpels aber auch nicht als Schwächlinge oder Kneifer dastehen wollen, verlegen sich viele aufs Indoortraining. Wem Radrennbahnen nicht geheuer oder zu weit entfernt sind, findet sich im Winter plötzlich im Fitnessstudio auf dem Hometrainer oder beim Aquaspinning im Hallenbad wieder.

Auf der Stelle trampeln: Winter vor der Waschmaschine

Ganz Hartgesottene gehen auf die Rolle – dabei wird das Hinterrad des eigenen Fahrrades in eine stabile Rollenkonstruktion eingespannt, so dass man treten und trainieren kann, ohne allerdings auch nur einen Millimeter voranzukommen. Mangels Fahrtwind und Außenumgebung ist das eine äußerst schweißtreibende Angelegenheit. Und wer jemals einen Winter-Rennradler im Waschkeller auf der Rolle sitzen sah, der beim eintönigen Dauertreten sinnlose DVD-Serien anschaute oder gar den Hauptwaschgang der laufenden Waschmaschine verfolgte, muss sich tatsächlich Sorgen um den Gesundheitszustand dieser Zeitgenossen machen.

Ein Lob gilt daher allen Normalo-Radlern, die selbst in der dunklen Jahreszeit bei Wind und Wetter einfach nur zur Arbeit oder zum Sport (!) fahren und überhaupt kein Aufhebens über optimale Kleidung, bestmögliche Winterbereifung und Grundlagenausdauer in Zeiten fallender Flocken machen. Sie sind die wahren Zweirad-Helden der kalten Jahreszeit!

(Wolfram Lotze)


 


 

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