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Abseits aller Vernunft: Die Sportkolumne

Walking mit „Waldi“ oder: Sport mit Haustieren

Neulich beim traditionellen Martinslauf im Düsseldorfer Süden: Kaum sind die ersten Kilometer des Halbmarathons absolviert, trabt von links hinten ein mittelalter Läufer zu unserer Gruppe heran. Aber nicht solo: An der Leine führt er einen mittelkleinen, drahtigen Hund, der im Tempo des ebenso drahtigen Herrchens mitläuft.

Sofort gibt es interessierte Fragen. Ob das denn nicht zu viel sei für den Hund? „Nein, nein“, sagt der Hundehalter und kommt dabei nicht einmal außer Atem, „der läuft nicht nur Halbmarathon, sondern auch Marathon.“ Erstaunte Blicke auf keuchenden Gesichtern. „Das hat sich irgendwann so ergeben“, erklärt der locker joggende Tierfreund weiter, „für den Hund ist der heutige Lauf eine Art Sonntagsspaziergang!“ Wiederum erstaunte Gesichter in der Laufgruppe.

Dann die berechtigte Frage eines Mitläufers: „Ist das eigentlich ein Rüde oder eine Hündin?“ Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Eine Hündin! Mit 'nem Rüden läufst du ja sonst von Baum zu Baum!“, sagt der Mann mit der Leine. Wissendes Nicken allerseits unter schweißnasser Laufmütze – wieder was dazu gelernt!

Und als ob es uns Hund und Herrchen zeigen wollten, was sie als Team draufhaben, geben die beiden fast unmerklich Gas und traben flott nach vorne weg, bis sie schließlich außer Sichtweite sind.

Bei besten Laufbedingungen habe ich noch 15 Kilometer Zeit, über die Hundebegegnung nachzudenken. Wie wäre es, wenn es Laufveranstaltungen nur für Hundehalter gäbe? Halbmarathon mit „Hasso“, Crosslauf mit „Crissie“ oder Walking mit „Waldi“? Dazu könnte man noch Gewichtsklassen (also für die Hunde), Größenklassen und so weiter einführen – eine echte Marktlücke. 

Nicht auszudenken, wenn dann auch andere Heimtierbesitzer auf den fahrenden Zug aufspringen und eigene Sportarten kreieren würden. Hüpfen mit Häschen, marschieren mit Meerschweinchen oder schwimmen mit Goldfischen? Angesichts solcher Gedanken merke ich, dass ich anscheinend dehydriere. Gut, dass die nächste Getränkestation erreicht ist. Nach einem Becher warmen Tees laufe ich weiter und sehe wieder klarer: Der heutige Hundeläufer wird wohl eine Ausnahme im Laufbetrieb bleiben.

(Wolfram Lotze)


 


 

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