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Tour de France: Ein Herz für Wildpinkler

Die Arbeit des städtischen Ordnungs- und Servicedienstes (OSD) wird in der Öffentlichkeit viel zu selten gewürdigt – obwohl sich dessen Mitarbeiter, auffällig uniformiert, stets in ebendieser bewegen.

So gehören zu den Aufgaben des Dienstes neben „Schulzuführungen“ und „Maßnahmen nach dem Leichenwesen“ auch der „Tierschutz“, die „Bekämpfung der Schwarzarbeit“ und die „Einhaltung des Landeshundegesetzes NW“.

Zu den Schwerpunkten aber zählt die Überwachung von Straßen, Plätzen, Wegen und Grünanlagen im Rahmen der „Düsseldorfer Straßenordnung“ und der „Sondernutzungssatzung“. Das ist auch gut so, haben beispielsweise gerade neulich zwei OSD-Mitarbeiter nächtens drei herrenlose Kätzchen aus der weggeworfenen Papiertüte eines Schnellrestaurants befreit und dem Tierheim zugeführt.

Ein besonderes Augenmerk gilt seit jeher aber den „Wildpinklern“ – also Menschen, vor allem männlichen Geschlechts, die meinen, zu jeder beliebigen Zeit an jedem beliebigen Ort in der Öffentlichkeit Wasser lassen zu müssen. Und zu dürfen. Beim Zugriff auf solche Strolche hat der Ordnungs- und Sicherheitsdienst im vergangenen Jahr sogar einen dicken Fang gemacht: Der Wildpinkler war bereits anderweitig straffällig geworden und wurde von der Polizei gesucht.

Nun fahren am 1. und 2. Juli insgesamt 198 Männer auf flotten Rennrädern durch die Stadt – als Fahrerfeld des Grand Départ der Tour de France. Das Problem: Gerade Rennrad-Profis sind weltweit als Wildpinkler bekannt.

Zwar schwenken die Kameras bei den Liveübertragungen in der Regel weg, wenn sich ein Radler während der Fahrt (das war übrigens auch eine Spezialität von Lance Armstrong) oder am Straßenrand erleichtert. Tatsache aber ist, dass niemand aus dem Fahrerfeld während eines Rennes ein stilles Örtchen aufsucht. Motto: husch, husch, ab in den Busch.

So sehr wir die Arbeit des Ordnungs- und Sicherheitsdienstes auch schätzen, so eindringlich bitten wir aber an dieser Stelle, während der beiden Tour de France-Renntage in Düsseldorf auf den Zugriff auf Wildpinkler im Fahrerfeld zu verzichten. OSD-Mitarbeiter, die mit einem Bußgeldblock wedelnd hinter wild pinkelnden Profis herrennen oder sie beim Wasserlassen am Straßenrand zur Rede stellen: Das sind Bilder, die wir weder im TV noch anderswo sehen wollen.

Zugriffsmöglichkeiten auf Wildpinkler in Düsseldorf sind schließlich zeitnah möglich: an jedem beliebigen Wochenende in der Altstadt und ab Mitte Juli wieder rund um die Große Kirmes. Dann sind die Rad-Profis schon längst über alle Berge …

(Wolfram Lotze)


 


 

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